A 4: Landesgrenze Hessen/Thüringen – Anschlussstelle Gotha

Öffentlich-Private-Partnerschaft: Ramsauer gibt erstes Projekt im ostdeutschen Autobahnnetz frei

 

Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer und Thüringens Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr Christian Carius haben am 7. Sep­tember 2010 das letzte Teilstück der 24,5 km langen Neubaustrecke "Umfahrung Hörselberge" bei Eisenach auf der A 4 (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 15) feierlich freigegeben.

Die Umfahrung Hörselberge ist Teil eines insgesamt etwa 45 Kilometer langen Abschnitts der A 4 zwi­schen der Landesgrenze Hessen/Thüringen und der Anschlussstelle Gotha. Es ist das erste Projekt, das das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadt­ent­wick­lung (BMVBS) im ostdeutschen Auto­bahn­netz im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partner­schaft (ÖPP) als A-Modell an einen privaten Kon­zess­ions­nehmer vergeben hat. Konzessions­geber ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Freistaat Thüringen, endvertreten durch die DEGES; Kon­zes­sionsnehmer ist die Via Solutions Thüringen GmbH & Co. KG.

Bei diesem Modell werden Aufgaben an einen privaten Konzessionsnehmer zur Ausführung übertragen: Der Private baut den Straßenabschnitt und ist für die Erhaltung und den Betrieb der Strecke sowie die Finan­zie­rung des Maßnahmenpaketes verantwortlich. Die Konzessionslaufzeit beträgt hier 30 Jahre, das Eigentum an der Strecke geht dabei jedoch nicht auf den Privaten über. Der Private erhält zur Refinanzierung die auf der Strecke anfallende Lkw-Maut. Das Projekt kann so effizient und früher umgesetzt werden.

"Das Prinzip der Öffentlich-Privaten Partnerschaften im Autobahnbau erweist sich gleich im ersten Anlauf als Erfolg", so Ramsauer. "Als erstes von vier bundesweiten Pilotprojekten ist der Ausbau der A 4 vier Monate früher als geplant fertig geworden. Die Aufgabenteilung zwischen dem Staat und seinem privaten Partner hat bestens funktioniert."

Im Rahmen der Umfahrung Hörselberge entstanden drei Talbrücken: die 414 Meter lange und 55 Meter hohe Nessetalbrücke, die 422 Meter lange und 14 Meter hohe Hörseltalbrücke sowie die 200 Meter lange und eben­falls 14 Meter hohe Böbertalbrücke. Darüber hinaus hat der Konzessionsnehmer 16 Auto­bahn­bau­wer­ke, fünf Überführungsbauwerke, zwei Parkplätze mit WC-Anlagen, 16 Regenrückhaltebecken und auf einer Länge von 5,5 Kilometern Lärmschutzeinrichtungen gebaut. Bereits zu Jahresbeginn hatte der Konzessions­nehmer nach nur knapp zweijähriger Bauzeit – und damit ein Jahr früher als vorgesehen – drei Viertel der Neubaustrecke Umfahrung Hörselberge in Betrieb genommen. Nun erfolgte die Verkehrsfreigabe für die Gesamtstrecke.