Zu geführten Fachtouren über die Baustelle der Tank- und Rastanlage „Leubinger Fürstenhügel“ hatten die DEGES, die IBA Thüringen, die Shell Deutschland Oil GmbH und das Thüringische Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege am 30. Juni sowie am 7. und 14. Juli eingeladen. Der Leubinger Fürstenhügel ist eines der bedeutendsten Bodendenkmale Thüringens. In seiner unmittelbaren Nachbarschaft direkt an der Bundesautobahn A 71 entsteht als Projekt der Internationalen Bauausstellung Thüringen (IBA) eine zukunftweisende Tank- und Rastanlage.

Bemerkenswert ist das Projekt in mehrfacher Hinsicht. Von Beginn an wurde ein interdisziplinärer Planungsansatz verfolgt (Zusammenarbeit von Architekt, Landschaftsarchitekt und Kommunikationsdesigner bereits in der Wettbewerbsphase). Zugleich ist das Projekt ein sehr gutes Beispiel für eine öffentlich-private Partnerschaft. Im September 2017 erhielt die Shell Deutschland Oil GmbH den Zuschlag als Konzessionsnehmer der Tank- und Rastanlage. Shell setzt den Siegerentwurf des interdisziplinären Planungswettbewerbs und die Empfehlungen der IBA Thüringen um. Der Bund und das Land Thüringen komplettieren das Projekt durch die Herstellung der prämierten Außenanlagen. Der Bau der Tank- und Rastanlage begann im Oktober 2018.

Die Fachtouren begannen jeweils am Rastgebäude. Weitere Stationen waren das Tankfeld, die Landschaftsterrasse, der Gastraum des Rastgebäudes mit Empore sowie Zeitreiseweg und Fürstenhügel. Die Teilnehmer erfuhren Wissenswertes zum Bauablauf sowie zu den gestalterischen und funktionellen Aspekten, die für den Entwurf und die Einordnung des Tank- und Rastgebäudes wichtig waren – etwa die Inspiration durch das bronzezeitliche Langhaus von Dermsdorf sowie die Bezüge zum Leubinger Fürstenhügel. Außerdem wurde die geplante Ausstellung zur Aunjetitzer Kultur, zum Grabhügel und zur Geschichte der Region im Verbindungsgang des Gebäudes erläutert. Sie bildet gleichzeitig den Auftakt zum Zeitreiseweg in Richtung Grabhügel. Auch das landschaftliche Konzept für die Gesamtanlage wurde vorgestellt: Zum IBA-Projekt gehören neben dem bronzezeitlichen Grabhügel und dem Fußweg zwischen Hügel und Rastgebäude die Stellplätze der Rastanlage, das Tank- und Rastgebäude mit Wirtschaftshof sowie die ausgedehnten Freiflächen der Gesamtanlage. Hinzu kommen sogenannte Ausgleichsflächen, die als Kompensation für die Versiegelungen beim Autobahnbau ökologisch aufgewertet bzw. aufgeforstet werden. Nach einem kurzen Zwischenstopp am Rastgebäude, bei dem der künftige Gastraum und die Empore mit Blick zum Grabhügel besichtigt werden konnten, ging es über den in Abschnitten bereits fertiggestellten Zeitreiseweg hinauf zum Leubinger Fürstenhügel, dem größten weitgehend erhaltenen frühbronzezeitlichen Grabhügel Mitteleuropas. Seitens des Thüringischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie gab es hier umfangreiche Erläuterungen zur Geschichte des Grabhügels und seines Umfeldes.

Teilnehmer der Fachtouren waren insbesondere Vertreter und Projektbeteiligte der Stadt Sömmerda und des Landkreises, Pressevertreter sowie auch Mitarbeiter und Projektbeteiligte aus dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und dem Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr. An der IBA-Fachtour am 14. Juli nahmen zudem Vertreter des Kinder- und Jugendparlaments der Stadt Sömmerda teil.

Handout zu den IBA-Fachtouren (PDF, 12 MB)

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen finden Sie im Projekt:

A 71: Tank- und Rastanlage „Leubinger Fürstenhügel“