Daten und Fakten
- Gesamtlänge: ca. 17 km, sieben Anschlussstellen
- vordringlicher Bedarf für alle Bauabschnitte
- Querschnitt: vierstreifig, teilweise mit Standstreifen
Karte
Projektbeschreibung
Die A 281 stellt die nordwestliche Eckverbindung zwischen den vorhandenen Bundesautobahnen A 1 und A 27 auf bremischem Stadtgebiet dar. Sie dient der Entlastung der A 1, der A 27 und der städtischen Einfallstraßen. Durch die künftige Weserquerung der A 281 ergibt sich eine Verkehrsverbesserung für den gesamten nordwestdeutschen Raum, insbesondere im Einzugsbereich des Autobahnkreuzes Bremen. Ihre Verknüpfung mit dem internationalen Fernstraßennetz macht sie für die Entwicklung des Güterverkehrszentrums (GVZ), der Häfen und des Bremer Flughafens bedeutend.
Die Verkehrssituation in Bremen erforderte den Neubau der Umfahrung der Hansestadt: Der gesamte Verkehr zum und vom GVZ bewegte sich über die überbelastete B 75 oder über die Neuenlander Straße, wo der Schwerlastverkehr bereits einen Anteil von mehr als 15 Prozent am Gesamtverkehr erreicht hatte. Die Prognose für das Jahr 2030 lässt für die A 281 ein Verkehrsaufkommen (DTV) von täglich bis zu 55.000 Fahrzeugen erwarten.
Der Bau dieser innerstädtischen Autobahn ist eine Herausforderung an Planung und Realisierung, bei der neben technischen Fragestellungen insbesondere die Belange der Anwohner sowie des Umwelt- und Naturschutzes angemessen berücksichtigt werden müssen. Die A 281 schafft eine erhebliche innerstädtische Verbesserung entlang der Neuenlander und der Senator-Apelt-Straße. Sie eröffnet die Möglichkeit zur städtebaulichen Revitalisierung der an diese Straßenzüge angrenzenden Quartiere.
Die Realisierung der A 281 bedeutet die Lösung in den genannten Bereichen. Das Zusammenwachsen der Wirtschaftsräume wird die Region stärken und ihr neue Impulse geben.
Projektstand
Im Jahr 1983 erfolgte die Festschreibung der A 281 als Eckverbindung zwischen der A 1 und der A 27 im Flächennutzungsplan. Die Linienbestimmung erfolgte im darauffolgenden Jahr durch das Bundesverkehrsministerium. Der 1. Bauabschnitt zwischen der A 27 und der Hafenrandstraße liegt seit 1995 unter Verkehr. Die Bauabschnitte 2/1 und 3/1 wurden Ende Januar 2008, der Bauabschnitt 3/2 im September 2014 für den Verkehr freigegeben. Derzeit erfolgen die bauliche Umsetzung der weiteren Bauabschnitte 2/2 und 4 sowie der Anschluss der B 6n und B 212n an die A 281.
- BA 2/1: Bremen-Airport-Stadt – Warturmer Heerstraße
Länge: 3,3 km
Sachstand: Verkehrsfreigabe am 30. Januar 2008
- BA 2/2: Kattenturm – Bremen-Airport-Stadt
Länge: 1,9 km
Sachstand: Einreichung und Vorstellung RE-Entwurf beim BMVI im Juni 2013, Gesehenvermerk vom 24.10.2014, Einleitung Planfeststellungsverfahren im Mai 2015
Planfeststellungsbeschluss: 24. Mai 2019
Klageabweisung: 2. Juli 2020
Offizieller Baubeginn: 3. Dezember 2020
Voraussichtliche Fertigstellung: 2030
Ein erster Planfeststellungsbeschluss erfolgte im April 2009. Der Beschluss wurde beklagt und war nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes vom 24. November 2010 nicht vollziehbar. Daraufhin wurde in Bremen ein Runder Tisch zur Findung einer konsensfähigen und rechtssicheren Trassenführung eingesetzt. Das Ergebnis, die sogenannte Variante 4Süd, wurde zur Prüfung an das Bundesverkehrsministerium gesandt. Zudem wurde eine modifizierte Variante mit einem gegenüber der Vorzugsvariante des Runden Tisches verkürzten Tunnel untersucht. Diese als Variante 4Süd modifiziert bezeichnete Lösung wurde nach Abschluss der Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium im Juli 2012 dem Runden Tisch vorgestellt.
