Großer Tag für die Region: Am Donnerstag (28. Mai) begannen an der B 206 westlich von Bad Segeberg mit dem feierlichen ersten Spatenstich die Arbeiten am Abschnitt 3 der A 20. Der Streckenverlauf zwischen Wittenborn und Weede schließt an die bestehende A 20, die derzeit östlich der Kreisstadt endet, an und beinhaltet auch die Umfahrung Bad Segebergs. Die zehn Kilometer lange Trasse gilt aufgrund der Entlastung der Stadt von innerstädtischem Durchgangs- und Schwerverkehr und den damit verbundenen städtebaulichen Perspektiven für die Zukunft als einer der Schlüsselabschnitte der Küstenautobahn. Der vollziehbare Planfeststellungsbeschluss erging am 14. März 2025, im November des gleichen Jahres zogen die Umweltverbände BUND und Nabu eine Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht zurück. Im Gegenzug verpflichtete sich das Land Schleswig-Holstein zur Gründung einer Stiftung Fledermausschutz sowie weiteren Naturschutzmaßnahmen im Segeberger Travetal. Am 28. November gab der Bund seine Finanzierungszusage, und die DEGES startete die ersten Vergaben.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder: „Ab heute heißt es für die Autobahnumfahrung von Bad Segeberg und die A  20 zwischen Weede und Wittenborn: Endlich Baustelle! Damit stärken wir nicht nur die Region, sondern auch eine der wichtigsten Ost‑West‑Achsen im Norden. Die A 20 ist ein zentraler Bestandteil des europäischen Verkehrsnetzes und stärkt die Hinterlandanbindung an die deutschen Nord- und Ostseehäfen. Der Bund investiert allein in diesen Bauabschnitt bei Bad Segeberg 550 Millionen Euro – das ist gut angelegtes Geld. Und auch in Niedersachsen beginnt in wenigen Tagen der A-20-Weiterbau. Als Bundesverkehrsminister kann ich mich mit Ihnen also doppelt freuen.“

Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes: „Ich freue mich, dass es nach einer langen Planungszeit jetzt mit dem Bau der Küstenautobahn weitergeht. In diesem Abschnitt verlangen komplexe Brückenbauwerke, drei neue Anschlussstellen und ein neues Autobahnkreuz höchste Präzision in Planung, Logistik und Bauausführung. Die umfangreichen Umweltmaßnahmen sorgen zudem für eine hohe Akzeptanz vor Ort und sichern wertvolle Naturräume.“

Daniel Günther, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein: „Endlich geht es heute weiter voran: Nach Jahrzehnten der Diskussionen ist dieser Spatenstich ein wichtiges Signal für die Menschen in der Region. Der dritte Bauabschnitt ist zugleich mehr als die dringend gebrauchte Umfahrung Bad Segebergs. Er bringt die A 20 insgesamt entscheidend voran. Dieser Weiterbau ist daher von zentraler Bedeutung für Schleswig-Holstein – für bessere Mobilität, für wirtschaftliche Entwicklung und für die Entlastung vieler Städte und Gemeinden. Besonders wichtig ist mir: Die Verständigung mit den Umweltverbänden zeigt, dass Fortschritt und Naturschutz zusammengehen können. Genau diesen Weg des Miteinanders braucht es bei großen Projekten in unserem Land.“

Andreas Irngartinger, Technischer Geschäftsführer der DEGES: „Als Bauherr freue ich mich, dass es nach jahrzehntelanger Planung und Vorbereitung heute für die Menschen endlich sichtbar losgeht. Wir haben uns lange auf diesen Tag vorbereitet und mit dem Team unter Projektleiter Rüdiger Martens eine Mannschaft am Start, die gemeinsam mit unseren Auftragnehmern hoch kompetent und motiviert loslegen wird.“

Zahlreiche Gäste aus der Politik ließen es sich nicht nehmen, diesem Termin beizuwohnen, darunter natürlich auch der Segeberger Bürgermeister Toni Köppen und der schleswig-holsteinische Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen. Der Abschnitt 3 beinhaltet neben den rund zehn Kilometern Trasse auch einen Ausbau der A 21 auf 3,8 Kilometern Länge im Bereich des zukünftigen Autobahnkreuzes A 20/A 21. Mit Schackendorf, Bad Segeberg-Ost und Wittenborn werden drei neue Anschlussstellen entstehen. 26 konstruktive Ingenieurbauwerke, davon zwölf Straßenbrücken, machen Planung und Fertigstellung zu einer anspruchsvollen Aufgabe; fünf Faunabrücken und weitere ökologische Bauwerke sind ebenfalls Bestandteile des Projekts. Mit dem Bau der beiden großen Brücken – Travetal- und Gieselteichbrücke – wird die DEGES 2027 beziehungsweise 2028 beginnen. Am Ort des Spatenstichs gegenüber des Levo-Parks entsteht zunächst eine Brücke, auf der später ein Teil der verlegten B 432 über die spätere A 20 geführt wird.

Sieben auf einen Stich: In der Mitte schippt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder | Bildnachweis: René Legrand