Daten und Fakten
- Gesamtlänge Ausbau: ca. 36,8 km
- Bauwerke (Ersatz- und Neubau):
- 51 Brücken
- 29 Regenrückhalte- bzw. -klärbecken
- 31 Verkehrszeichenbrücken
- 16 hochabsorbierende Lärmschutzwände (gesamt rund 6,5 km)
- 4 Lärmschutzwälle in Kombination mit Lärmschutzwänden (gesamt rund 2,5 km)
- Erweiterung von fünf bestehenden PWC-Anlagen und Neubau einer zusätzlichen PCW-Anlage Meastruper Brook (West)
- Verkehrsbelastung 2030: Werktags 75.000 Kfz/24 h mit 25 Prozent Lkw-Anteil
- Besondere Herausforderung: Bauen unter Verkehr
Verkehrshinweise
Von Montag, 13. Oktober 2025, 7 Uhr, bis voraussichtlich Freitag, 12. Juni 2026, 7 Uhr, wird der Rastplatz Sonnenhügel im Zuge der A 1, in Fahrtrichtung Bremen, voll gesperrt.
Des Weiteren werden die Wirtschaftswege Sonnenhügeldamm sowie Overbecker Weg in Höhe der Autobahn A 1 von Montag, 13. Oktober 2025, bis voraussichtlich Samstag, 6. Juni 2026, voll gesperrt. Grund ist der Abbruch sowie Ersatzneubau beider Wirtschaftswegbrücken, die über die Autobahn A 1 führen.
Umleitungsstrecken werden frühzeitig eingerichtet. Die Ausweichroute für das Bauwerk Sonnenhügeldamm verläuft über die Wechterstraße, Saerbecker Damm und Brookhaarweg. Die Umleitungsstrecke für das Bauwerk Overbecker Weg führt über die Tecklenburger Straße/L597.
Im kommenden Jahr wird die A 1 jeweils im März und Mai 2026 kurzzeitig voll gesperrt werden, um die vorgefertigten Überbauträger einzuheben und die Kappenschalung zurückzubauen. Die planmäßige Bauzeit für beide Ersatzneubauten beträgt sechs Monate nach Abbruch.
Karte
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Weitere InformationenProjektbeschreibung
Die Autobahn A 1 ist eine zentrale Nord-Süd-Verkehrsachse im deutschen Fernstraßennetz und Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes. Neben ihrer großräumigen, überregionalen Verkehrsbedeutung übernimmt die A 1 auch wichtige regionale Verbindungsfunktionen: Sie sichert zahlreiche Fahrbeziehungen zwischen Münster (Nordrhein-Westfalen) und Osnabrück (Niedersachsen) für Pendler- und Wirtschaftsverkehre.
Das Verkehrsaufkommen auf der A 1 ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Bis zum Jahr 2030 wird eine weitere Zunahme erwartet: Bis zu 75.000 Fahrzeugen werden den Verkehrsprognosen des Bundes nach zukünftig im Abschnitt zwischen der Anschlussstelle (AS) Münster-Nord und dem Autobahnkreuz (AK) Lotte/Osnabrück unterwegs sein. Rund ein Viertel dieser Fahrzeuge werden Lkw sein.
Zwischen der AS Münster-Nord und dem AK Lotte/Osnabrück ist die Strecke heute größtenteils vierstreifig. Die vorhandenen Fahrstreifen reichen nicht aus, um den Verkehr der Zukunft sicher und flüssig abzuwickeln. Mit dem Ausbau des rund 40 Kilometer langen Streckenabschnitts auf insgesamt sechs Fahrstreifen kann ein Nadelöhr auf der A 1 beseitigt werden.
Aufgrund des sechsstreifigen Ausbaus ändert sich der Autobahnquerschnitt und insgesamt 51 bestehende Brückenbauwerke müssen ersetzt werden. Die Errichtung von Ersatzneubauten nach heutigen Standards ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die A 1 langfristig befahrbar und leistungsfähig bleibt.
Durch die Umsetzung einer Reihe von Lärmschutzmaßnahmen, darunter die Errichtung von Lärmschutzwänden und -wällen in besonders sensiblen Bereichen entlang des Ausbauabschnitts, werden die Anwohnerinnen und Anwohner besser vor Verkehrslärm geschützt.
Der Bau zusätzlicher Lkw-Stellplätze auf insgesamt sechs Rastanlagen schafft dringend benötigte Parkmöglichkeiten für das zunehmenden Lkw-Aufkommen und verbessert die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.
Der sechsstreifige Ausbau der A 1 zwischen der AS Münster-Nord und dem AK Lotte/Osnabrück sollte ursprünglich im Rahmen einer Öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) realisiert werden. Im Jahr 2023 wurde das ÖPP-Vergabeverfahren aus wirtschaftlichen Gründen aufgehoben. Die DEGES plant und realisiert den Ausbau jetzt konventionell.
