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B 101/B 169: Ortsumgehungen Elsterwerda/Plessa In Planung

Die Orte Elsterwerda und Plessa sollen mit den neuen Linien der Bundesstraßen B 101 und B 169 umfahren werden.

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Daten und Fakten

  •  Umfahrungen der Orte Elsterwerda und Plessa

Aktuelle Informationen und Dialogangebote

Das Fernstraßen-Bundesamt hat mit Schreiben vom 18. Juni 2021 die Linienführung der Vorzugsvariante bestimmt. Weitere Informationen finden Sie in dieser Newsmeldung.

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Projektbeschreibung

Bereits seit rund 25 Jahren gibt es den Plan, die beiden Orte Elsterwerda und Plessa mit neuen Linien der Bundesstraßen B 101 und B 169 zu umfahren. Die DEGES hat die im vordringlichen Bedarf des aktuellen Bundesverkehrswegeplans enthaltenen Projekte B 101 OU Elsterwerda, B 169 OU Plessa und B 169 OU Elsterwerda 2016 übernommen.

Vorteile für die Anwohner und Verkehrsteilnehmer

  • Entlastung der Städte Elsterwerda und Plessa vom Durchgangsverkehr
  • Verbesserung der Lebensqualität und Verkehrssicherheit in den Ortskernen
  • Verkürzung der Fahrzeiten aus der Region in die Metropole Berlin und das Oberzentrum Dresden
  • Verbesserung der Anbindung der Region an die umliegenden Städte und die Autobahn A 13

Zeitplan

Erarbeitung der Entwurfsunterlagen

Nach der Linienbestimmung durch das BMVI erarbeitet die DEGES die Entwurfsunterlagen.

Linienbestimmung durch das Fernstraßen-Bundesamt

Projektübernahme durch DEGES

Aufgabe der DEGES: Aktualisierung der bestehenden Planungen, Kartierungen und Gutachten

Projektstand

Die DEGES hat die im Bundesverkehrswegeplan als Projekte des vordringlichen Bedarfs eingestuften Projekte im Jahr 2016 übernommen. Von 2016 bis 2020 wurden die bestehenden Planungen, Kartierungen und Gutachten aktualisiert. Im Jahr 2020 hat die DEGES den Antrag auf Linienbestimmung beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zur Prüfung eingereicht.

Die Varianten der Linienbestimmung

Die Linien zeigen die verschiedenen Varianten der geplanten Ortsumgehungen, die durch die DEGES im Rahmen der Linienbestimmung geprüft und abgewogen wurden. Bildnachweis: Johanssen + Kretschmer
Die Linien zeigen die verschiedenen Varianten der geplanten Ortsumgehungen, die durch die DEGES im Rahmen der Linienbestimmung geprüft und abgewogen wurden. Bildnachweis: Johanssen + Kretschmer

Die DEGES realisiert die drei Abschnitte der Ortsumgehungen Elsterwerda/Plessa als Gesamtprojekt. Da die drei Abschnitte sehr nah beieinander liegen, wurden im Rahmen der Linienbestimmung auch die verschiedenen Varianten der Linienführung sowie ihre Auswirkungen, beispielsweise auf die Anwohnerinnen und Anwohner, zusammenhängend untersucht.

Für den Abschnitt B 169 Ortsumgehung Elsterwerda wurde die Variante C 1 als Vorzugsvariante ermittelt. Die Variante C 1 ist mit deutlich weniger Umweltbeeinträchtigungen verbunden als die Variante C 2.

Für den Abschnitt B 101 Ortsumgehung Elsterwerda hat sich die Variante A 2 in der Abwägung als Vorzugsvariante ergeben. Sie hat in der Summe die geringsten Umweltauswirkungen und ist hinsichtlich wirtschaftlicher, entwurfs- und sicherheitstechnischer Aspekte die günstigste Variante.

Für den Abschnitt B 169 Ortsumgehung Plessa wurde die Nordvariante B 2.1 als Vorzugsvariante vorgeschlagen. Nur bei dieser Lösung gelingt es, eine Bündelungswirkung zwischen zwei Verkehrstrassen zu erreichen, den Freiraum weitestgehend zu schonen und die bestehende Wohnbebauung zu erhalten. Gegenüber der Variante B 3 des Raumordnungsverfahrens wurde die Lage der Trasse so angepasst, dass keine Wohnhäuser abgerissen werden müssen.