Im Oktober 2012 beschloss die Bremische Bürgerschaft die Variante 4Süd modifiziert als weiter zu verfolgende Variante. Auf dieser Grundlage erhielt das Bundesverkehrsministerium im Juni 2013 den technischen Entwurf zur Erteilung des Gesehenvermerks. Dieser liegt seit dem 24. Oktober 2014 vor. Im Mai 2015 begann das Planfeststellungsverfahren. Der Planfeststellungsbeschluss vom 24. Mai 2019 wurde beklagt, am 2. Juli 2020 wies das Bundesverwaltungsgericht die letzten Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss ab. Der Baubeginn erfolgte am 3. Dezember 2020 mit bauvorbereitenden Arbeiten.
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- BA 3/1: Warturmer Heerstraße – Strom
Länge: 2,4 km
Sachstand: Verkehrsfreigabe am 30. Januar 2008
- BA 3/2: Strom – Seehausen
Länge: 4,2 km
Baubeginn: April 2009
Sachstand: Verkehrsfreigabe am 29. September 2014
- BA 4: Weserquerung Bremen-Gröpelingen – Bremen-Seehausen
Länge: 4,9 km (davon 1.095 m Tunnel im Einschwimm-/Absenk-Verfahren)
Sachstand: Planfeststellungsbeschluss vom 30. Juni 2010 wurde beklagt, ein Teil der Klagen am 24. November 2011 vor dem BVerwG abgewiesen. Die zum Ruhen gebrachten Klagen wurden erfolgreich verhandelt. Die Einstellung in den Bundeshaushalt ist erfolgt. Das Verhandlungsverfahren für das Hauptbaulos wurde gestartet.
Baubeginn: 1. Spatenstich am 10.01.2019
Voraussichtliche Fertigstellung: Ende 2029 (abhängig von der Herstellungsmöglichkeit der Tunnelelemente)
Eine Verfassungsbeschwerde gegen die Planfeststellung Anfang 2016 nahm das Bundesverfassungsgericht nicht zur Entscheidung an.
Nach dem aktuellen Bundesverkehrswegeplan wird der Bauabschnitt 4 konventionell realisiert. Alle entschädigungsrechtlichen Aspekte sind abgearbeitet. Der Vorbehalt im Planfeststellungsbeschluss wurde mit einem ergänzenden Planfeststellungsbeschluss vom 1. März 2018 aufgelöst. Mit Verfügung vom 2. August 2018 wurde der Sofortvollzug wiederhergestellt. Ein offizieller Baubeginn fand am 10. Januar 2019 statt. Die Einstellung der Maßnahme in den Bundeshaushalt hat stattgefunden. Die Ausschreibungen zur Herstellung des Einschwimm- und Absenktunnels, der Tröge und Teile des Straßenbaus wurden am 30. Juni 2022 veröffentlicht, finale Angebote sollen bis Ende April 2023 vorliegen.
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Für die Menschen in und um Bremen werden die Arbeiten der DEGES am Bremer Wesertunnel jetzt noch ein Stück sichtbarer: Die Planungsgesellschaft setzt von Oktober an weitere Schritte der Baufeldvorbereitung am südlichen Weserufer um.
Warum müssen die Bäume gefällt werden?
Die Rodungen erfolgen, um das Baufeld für die anstehenden Kampfmittelräumungen begeh- und befahrbar zu machen. Die zukünftige Trasse muss für den Tunnelbau vollständig geräumt werden.
Wie und wo wird ein Ausgleich geschaffen?
Zum Bauende entstehen begrünte Wälle, die als Sicht- und Immissionsschutz für Licht, Lärm und Schadstoffe wirken. Darüber hinaus werden Mittelstreifen und Bankette mit Rasen bepflanzt.
