Am Mittwoch, 5. Februar, hat die DEGES bei einem Pressetermin drei größtenteils fertiggestellte Umweltmaßnahmen im Raum Stadtallendorf vorgestellt. Diese und weitere Arbeiten, die beispielsweise Lebensräume für bedrohte Tierarten schaffen oder Waldflächen aufwerten, kompensieren die Eingriffe in die Natur beim geplanten Neubau der A 49. Die vorgestellten Maßnahmen im Einzelnen:

Aufforstung von naturnahen Eichenmischwäldern am Geiersberg

Südlich von Stadtallendorf im Bereich des Geiersbergs wurden auf einer Fläche von sieben Hektar überwiegend Eichen und Hainbuchen zur Entwicklung von naturnahen Eichenmischwäldern gepflanzt. Dies dient nicht nur dem Ausgleich des Verlustes von Waldflächen, sondern schafft auch neuen Landlebensraum für Kammmolche, für die im direkten Umfeld zudem drei neue Teiche als Laichgewässer hergestellt wurden. Insgesamt wurden 35.000 Pflanzen für die Aufforstung verwendet.

Entwicklung von strukturreichen Eichenwäldern bei Stadtallendorf

Ebenfalls südlich von Stadtallendorf werden seit Herbst 2019 auf einer Fläche von mehr als 55 Hektar mehrere Maßnahmen in vorhandenen Waldflächen durchgeführt, die die Herausbildung von strukturreichem Eichenwald mit hohem Altholzanteil zum Ziel haben. Hierzu gehören beispielsweise ein Fällungsverbot von Alteichen, die Entnahme von Bäumen, die die Eichen bedrängen, sowie die Pflanzung von Eichen in ausgewählten Bereichen.

Dies dient nicht nur der Herausbildung naturnaher Waldflächen, sondern verbessert auch die Lebensraumstrukturen für Fledermäuse und für Vögel. Insgesamt werden 600 Eichen zusätzlich in den Waldbereichen gepflanzt sowie Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse aufgehängt.

Vernässung im Bereich des Bekassinenlochs bei Amöneburg

Im Bereich des Bekassinenlochs südöstlich von Amöneburg wurde im Zuge einer Vernässungsmaßnahme neuer Lebensraum unter anderem für den gefährdeten Kiebitz geschaffen.

Im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen wurden eine Flutmulde und vier flache Tümpel – sogenannte Blänken – hergestellt. In die Flutmulde wird der Lamborn-Bachlauf mit Hilfe einer kleinen Wehranlage umgeleitet und nach ca. 800 Meter neuem Verlauf an die Ohm angebunden. Die Blänken wurden als flache Mulden bis zu einer Tiefe von ca. 40 Zentimetern unter Geländeoberkante ausgeführt und füllen sich bei feuchter Witterung mit Wasser.

Es ist vorgesehen, den überwiegenden Bereich der Ausgleichsmaßnahmen am Bekassinenloch künftig mit Wasserbüffeln beweiden zu lassen.

Hintergrund

Insgesamt werden für den Neubau der A 49 zwischen der AS Schwalmstadt und dem Ohmtal-Dreieck in einem Umfang von ca. 750 Hektar Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen verwirklicht. Des Weiteren sorgen umfangreiche Auflagen gemäß der geltenden Verordnungen, Richtlinien und des Planfeststellungsbeschlusses für den Grundwasserschutz während der Bauzeit.

Die Inbetriebnahme der A 49 südlich der AS Schwalmstadt ist im Jahr 2024 geplant.

A 49: Ausgleichsmaßnahmen vorgestellt
DEGES-Umweltexperte Claus Rosenstein (l.) erläutert vor Pressevertretern Details zur Waldentwicklung