Projektübersicht

Interaktive Karte als digitales Projekttagebuch
Seit Dezember 2025 gibt es eine georeferenzierte Karte zum Projekt. Zu den in der Karte dargestellten Bauwerken werden Fotos veröffentlicht, die den aktuellen Stand der Bauarbeiten dokumentieren. Die Karte ist so angelegt, dass sie mit dem Projekt wächst: Weitere Bauwerke werden ergänzt, sobald dort mit den Arbeiten begonnen wird. Auf diese Weise entsteht nach und nach eine visuelle Dokumentation des Projektfortschritts, ein zeitgemäßes digitales Bautagebuch.
Vorteile des Ausbaus
- Schaffung einer durchgehend sechsstreifigen Gesamtstrecke mit ausreichenden Kapazitäten für das wachsende Verkehrsaufkommen
- weniger Verkehrsbehinderungen, wie Stau oder stockender Verkehr, und dadurch weniger Fahrzeitverluste für Pendlerinnen und Pendler, Freizeitreisende und Güter- bzw. Warenlieferungen sowie Verringerung des CO2-Ausstoßes
- Sicherung der dauerhaften Standsicherheit und Leistungsfähigkeit der Brückenbauwerke
- Verbesserung des Lärmschutzes für die Anwohnerinnen und Anwohner
- Bau zusätzlicher Stellplätze für das wachsende Lkw-Aufkommen und Verbesserung der Verkehrssicherheit
Zeitplan
Baubeginn von zwei Brücken über die A 1
Weiterführende bauvorbereitende Maßnahmen
Aufhebung des ÖPP-Vergabeverfahrens – Projekt wird konventionell realisiert
Bauvorbereitende Maßnahmen
Start des ÖPP-Vergabeverfahrens
Durchführung von Baugrunduntersuchungen
Bewertung der vorliegenden Planungsgrundlagen und Erstellung der Referenzplanung
DEGES erhält Planungsauftrag
Bedarf
Die Autobahn A 1 verbindet die Häfen und Wirtschaftsstandorte im Norden Deutschlands mit Osnabrück und dem Münsterland. Weiter in Richtung Süden stellt sie die Anbindung ans Ruhrgebiet und an die Industrieregion Saarland dar. Am Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück trifft die Autobahn A 1 auf die Autobahn A 30, die von der niederländischen Grenze, bis Bad Oeynhausen führt. Dort schließt sie an die Autobahn A 2 in Richtung Berlin an. Die A 1 ist Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes und gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen in Europa. Die Leistungsfähigkeit auf dieser wichtigen Autobahn zu erhalten, dient somit auch der Stärkung des EU-Binnenmarktes. Regional stellt sie die schnelle Verbindung für Pendlerinnen und Pendler, Reisende und Wirtschaftsverkehr zwischen Münster und Osnabrück und damit zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen dar. Das Verkehrsaufkommen auf der A 1 nimmt – wie auf allen bundesdeutschen Autobahnen – kontinuierlich zu. Im Jahr 2030 werden täglich rund 75.000 Fahrzeuge auf der Strecke AS Münster-Nord – AK Lotte/Osnabrück fahren. Davon werden rund ein Viertel, also knapp 19.000 Fahrzeuge, schwere und lange Lkw sein.
Zwischen der Anschlussstelle Münster-Nord und dem Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück weist die Autobahn A 1 derzeit größtenteils nur vier Fahrstreifen für beide Fahrtrichtungen auf. Aufgrund von wartungs- und instandhaltungsbedingten Maßnahmen kommt es häufig zu Behinderungen und Staus.
Aktueller Stand
Für alle vier Planfeststellungsabschnitte zum sechsstreifigen Ausbau der A 1 liegt bestandskräftiges Baurecht vor. Bereits seit 2021 werden bauvorbereitende Maßnahmen umgesetzt, darunter Baugrunduntersuchungen, Vermessungen, Grundwassermessungen, Bauwerksuntersuchungen sowie Fällarbeiten.
Nach der Aufhebung des ÖPP-Vergabeverfahrens im Jahr 2023 setzt die DEGES den Ausbau nun als konventionelles Bauprojekt um. Dafür werden die Ausschreibungen und die Umsetzung der Bauleistungen abschnittsweise vorgenommen. Begonnen wird mit dem Bau von zwei Brücken über die A 1, dem Wirtschaftsweg Sonnenhügeldamm und dem Wirtschaftsweg Overbeckerweg.
Ohne standsichere Brücken, keine leistungsfähige A 1
Brücken sind entscheidend für die Leistungsfähigkeit von Autobahnen: Nur mit standsicheren Brücken ist die Befahrbarkeit von Strecken gewährleistet. Insgesamt 51 Brückenbauwerke werden im Rahmen des Ausbaus der A 1 zwischen der AS Münster-Nord und dem AK Lotte/Osnabrück ersetzt. 34 dieser Brücken befinden sich im Zuge der Autobahn (A-Bauwerke), 17 Brücken führen den Verkehr auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie auf Wirtschaftswegen über die Autobahn (Ü-Bauwerke).
Die meisten Brücken entlang der A 1 stammen aus den 1960er Jahren. Nach etwa 60 Jahren Nutzung haben sie das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht. Aufgrund des hohen Alters und der intensiven Verkehrsbelastung befindet sich die Bausubstanz häufig in schlechtem Zustand. Eine bloße Sanierung genügt in der Regel nicht, um die Leistungsfähigkeit und die Standsicherheit langfristig zu sichern.