In der Wesermarsch werden darüber hinaus großflächig auf 67,9 ha Grünlandbestände extensiviert – und damit die Lebensraumbedingungen für Wiesenvögel und der naturschutzfachliche Wert der Flächen verbessert. Zudem legt die DEGES ein Gelege- und Jungvogelschutzprogramm auf, um die Fortpflanzungserfolge seltener Wiesenvogelarten zu stärken. In der Wesermarsch entstehen Röhrichte, Gehölze und Kleingewässer, um neuen Lebensraum für diverse Arten zu schaffen und die naturschutzfachliche Wertigkeit der Flächen zu erhöhen.
Was geschieht mit dem abgetragenen Boden?
Für das überschüssige Bodenmaterial hat die DEGES ein schlüssiges Konzept – aus diesem entstehen begrünte Landschaftsbauwerke direkt neben der Trasse, die sowohl gestalterische als auch ökologische Ansprüche erfüllen und eine abschirmende Wirkung entwickeln. Umfangreiche Bodentransporte innerhalb Bremens werden damit vermieden.
Wie sieht es mit Lärmbelästigungen aus?
Über die sich im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften bewegenden Lärmemissionen hinaus wird es keinen zusätzlichen Lärm geben.
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Pressemitteilungen
Was passiert denn grad so auf der Baustelle?
Der Wesertunnel kommt – an dieser Stelle werden wir von sofort an in regelmäßigen Abständen vom Fortgang der Arbeiten berichten. Sehen Sie hier stets aktuelle Bilder und seien Sie über den Fortgang der Bauarbeiten immer auf dem neusten Stand. So bekommen Sie immer einen aktuellen Einblick in die Prozesse vor Ort und sehen selbst, wie der Autobahnring rund um Bremen Stück für Stück geschlossen wird.
November 2025: Judith, Martha und eine umverlegte Straße
Gestatten, wir sind die Neuen: Judith und Martha unsere Namen, Größe jeweils 120 Meter, Gewicht jeweils 22.000 Tonnen. Die ersten beiden Tunnelelemente haben ihrem Weg aus dem Kaiserdock in Bremerhaven nach Bremen Industriehafen gefunden!
Die Schlepper Fairplay 81 bis 83 haben sie sicher die knapp sechzig Kilometer über die Weser geleitet und auch die beiden Schleusen in Bremerhaven und Oslebshausen souverän gemeistert. Platz also im Dock für die nächsten beiden Elemente, die werden dann Ariel und Simon heißen. Und falls Sie sich jetzt fragen, wer sich diese putzigen Namen für die Kolosse ausgedacht hat: Das waren Kinder aus der Kita Seehausen. Und wenn Kinder das beschließen, dann werden wir nicht widersprechen…
Ein Termin im Übrigen, den sich auch die Bremer Verkehrssenatorin Özlem Ünsal nicht nehmen ließ. Bereichsleiterin Steffi Wulke-Eichenberg und Projektleiter Andreas Böddeker gaben einen Überblick zum Projektstand. Wir haben uns über den prominenten Besuch auf unserer Baustelle sehr gefreut.
Wer den Transport noch einmal nachverfolgen möchte, kann das tun – hier geht’s zum Video über Judiths und Marthas Reise:
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Springen wir noch kurz über die Weser – der Tunnel ist ja noch nicht ganz fertig 😉 – und schauen auf die Südseite: Am 5. November haben wir dort die provisorische Umfahrung an der Hasenbürener Landstraße unter Verkehr genommen. Das Provisorium wird für die kommenden zweieinhalb Jahre den Verkehr über die Baugrube führen. Für den Rad- und Fußverkehr haben wir einen getrennten und gesicherten Bereich ausgewiesen. Partielle Einschränkungen für die Anwohner sollten nunmehr der Vergangenheit angehören – und wir widmen uns weiter dem Aushub der Baugruben…
September 2025: Am Weserufer ist viel passiert
So, nu aber – wie versprochen gibt’s heute neue Bilder und Infos zu den laufenden Arbeiten an der späteren Autobahntrasse auf Bremer Gebiet.