Im Bereich der Siedlung Waldeslust soll die neue Bundesstraße direkt entlang der bestehenden Bahnstrecke geführt werden. Die Trasse liegt überwiegend auf der heute brachliegenden Fläche des ehemaligen Werksgleises. Die angrenzenden privaten Grundstücke werden nur zu einem kleinen Teil in Anspruch genommen. Für die Anwohnerinnen und Anwohner soll es Lärmschutz geben.

Auch im weiteren Streckenverlauf sollen die Auswirkungen auf die anliegenden Grundstücke so gering wie möglich gehalten werden.

Das Fernstraßen-Bundesamt hat den Antrag auf Linienbestimmung geprüft und mit Schreiben vom 18. Juni 2021 bestätigt.

Die nächsten Schritte

Aktuell erarbeitet die DEGES die Entwurfsunterlagen als Grundlage für die Planfeststellung.

Fragen-Antworten-Katalog zu den Ortsumgehungen Elsterwerda/Plessa

Hier finden Sie ausgewählte Fragen der Anwohnerinnen und Anwohner und die Antworten der DEGES zu den B 101/B 169 Ortsumgehungen Elsterwerda/Plessa.

Was hat sich seit dem Raumordnungsverfahren verändert, dass die DEGES nun in der Linienbestimmung zu einer anderen Variantenempfehlung kommt?

Die Straßenbauverwaltung hat bereits im Raumordnungsverfahren die Trassenführungen empfohlen, die auch Ergebnis der DEGES-Untersuchungen zur Linienbestimmung sind.
Die Landesplanerische Beurteilung als Abschluss des Raumordnungsverfahrens ist dem nicht gefolgt. Sie legt sich jedoch nicht definitiv auf eine Vorzugslösung fest, sondern bewertet vor allem die verschiedenen Varianten und beschreibt, unter Berücksichtigung welcher Maßgaben und Grundsätze der Landesplanung eine Vereinbarkeit mit den Zielen der Raumordnung hergestellt werden kann.
Dem folgend hat die DEGES seit 2016 Trassenoptimierungen der verschiedenen Varianten geprüft, die Planungsgrundlagen aktualisiert und eine Vielzahl an Planungen und Untersuchungen vorgenommen, um das Vorhaben mit den Zielen und Maßgaben der Raumordnung in Übereinstimmung zu bringen. Priorität hatten die Vermeidung der Inanspruchnahme von Wohnbebauung, die Reduzierung der Inanspruchnahme und Zerschneidung von Freiräumen durch Trassenbündelung mit der Bahn bzw. mit dem Hochwasserschutz und die Reduzierung der Inanspruchnahme hochwertiger Biotope und Tierlebensräume.
Darüber hinaus haben sich mit Inkrafttreten des aktuellen Landesentwicklungsplanes Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg (LEP HR) in 2019 die Grenzen des landesweiten Freiraumverbundes geändert. Damit ist die Südumfahrung die einzige Trassenvariante der Ortsumgehung Plessa, die den Freiraumverbund zerschneidet und damit gemäß LEP HR unzulässig.

Wie werden die Schutzgüter und Kriterien in der Linienbestimmung gewichtet? Muss nicht das Schutzgut Mensch über allen anderen stehen?

