• Bohrkampagne zur Baugrunduntersuchung für die geplanten
    Faunabrücken (Fledermausbauwerke)
  • Insgesamt sind in dieser Bohrkampagne 60 Bohrungen geplant
  • Bohrungen im Bereich der A 21 werden im Schatten der Grundinstandsetzungsarbeiten der Autobahn GmbH, Niederlassung Nord, durchgeführt

Die DEGES plant im Auftrag der Autobahn GmbH des Bundes den Neubau der A 20 westlich von Weede bis zur geplanten A 26 in Niedersachsen. Die rund 80 Kilometer lange Strecke der A 20 ist in sechs Bauabschnitte (BA 3 bis 8) unterteilt. Nach den bereits laufenden und teils abgeschlossenen Baugrunduntersuchungen im Bauabschnitt 7 und 8 starten nun am 24. Mai die ergänzenden Baugrunderkundungen und die dazugehörigen Vermessungsarbeiten im Umfeld Bad Segebergs im Bauabschnitt 3.

Die Baugrundaufschlüsse dienen der Erkundung des Baugrundes an Standorten der neuen Faunabrücken und finden größtenteils außerhalb befestigter Verkehrswege statt. Die Bohrungen werden bis zu einer Tiefe von 30 Metern durchgeführt. Die Bohrkerne werden anschließend analysiert. Die im Bereich der A 21 notwendigen Sondierungsbohrungen erfolgen im Schatten der laufenden Grundinstandsetzungsarbeiten der Autobahn GmbH, Niederlassung Nord, zwischen den Anschlussstellen Schackendorf und Bad Segeberg Süd und führen daher zu keinen zusätzlichen verkehrlichen Einschränkungen.

Vorübergehende Einschränkungen kürzerer Dauer im nachgeordneten Netz können jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Hintergrund

Die geplante A 20 ist zukünftig die wichtigste und schnellste Ost-West-Verbindung in Norddeutschland. Sie verkürzt die Reisezeit im Norden um bis zu 50 Prozent. Somit entlastet die A 20 nicht nur das nachgeordnete Straßennetz, sondern verbessert die Erreichbarkeit der norddeutschen Region. Davon profitieren in hohem Maße Anwohner, Pendler, Wirtschaft und die Tourismusbranche.

Das Land Schleswig-Holstein und die DEGES haben am 19. Dezember 2017 den Dienstleistungsvertrag zur Planung und Realisierung der A 20 in Schleswig-Holstein geschlossen. Es handelt sich dabei um die noch nicht gebauten Abschnitte 3 bis 8 von Weede bis zum Anschluss des geplanten Elbtunnels auf der niedersächsischen Seite der Elbe mit einer Länge von insgesamt rund 80 Kilometern, davon rund 73 Kilometer in Schleswig-Holstein (bis zur Mitte der Elbe). Die Projektverantwortung ist vollständig im April 2018 vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) auf die DEGES übergegangen. Mit Gründung der Autobahn GmbH wurden die Aufgaben der Länder an den Bund übertragen. Die DEGES plant die A 20 auf dem Gebiet Schleswig-Holsteins im Auftrag der Autobahn GmbH.

Der BA 3 der A 20 ist der östlichste Bauabschnitt und führt von der B 206 westlich von Wittenborn bis zur B 206 westlich von Weede. Der Antrag für das Planergänzungsverfahren wurde im Dezember 2020 gestellt. Die Unterlagen werden voraussichtlich im dritten Quartal 2021 öffentlich ausgelegt. Der Planfeststellungsbeschluss für den BA 3 wird im dritten Quartal 2022 erwartet.

Im ersten Teil der Planergänzung wurden weiter südlich von Bad Segeberg verlaufende Varianten vertiefend untersucht. Dabei ging es vor allem darum, mögliche Beeinträchtigungen durch Stickstoffimmissionen in den FFH-Gebieten „Travetal“ und „Leezener Au-Niederung und Hangwälder“ zu ermitteln und zu bewerten. Darüber hinaus wurden die verkehrliche Eignung und die Kosten dieser Varianten bewertet und die Beeinträchtigung weiterer Umweltbelange geprüft. Die Daten ergänzen die bestehende Variantenuntersuchung zum FFH-Gebiet „Travetal“.

Im zweiten Teil der Planergänzung wurden geeignete arten- und habitatschutzrechtliche Vermeidungsmaßnahmen für Fledermaus- und Haselmauspopulationen erarbeitet und festgelegt. In Expertenworkshops hat das Planungsteam der DEGES mit verschiedenen Fachplanern gemeinsam ein umfangreiches Maßnahmenkonzept zum Schutz der Fledermäuse  des  bedeutenden Fledermausquartiers „Segeberger Kalkberghöhle“ erstellt.

Seit 2019 erarbeitet die DEGES die Ausführungsplanungen für vorgezogene Artenschutzmaßnahmen für die Haselmaus.