Deutschlands erste feuerverzinkte Stahlverbundbrücke, die die DEGES auf Grundlage eines Forschungsprojektes errichtet hat, überführt bei Eschwege (Hessen) einen Wirtschaftsweg über die spätere Autobahn A 44 von Kassel nach Herleshausen. Das Pilotprojekt gehörte dank innovativem Ansatz zu den Finalisten des diesjährigen Stahl-Innovationspreises, der am 13. Juni 2018 verliehen wurde.

Im Herbst 2016 wurde das rund 40 Meter lange Bauwerk fertiggestellt. Das Pilotprojekt soll aufzeigen, dass die Feuerverzinkung auch für den Einsatz an dynamisch belasteten Brückenbauteilen geeignet ist und einen wartungsfreien Korrosionsschutz über die Brückenlebensdauer von mindestens 100 Jahren erwarten lässt. Damit bietet das Projekt eine vielversprechende Alternative im Vergleich zu organischen Korrosionsschutzbeschichtungen, die erfahrungsgemäß nach spätestens 30 Jahren erneuert werden müssen.

Der Überbau des Einfeld-Bauwerks ist als Stahlverbundtragwerk konzipiert. Die Herausforderung: Aufgrund der begrenzten Längen der Zinkbäder im Werk ist die Herstellung der Feuerverzinkung für einen 35,6 Meter langen Stahlträger nicht möglich. Deshalb wurden die beiden Träger in jeweils drei Teilstücke geteilt, was die Behandlung im Verzinkungsbad ermöglichte. Der Zusammenbau und die Thermische Spritzverzinkung der Stoßbereiche erfolgten vor dem Einheben auf der Baustelle.

Die Kosten für die Feuerverzinkung sind nur geringfügig höher als für eine erste organische Beschichtung. In Anbetracht teurer Verkehrseinschränkungen aufgrund von Instandhaltungen eines konventionellen Korrosionsschutzes ist die Nachhaltigkeit einer Feuerverzinkung schon belegt. Zudem ist der Rohstoff Zink bei einem späteren Rückbau nahezu vollständig wiederverwertbar.

Mit der erfolgreichen Anwendung der Feuerverzinkung steht mittelfristig die Berücksichtigung in den Regelwerken in Aussicht. Derzeit ist für feuerverzinkte Brückenbauten in der Hoheit von Bund und Ländern noch eine Zustimmung im Einzelfall erforderlich.