Stützen an der A 20 sind regelkonform

Die von der DEGES geplante und realisierte Autobahn A 20 ist in der Nähe der Abfahrt Tribsees (Mecklenburg-Vorpommern) in den vergangenen Wochen erst abgesackt und dann auf einer Fahrbahnseite auf ca. 100 m Länge eingebrochen. Gutachter untersuchen zurzeit den Schaden und versuchen, die Ursache zu ermitteln.

In diesem Zusammenhang wird die Bauweise kritisch hinterfragt. An dieser Stelle quert die Autobahn das Trebeltal auf Moorboden. Zur Abstützung wurden dort Trockenmörtelsäulen (System CSV) erstmals in extrem weichen Böden und erstmals mit Längen von bis zu 13 m ausgeführt. Dabei wird mit einer Endlosschnecke ein Gemisch aus Sand und Zement in den Untergrund eingebracht. Es entsteht eine Säule aus verpresstem Trockenmörtel; dieser bindet durch Erdfeuchte und Grundwasser ab, und es entsteht eine verfestigte Säule.

Nach einer leider missverständlichen Auskunft der DEGES und mit einem Verweis auf eine Dokumentation der DEGES schrieb die Ostsee-Zeitung am 14. Oktober, die Säulen seien nur 15 cm stark, statt eines Soll-Werts vom 18-22 cm. Richtig ist: Die tatsächlich gebauten Säulen sind mindestens so stark wie genehmigt, i.d.R. sogar stärker. Der geprüfte und genehmigte Durchmesser der Säulen beträgt 15 cm. Tatsächlich haben die Säulen einen Durchmesser von 18 bis 22 cm, wie beim Ausgraben von Säulen an Testfeldern festgestellt wurde. Herstellungsbedingt sind die Säulen also teilweise deutlich dicker als gefordert. Diese Abweichung trägt zu einer zusätzlichen Sicherheit bei (höhere Tragfähigkeit) und ist kein Qualitätsmangel.

Die Irritation ist in Folge eines scheinbaren Widerspruchs zwischen zwei DEGES-Publikationen entstanden. Einmal wird von 15 cm Durchmesser gesprochen, einmal von 18-22 cm – an beiden Stellen ohne den Hinweis, dass es sich um die geprüfte und genehmigte Stärke (15 cm) bzw. um die tatsächliche Stärke (18-22 cm) handelt.

Das Verfahren ist getestet worden: Direkt im Trebeltal wurden Testfelder aufgebaut. Säulen wurden in den Boden eingebracht und kontrolliert belastet, um so Rückschlüsse auf die Dimensionierung zu ziehen. Einzelne Säulen wurden dabei im Nachgang aus dem Boden geborgen, um eine qualitätsgerechte Herstellung sicherzustellen. Dieses Verfahren ist üblich und wurde bzw. wird von Sonderfachleuten, Prüfingenieuren, DEGES und Genehmigungsbehörden begleitet.