Vielleicht noch einmal zu Einführung zwei Fotos, die den Trassenverlauf nördlich und südlich des Flusses ganz gut darstellen:
Die Uferwandarbeiten auf beiden Weserseiten sind aktuell in Ausführung, Auf der Nordseite sind die Arbeiten zu etwas mehr als der Hälfte abgeschlossen. Auf der Südseite haben wir mit den Vorarbeiten für die Uferwände begonnen. Das Bild zeigt den Ablauf der nun anstehenden Arbeiten an der Südseite.
Auf der Nordseite der Weser ist die Herstellung der Schlitzwände abgeschlossen. Nun kann mit der Herstellung der ersten Baugruben für den landseitigen Tunnelabschnitt inkl. des Portals begonnen werden. Die Baugruben werden in mehreren Abschnitten hergestellt, los geht’s im konventionellen Trockenaushub. In Abhängigkeit des Grundwasserstandes wechseln wir dann in den Nassaushub. Auf der Südseite wird die Hasenbürener Landstraße im Bereich des Übergangs vom Absenk- auf den vor Ort hergestellten Tunnel mithilfe zweier Behelfsbrücken über die Baugrube geführt. Den Fuß- und Radverkehr konnten wir so vom Autoverkehr trennen.
Im Oktober werden wir die betroffenen Anwohner im Portalbereich noch einmal auf unsere Baustelle einladen und ihnen das dann im Herbst und Winter Anstehende vor Ort erläutern. Sobald die informiert sind, finden Sie das dann auch wieder hier. Auf bald!
August 2025: Bremerhaven, zum Dritten…
Ups, und jetzt sind wir doch wieder in Bremerhaven, obwohl wir doch Neuigkeiten von der Tunnelbaustelle avisiert hatten. Die gibt’s auch – Anfang September…
Heute jedoch berichten wir von einem Meilenstein der Tunnelelementefertigung aus dem Kaiserdock der Lloyds Werft. Denn hier hat sich wahrhaft Bemerkenswertes zugetragen in den vergangenen Wochen: Die ersten beiden von sechs Tunnelelementen sind nämlich fertig betoniert; sie haben seit 18. August eine vollständige Decke. Allerdings: Wer nunmehr denkt prima, dann können die doch losschippern gen Bremen, der vergisst ein paar kleine Dinge, die noch fehlen. In den kommenden Wochen werden die Arbeiter die Elemente nämlich ausrüsten, mit Licht zum Beispiel – wär doch blöd, wenn’s am Ende dunkel bliebe im Tunnel. Dazu werden auch die Ballasttanks installiert; die werden später gerade mit so viel Wasser befüllt, dass die Tunnelteile beim Transport aus dem Fluss lugen und ihren Weg nicht als U-Boot antreten.
Auch von außen steht noch jede Menge Kosmetik an: So bekommen die jeweils 120 Meter langen Elemente etwa Aufhängeösen, die ein späteres Vertäuen an die Schlepper ermöglichen. Und wenn das alles fertig ist, bauen wir noch die Schottwände an den Ein- und Ausgängen ein. Später, wenn die Elemente in die Tunnelrinne der Weser abgesenkt und mit ihren Geschwistern zusammengefügt werden, dann kommen diese Wände wieder weg. Soll ja auch nicht so sein, dass der Autofahrer gegen die Wand fährt, und das gleich mehrfach…
Und Anfang September gibt’s Neues von der Tunnelbaustelle. Versprochen.
Juni 2025: Sommer an der See
Na klar, der Tunnel entsteht in Bremen, aber weil’s einfach so beeindruckend ist, machen wir heute noch einmal einen kurzen Ausflug an die Nordseeküste. Die zukünftigen Tunnelelemente 4 und 5, die im übernächsten Jahr als erste in der Weser abgesenkt werden, nehmen nämlich langsam Form an. Ach was, schnell nehmen sie Form an – beide Röhren sind zu erkennen, die Seitenwände und die Mittelwand stehen, die Tunneldecke ist gegossen, und die großen, auf Schienen laufenden Schalwagen stehen bereit, die jeweiligen Endsegmente auch noch zu betongießen.
