Biotopkorridor Moorburg – Lebensraumvernetzung im Fokus der A 26 West
Der Biotopkorridor Moorburg verbindet wertvolle Lebensräume. Querungshilfen sichern, dass Tiere trotz A 26 West wandern und sich austauschen können.

Der Bau neuer Infrastruktur bedeutet fast immer einen Eingriff in bestehende Landschaftsräume – umso wichtiger ist es, wertvolle Lebensräume zu erhalten und miteinander zu verbinden. Ein zentrales Element des Umweltmanagements im Zuge der A 26 West ist daher der Biotopkorridor Moorburg. Hier wurde nicht nur ein ökologisch bedeutsamer Raum gesichert, sondern auch gezielt dafür gesorgt, dass Tiere trotz neuer Barrieren weiterwandern und sich austauschen können.
Eine Achse von überregionaler Bedeutung
Der Biotopkorridor Moorburg ist nicht irgendein Grünstreifen: Er stellt laut dem Fachkonzept Biotopverbund Hamburg (BSU 2013) einen herausragenden Verbindungsraum für Feuchtlebensräume dar. Er führt vom Naturschutzgebiet Moorgürtel, einer national bedeutsamen Biotopverbundachse, bis hin zur Alten Süderelbe und weiter zur Stromelbe – ebenfalls Teil des bundesweiten Verbundsystems.
Diese Verbindung ist nicht nur für Hamburg, sondern auch für das länderübergreifende Biotopnetz zwischen Niedersachsen und der Elbe von großer Bedeutung. Fachgutachten des Bundesamts für Naturschutz (BfN) stufen den Raum als Biotopverbundachse mit sehr hohem Entwicklungsbedarf ein – insbesondere für feuchtigkeitsliebende, wenig mobile oder tagaktive Arten.
Herausforderung Zerschneidung – und wie man ihr begegnet
Eine große Herausforderung beim Bau der A 26 West war es, diese bedeutende Verbundachse nicht dauerhaft zu zerschneiden. Denn für viele Arten – wie Amphibien, Reptilien, Kleinsäuger oder Insekten – stellt eine Autobahn eine unüberwindbare Barriere dar.
Um das zu verhindern, wurden im Planungsverfahren drei gezielte Querungshilfen entwickelt, die auf die unterschiedlichen Anforderungen verschiedener Artengruppen abgestimmt sind:
Drei Querungsbauwerke für mehr Durchlässigkeit
- Aufgeweitete Unterführung Moorburger Landscheide
Die bereits vorgesehene Unterführung wurde auf 30 Meter lichte Weite und 3 Meter lichte Höhe über dem Wasserspiegel aufgeweitet. Flach ausgestaltete Ufer und dauerfeuchte Rinnen bieten auch bodenlebenden und nachtaktiven Arten geeignete Bedingungen zur Querung – selbst bei geringer Vegetation. Erste Nutzer wurden auch bereits gesichtet: Anhand von Fußspuren konnte nachgewiesen werden, dass ein oder sogar mehrere Fischotter die aufgeweitete Unterführung unter der Moorburger Landscheide genutzt haben.A 26 West – 24.04.25 – Bauwerk 22 über Moorburger Landscheide | Bildnachweis: DEGES A 26 West: Otterspuren an der Moorburger Landscheide | Bildnachweis: Nina Klar / BUKEA - Aufgeweitete Unterführung „Oberste Untenburger Wetterung“
Auch diese Unterführung wurde auf 30 × 3 Meter bemessen. Die naturnahe Gestaltung der Gewässerufer mit dauerhaft feuchten Flachrinnen ermöglicht Amphibien und Kleinsäugern eine sichere Passage. - Grünbrücke an der Hafenbahn
Als dritte Maßnahme wird westlich der geplanten Gleisfelderweiterung der Hafenbahn eine MAQ-gerechte (also entsprechend dem „Merkblatt zur Anlage von Querungshilfen“) Grünbrücke errichtet. Diese Überführung bietet lichtliebenden und wenig mobilen Arten wie Reptilien, Insekten oder der Zwergmaus optimale Bedingungen. Begleitend werden Gehölzstrukturen, Totholz, Steinriegel und Fledermausleitstrukturen angelegt.
Ein Gewinn für Hamburgs Biotopverbund
Durch diese drei Querungshilfen wird sichergestellt, dass Tiere mit ganz unterschiedlichen Lebensraumbedürfnissen den Korridor weiterhin nutzen können. Ob am Boden, im Wasser oder in der Luft – die Maßnahmen ermöglichen sowohl genetischen Austausch als auch saisonale Wanderungen und tragen so zur Stabilisierung von Populationen bei.
Die Freie und Hansestadt Hamburg hat den Biotopkorridor westlich der A 7 als zu erhalten und zu entwickeln in das Landschaftsprogramm aufgenommen. Die Maßnahmen im Zuge der A 26 West setzen diese Zielsetzung konsequent um – und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Hamburger Süden.
Verbund sichern – Arten schützen: Der Biotopkorridor als zentrale Umweltmaßnahme
Die A 26 West ist nicht nur ein wichtiges Infrastrukturprojekt – sie bringt auch besondere Verantwortung mit sich: für die Natur, für die Landschaft und für die Artenvielfalt.
Mit dem Biotopkorridor Moorburg und den zugehörigen Querungshilfen wird ein zentraler Verbindungsraum gesichert, der über Hamburg hinauswirkt – als grünes Rückgrat zwischen Moorgürtel, Süderelbe und .