Die Schutzgüter sind im Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung festgelegt.
Hinsichtlich der Umweltauswirkungen werden alle Schutzgüter unter Berücksichtigung von Wechselwirkungen untereinander getrennt betrachtet. Grundsätzlich werden zunächst alle Schutzgüter gleich gewichtet.
Der Fokus des Variantenvergleichs für die Ortsumgehungen Elsterwerda/Plessa liegt auf den Schutzgütern Mensch (Wohnumfeld, möglicher Gebäudeverlust, Verlärmung usw.), Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt (u. a. Betroffenheit von Natura-2000-Gebieten, arten-schutzrechtliche Betroffenheiten, Zerschneidungswirkung), Fläche und Boden (u. a. Neuversiegelung, Verlust landwirtschaftlich genutzter Flächen und Standorte, Altbergbau) sowie Wasser (u. a. Querung von Gewässern, Hochwasserschutz). Als nicht entscheidungserheblich werden die Schutzgüter Luft, Klima, Landschaft, kulturelles Erbe und sonstige Sachgüter eingestuft. Für diese Schutzgüter sind keine größeren Konflikte zu erwarten. Es bestehen auch kaum Unterschiede zwischen den Varianten. Die Auswirkungen der verschiedenen Varianten auf die Schutzgüter werden qualitativ und quantitativ miteinander verglichen. Für die einzelnen Schutzgüter entsteht dabei eine Reihenfolge der Verträglichkeit der einzelnen Varianten und jeweils eine schutzgutbezogene Vorzugsvariante. Im Anschluss wird aus diesen schutzgutbezogenen Vorzugsvarianten eine Gesamtvorzugsvariante ermittelt. Bei der Abwägung wird auch berücksichtigt, mit welcher Intensität die Varianten das jeweilige Schutzgut beeinträchtigen und inwieweit negative Auswirkungen einer Variante auf ein Schutzgut durch Schutzmaßnahmen gemindert werden können.
Für die Ortsumgehung Plessa wird dabei dargelegt, dass durch Schutzmaßnahmen eine Beeinträchtigung des Schutzguts Mensch gemindert werden kann, während Schutzmaßnahmen für das Schutzgut Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt (insbesondere für den Kranich) deutlich aufwendiger wären.

War die DEGES für die Planung vor Ort in Elsterwerda und Plessa oder wurde diese vollständig aus Berlin ausgeführt?

Das Planungsteam der DEGES sowie auch alle beauftragten Ingenieur- und Planungsbüros waren mehrfach vor Ort. Sie haben sich intensiv mit den Schwerpunkten und Konfliktpunkten der Planung beschäftigt. Die örtlichen Verhältnisse, auch und insbesondere in der Siedlung Waldeslust, sind den Planern und Experten genau bekannt.

Müssen Wohngebäude oder andere bauliche Anlagen im Privatbesitz für den Bau der Trasse abgerissen werden?

Wohngebäude müssen für keine der drei Ortsumgehungen abgerissen werden.
Für die B 169 Ortsumgehung Plessa werden gemäß aktuellem Planungsstand voraussichtlich Eingriffe in einzelne Kleingärten am Floßgraben erforderlich. In der Siedlung Waldeslust sind einzelne Nebengebäude betroffen. Im Gewerbegebiet westlich der Siedlung Waldeslust wird der Abriss einer Halle erforderlich.

Wird durch die Strecke eine Überbauung von Altbergbaugebieten erfolgen, und wenn ja, stellt dies eine Gefahr für die Stabilität der Straße oder der Umgebung dar?

Die geplante Verkehrsanlage der B 169 Ortsumgehung Plessa wird abschnittsweise durch Altbergbaugebiete geführt.
Eine Bestandsaufnahme wurde anhand einer Bergschadenkundlichen Stellungnahme durchgeführt. Die vorhandene Situation wurde nach aktuellen Erkenntnissen qualitativ und quantitativ bewertet. Angepasst an die aktuelle Planungsstufe wurde ein Sanierungs- und Sicherungskonzept entwickelt und in die Variantenabwägung einbezogen.
Die tatsächlichen Sicherungsmaßnahmen werden auf Grundlage weiterer Untersuchungen in der nächsten Planungsstufe ermittelt.

Welcher Lärmschutz ist geplant und wie hoch werden die Lärmschutzwände sein?

Lärmschutzmaßnahmen werden voraussichtlich für Einzelgebäude in Kahla und in Plessa im Bereich der Siedlung Waldeslust sowie für die Siedlung Heimat erforderlich. Im Bereich Waldeslust würden ggf. zu errichtende Lärmschutzwände erstmalig die Bahnstrecke Falkenberg – Horka abdecken. Die Bahnstrecke wird bereits heute stark vom Güterverkehr genutzt. Sie wird auch zukünftig eine der Hauptstrecken im paneuropäischen Ost-West-Güterverkehr sein. Art und Umfang der Lärmschutzmaßnahmen werden in der nächsten Planungsstufe festgelegt.

Welche Rolle spielt der Hochwasserschutz bei der Nordvariante?

Die DEGES hat den Hochwasserschutz auch für die Nordvarianten untersucht. Dabei wurde geprüft, wie im Südraum im Umfeld der Schwarzen Elster Maßnahmen des Hochwasserschutzes umgesetzt werden können, wenn die Ortsumgehung dort nicht gebaut wird und damit keine Bündelung aus Straßenbau und Hochwasserschutz möglich ist. Hierfür wurden verschiedene Varianten geprüft und mit dem für Hochwasserschutz zuständigen Landesamt für Umwelt abgestimmt. Der Hochwasserschutz wurde auch für die Nordvarianten in die Variantenabwägung sowie die Kostenschätzung einbezogen.