Im Oktober sollen beide Tunnelsegmente dann eingeschwommen werden und anschließend ihre Reise auf der Weser in Richtung Bremen antreten, wo sie dann zwischengelagert und weiter ausgestattet werden. Abgesenkt wird erst nach Fertigung aller sechs Tunnelelemente, damit dieser Arbeitsgang kompakt innerhalb weniger Wochen erfolgen kann. Und versprochen, den nächsten Eintrag gibt’s zeitnah dann wieder direkt von der Tunnelbaustelle.
Februar 2025: Wieder in Bremerhaven
Heute haben wir noch einmal einen Abstecher nach Bremerhaven gemacht, einfach weil’s so imposant ist: Im Kaiserdock der dortigen Lloyds-Werft nehmen die ersten beiden Tunnelelemente nämlich zunehmend Gestalt an: Etliche der Sohlen sind bereits gegossen, und in der Mitte ist zu erkennen, dass auch die ersten Mittelwände bereits in die Höhe ragen. Für die nächsten steht schon die Schalung.
Wenn die beiden Elemente fertig sind, wird das Dock im Sommer geflutet, und zwei Tunnelröhren im Rohbau von jeweils 120 Metern Länge, einer Breite zwischen 30 und 32 Metern und acht bis 9,30 Meter Höhe machen sich dann auf den Weg stromabwärts nach Bremen, wo sie für das Einschwimmen ausgerüstet werden. Und noch eine Zahl zum Schluss: Das Element 5 etwa, das den Anfang machen wird, wiegt ohne Ballast 19.800 Tonnen – und kann dennoch schwimmen. Ein Hoch auf die Physik!
Januar 2025: Im Süden viel Neues
Die Tunnelarbeiten nehmen allerorten Fahrt auf: Spezialschiffe bereinigen im Nieselregen des trüben Januarmorgens von der Oberfläche aus den Grund des Weser, dort, wo in zwei Jahren die Arbeiten für den Nassaushub der späteren Tunnelrinne beginnen sollen.
Derzeit erfolgt die Erstellung der Tunnel- und Trogstrecken in traditionell offener Bauweise in tiefen Baugruben, die von rückverankerten Schlitz-, Spund- und Bohrpfahlwänden geschützt werden. Momentan spielt die Musik eher auf der Südseite: Auch wenn es dort auf den ersten Blick noch ein wenig so aussieht wie bei OBI im Außenbereich, so wächst das Baufeld Süd doch kontinuierlich und nimmt immer mehr die Konturen des späteren Trassenverlaufs an.
Weitere Fotos zeigen die Baugrube S1 mit Querschott sowie die aktuellen Arbeiten an der Absenkrinne sowie zur Vorbereitung der Schlitzwandbetonage.
Baugrube S 1 mit Querschott 0226 Schlitzwandarbeiten Absenkrinne Süd 0233 Vorbereitung Schlitzwandbetonage 0210
Dezember 2024: Außenposten Bremerhaven
Heute haben wir einen Ausflug nach Bremerhaven gemacht, in das Trockendock der dortigen Werft. Und das aus gutem Grund, denn an einem solchen Ort können nicht nur neue Schiffe gebaut werden, sondern auch Elemente für den Tunnelbau. Große Elemente, um genau zu sein.
Sehr große, wie man hier sehen kann.
Sechs Absenkelemente werden entstehen, an den ersten beiden sind die Arbeiter bei – wenn die fertig sind, haben sie noch sechzig Kilometer weseraufwärts vor sich, wo sie für den Prozess des Absenkens final ausgerüstet werden. Das dauert aber noch, denn der Nassaushub des Absenkgrabens und das anschließende Absenken der Elemente liegt erst 2027 an. Was bis dahin so passiert, davon berichten wir im kommenden Monat.
November 2024: Am Ufer angekommen
Gebuddelt wird ja schon eine gefühlte Ewigkeit, aber inzwischen bauen wir nahe am Wasser: Der lang erwartete Wesertunnel rückt immer mehr in greifbare Nähe. Während die vergangenen Jahre ganz im Zeichen der Baufeldvorbereitung und vor allem Kampfmittelräumung auf dem Industriegelände am nördlichen Weserufer standen, hat der Auftragnehmer Wayss & Freytag inzwischen an beiden Flussufern respektable Baustellen eingerichtet – und bereitet im Schnelldurchgang die Errichtung der Portale und Trogbauwerke sowie der späteren Strecke vor.
In den vergangenen Monaten haben wir viele Kilometer Leitungen umverlegt, ein neues Sicherungsbauwerk für das Parallelgleis der AMB sowie einen temporären Bahnübergang und darüber hinaus Verbindungsstraßen, temporäre Lärmschutzanlagen und eine Wasseraufbereitungsanlage errichtet. An sieben Messstellen laufen regelmäßige Erschütterungsmessungen – weil’s stabil werden soll. Jetzt aber geht’s langsam ans Eingemachte. Und darüber werden wir an dieser Stelle stets aktuell berichten.
Immer auf dem neuesten Stand
In unserem Bautagebuch berichten wir in regelmäßigen Abständen vom Fortschritt beim Bau des Abschnitts 2/2 am Flughafen.
November 2025: Am Boden
Wenn Tunnelelemente ein paar Kilometer weiter die Weser entlangschwimmen in Richtung Abschnitt 4, dann gerät der Abschnitt 2/2 am Flughafen gern mal außerhalb des Blickfelds. Zu Unrecht, denn hier hat sich in den vergangenen Monaten wieder allerhand getan.
Nein, Asphalt gibt es immer noch nicht zu sehen, aber am Boden passiert ansonsten jede Menge: Zuallererst muss der so hergerichtet werden, auf dass er die Straße und ihre Benutzer später auch tragen kann. Wir verbessern an vielen Stellen grad den Boden, und mancherorts sieht es doch schon richtig gemütlich aus, oder? Auch die Auflast für den Streckenbau sind wir bereits angegangen. Wenn die Reifenspuren des schweren Baugeräts nicht wären, dann könnte man das doch glatt für eine große Sandkiste halten…
Ein bisschen wie die Terrakotta-Armee aus der Zeit der Streitenden Reiche kommen die Stützfundamente daher. Zugegeben, ein wenig merkwürdig sehen sie aus, sind aber für die Stabilität des großen Ganzen unverzichtbar.
Die Herstellung des Trogs für den Tunnel im Westen bleibt weiterhin eine feuchte Angelegenheit, aber auch sie geht voran. Und was für den Westen gilt, das gilt auch im Osten: Hier wird das Teilstück mit einer Brücke an den bereits unter Verkehr befindlichen Abschnitt angeschlossen. Bei deren Widerlager sind wir ebenfalls schon am Start.
September 2025: Unter Wasser
Heute tauchen wir mal ab. Nein, nicht gleich in die Weser, sondern die Baugruben des Trogbauwerks West. Hier haben wir nämlich Mitte September innerhalb von 18 Stunden den ersten Teil der Unterwasserbetonsohle im Baudock 1 betoniert. 1.900 m³ Kubikmeter Beton verschwanden dabei unter Wasser, so dass Spötter meinen könnten, da passiere doch überhaupt nix .
Das Gegenteil ist natürlich richtig, nach Herstellung der Spundwände war diese Unterwasserbetonage ein erster Meilenstein auf dem Weg zu einem leistungsfähigen Trogbauwerk. Und das kommt richtig mächtig daher – Die Sohlendicke beträgt solide einen Meter zwanzig…
Juli 2025: Von Wänden und Kanälen
O.k., die Fahrbahn liegt noch nicht, aber das war bis zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht unser Anspruch. Und doch hat sich auf der Baustelle wieder eine Menge getan. Zum Beispiel bei den Kollegen von Airbus vor der Haustür – das Widerlager der späteren Brücke ist zu erkennen, und auch die Stützwand nimmt deutlich Form an. Gut, das sieht da gelegentlich noch aus wie bei OBI im Außenbereich, aber das wird…
Auch die Stützwand zur Neuenlander Straße kann man inzwischen als solche wahrnehmen.
Am anderen Ende der Baustelle, wo die Fahrbahn später in einem Tunnel verschwinden wird, hat der Unterwasseraushub für eben diesen begonnen – mit dem Resultat, dass hier eine temporäre Kanallandschaft entstanden ist, deren Antlitz sich nahezu täglich ändert.