Welche Auswirkungen hat die Planung auf die Verbindungswege sowie die Fuß- und Fahrradwege entlang der Trasse?

Die Planung zur Neuordnung des nachgeordneten Wegenetzes ist noch nicht abgeschlossen. Grundsätzlich geht die DEGES davon aus, dass alle vorhandenen Wegebeziehungen erhalten bleiben. Genauere Aussagen hierzu sowie zu den Fuß- und Radwegen sind erst im Zuge der weiteren Planung möglich.

Welche Schutzgebiete und insbesondere Waldflächen werden für die Nordvariante in Plessa in Anspruch genommen und wie wird die Inanspruchnahme kompensiert?

Der vorhandene Naturpark wird von allen Varianten gleichermaßen in Anspruch genommen. Das vorhandene Landschaftsschutzgebiet wird durch die Nordvariante nur tangiert. Die FFH-Gebiete liegen im Nordraum weiter entfernt von der Vorzugsvariante. Die Inanspruchnahme von Wald wurde bei allen Varianten berücksichtigt. Die Nordvariante Plessa nimmt nach dem derzeitigen Stand der Linienbestimmung im gesamten Streckenverlauf etwa 10,6 Hektar Waldfläche in Anspruch.
Die Südumfahrung nimmt im Gegensatz dazu deutlich mehr Offenland und landwirtschaftliche Nutzfläche in Anspruch.
Nach dem Landeswaldgesetz werden zum Ausgleich der Waldverluste entsprechende Ersatzaufforstungen vorgenommen. Oder es wird im weiteren Planungsverfahren ein entsprechender Waldausgleich sichergestellt.

Kann der längst überfällige Bau der drei Teile der Ortsumgehungen durch Klagen in einem Teilabschnitt verschoben oder sogar verhindert werden?

Die DEGES beabsichtigt, für die drei Teilabschnitte drei voneinander getrennte Planfeststellungsverfahren einzuleiten. Diese Verfahren können unter Umständen unterschiedlich lange dauern, beispielsweise wenn es in einem Abschnitt Klagen gibt und in einem anderen nicht. Es muss jedoch immer sichergestellt werden, dass die Gesamtlösung aus den drei Abschnitten verkehrlich, wirtschaftlich und mit Blick auf die Schutzgüter umsetzbar ist. Das bedeutet auch, dass Klagen an einer Stelle Auswirkungen auf andere Abschnitte haben können.

Digitale Informationsveranstaltung am 18. März 2021

Alle Interessierten waren eingeladen zur digitalen Informationsveranstaltung zum Stand der Planung für die Ortsumgehungen B 101/B 169 Elsterwerda/ Plessa eingeladen. Wir haben vorgestellt, wie wir bei der Planung der Ortsumgehungen Elsterwerda/Plessa vorgehen, wie die Abwägung im Rahmen der Linienbestimmung erfolgt ist und haben den aktuellen Stand diskutiert.

Studioansicht Informationsveranstaltung
Zum Schutz der Gesundheit wurde die Informationsveranstaltung digital durchgeführt. | Bildnachweis: Saskia Uppenkamp

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Präsentation der Informationsveranstaltung vom 18. März 2021

Die DEGES hat am 18. März 2021 eine digitale Informationsveranstaltung zu den Ortsumgehungen Elsterwerda/Plessa durchgeführt. Die Präsentation steht hier zum Download bereit.

Flyer

Die DEGES hat im Vorfeld der digitalen Informationsveranstaltung im März 2021 einen Flyer über das Projekt erstellt. In diesem ist ein Überblick über die Varianten abgebildet, die im Rahmen der Linienbestimmung geprüft und abgewogen wurden. Der Flyer steht hier zum Download bereit.

Präsentation

Die DEGES hat am 23. August 2017 auf einer Veranstaltung des Brandenburger Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) in Elsterwerda vor rund 40 Interessenvertretern über Historie, aktuellen Stand und die nächsten Schritte für die Ortsumgehung berichtet. Die Präsentation steht hier zum Download bereit.

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