Mai 2025: Stützwände und Widerlager
Es bleibt Stückwerk, jeder werkelt ein wenig, wo grad Platz ist, und Struktur hat das auch nicht – so sieht es für den Laien aus. Der Fachmann jedoch sieht: Die haben einen Plan hier, einen ziemlich guten sogar. Und das stimmt genau – hinten, an der Neuenlander Straße, sind die Bohrpfähle inzwischen in der Erde, und wir haben mit der Herstellung der Stützwände parallel zum Straßenverlauf begonnen.
Am anderen Ende der Baustelle, dort, wo später einmal eine Brücke stehen und den Abschnitt an den Autobahnring anschließen wird, ist derweil die erste Baugrube für das Widerlager entstanden. Nur wenig später folgte das Fundament, so dass auch hier der Bau ganz allmählich sichtbar wird.
Es bleibt, sagen wir, herausfordernd, in unmittelbarer Nähe von Flughafen, Großmarkt und natürlich den Anwohnern zu bauen, alle haben ihre vitalen Interessen, die wir zu berücksichtigen haben. Bislang ist die Nachbarschaft eine gute, die akzeptieren uns. Wir werden alles dafür tun, dass das auch fürderhin so bleibt.
April 2025: Bodenaushub, Bohrpfähle, Spundwände
So richtig nach Autobahn sieht’s immer noch nicht aus, aber dennoch: Auf dem Baufeld tut sich dieser Tage jede Menge – einiges davon jedoch unter Normal Null…
Zum Beispiel bei den Spundwandarbeiten für den Tunnel: Hier hat der Bodenaushub begonnen, und auch die Verankerung der Unterwasserbetonsohle des Tunnel haben wir bereits angepackt.
Parallel dazu kamen die Bohrpfähle für die Stützwände nahe Flughafen, Metro und Neuenlander Straße in die Erde. Das alles war für einige der betroffenen Anwohner ungefähr so attraktiv wie eine Wurzelbehandlung beim Dentisten, dem gerade das Anästhetikum ausgegangen ist. Vielen Dank, liebe Anwohner, für eure Geduld und viele verständnisvolle Gespräche während der Behandlung! Zum Hintergrund: Ob der Sicherheitsbestimmungen in der Einflugschneise mussten wir die Arbeiten während der flugfreien Zeit, also nachts, durchführen.
Auch die Bohrpfähle für die spätere Brücke am anderen Ende der Baustelle sind inzwischen in der Erde. Wir arbeiten mit Vollgas weiter – und in nicht allzu ferner Zeit wird das dann auch nach Autobahn aussehen, versprochen.
Januar 2025: Die Erde richten
So langsam sieht’s doch richtig nach Baustelle aus, oder? Und doch mag der Laie sagen: Seit vier Jahren bauen die schon, und die Straße ist immer noch nicht zu sehen.
Das stimmt natürlich, hat aber ebenso seinen Grund: Zunächst galt es, das Baufeld vorzubereiten, zu roden, Kampfmittel zu räumen (davon gab es reichlich), sich Platz zu schaffen: Teile der heutigen Baustelle liegen auf Gelände, das vor ein paar Jahren noch dem Bremer Flughafen gehörte. Ein Trafohäuschen musste deshalb neu hergerichtet werden, eine quer unter der späteren Fahrbahn laufende Schmutzwasserleitung ist zu erneuern. Und der Baugrund dergestalt zu verdichten, dass er die Autobahn später auch trägt.
Und so kommen die Arbeiten jetzt in die Gänge. Derzeit setzt der Auftragnehmer etwa die Bohrpfähle für die späteren Schallschutzwände sowie die Gründung des späteren Brückenbauwerks auf Höhe der Metro. Am anderen Ende der Trasse, dort, wo die Autobahn in einen Tunnel mündet, entstehen die Spundwände für dessen spätere Baugrube. Und in der Mitte, die Autobahn verläuft hier ganz normal ebenerdig, wird der Boden für die spätere Trassierung der Fahrbahn bereitet.



















































