Der Ausfall einzelner Brücken hätte weitreichende Konsequenzen und würde unter anderem zu Verkehrsverlagerungen ins nachgeordnete Straßennetz führen – mit gravierenden Folgen für Landstraßen, Kommunen sowie den Pendler- und Wirtschaftsverkehr.
Die Errichtung von Ersatzneubauten nach heutigen Standards sichert die dauerhafte Leistungsfähigkeit und sichere Befahrbarkeit der Brücken.
Lärmschutz
Um die Anwohnerinnen und Anwohner der Ortslagen entlang dieses Abschnitts der A 1 vom Verkehrslärm zu entlasten, setzt die DEGES verschiedene Lärmschutzmaßnahmen um. Insgesamt wird auf einer Länge von 16 Kilometern – und damit auf rund 40 Prozent der Strecke – ein besonders lärmmindernder Fahrbahnbelag (offenporiger Asphalt) verbaut. Dieser vermindert die Fahrgeräusche bereits an der Quelle um rund 3 db(A) – das entspricht der Halbierung der Verkehrsmenge.
Schall- bzw. lärmminderte Übergänge zwischen der Autobahn und den Brücken reduzieren die stoßartigen Geräusche, die entstehen, wenn Fahrzeuge über die Fugen zwischen Fahrbahn und Brücke fahren. Diese deutlich hörbaren Klack-Geräusche werden von den Menschen im Umfeld der Brücken oft als besonders störend empfunden. Durch die schallmindernden Übergänge können die Geräusche um 6 bis 10 dB(A) verringert werden, was die wahrgenommene Lautstärke um ein Viertel bis um die Hälfte reduziert.
Zum Schutz besonders sensibler Bereiche, vor allem von Wohnbebauung, werden insgesamt 16 hochabsorbierende Lärmschutzwände mit einer Gesamtlänge von rund 6,5 Kilometern errichtet. Zusätzlich entstehen auf einer Länge von rund 2,5 Kilometern vier Lärmschutzwälle in Kombination mit Lärmschutzwänden, die eine gute Einbindung in die Landschaft sowie effektiven Schallschutz miteinander verbinden.
Im Planfeststellungsbeschluss wurden darüber hinaus genau festgelegt, welche Wohngebäude entlang der A 1 dem Grund nach Anspruch auf passiven Schallschutz haben. Die Eigentümer der Gebäude wurden von der DEGES bereits kontaktiert und über die möglichen Maßnahmen (Einbau von Schallschutzfenstern, Schalldämmlüfter, Dachverbesserung etc.) informiert. Ein Teil der Maßnahmen wurde schon umgesetzt.
Zusätzliche Lkw-Stellplätze
Wie im gesamten Bundesgebiet, so sind auch auf der A 1 die vorhandenen Rastanlagen an der Autobahn bereits heute überlastet. Angesichts der stetig steigenden Verkehrsmengen, insbesondere beim Güterverkehr, müssen die Lkw-Stellplatzkapazitäten dringend erhöht werden. Wenn Lkw-Fahrerinnen und Lkw-Fahrer ihre Fahrzeuge auf nicht gekennzeichneten Flächen, auf Aus- und Auffahrten oder auf dem Standstreifen abstellen müssen, behindern die parkenden Lkw nicht nur den Verkehrsfluss, sondern stellen zudem ein großes Risiko für die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmenden dar.
- Die bestehenden PWC-Anlagen Settel (Ost), Buddenkuhle (West), Kroner Heide (Ost) und Sandrup (West) sowie Plugger Heide (Ost) sollen erweitert werden.
- In Höhe von Greven wird im Zuge der A 1-Ausbau eine zusätzliche PWC-Anlage Maestruper Brook (West) geschaffen.
- Der Ausbau der bestehenden Tank- und Rastanlagen (T&R) Tecklenburger Land Ost und West sowie Münsterland Ost und West ist bereits fertiggestellt (durch Strassen.NRW).
Die Rastanlagen werden zum Teil mit E-Ladesäulen ausgestattet. Diese ermöglichen Fahrerinnen und Fahrern von E-Autos insbesondere auf Langstreckenfahrten ein schnelles und komfortables Aufladen ihrer Fahrzeuge und leisten somit einen Beitrag zu mehr Klimaschutz im Verkehr.
Durch die zusätzlichen Stellplätze für Lkw entlang der A 1 erhöht die DEGES die Verkehrssicherheit, so dass Waren und Lieferungen für Wirtschaft und Privathaushalte zuverlässig und sicher ankommen.
Schutz von Umwelt, Böden und Gewässern
Bei allen ihren Projekten legt die DEGES Wert darauf, die Auswirkungen auf Natur und Umwelt so gering wie möglich zu halten. Zur Kompensation nicht vermeidbarer Eingriffe plant und realisiert die DEGES geeignete Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Die Schutz-, Vermeidungs- und Kompensationsmaßnahmen werden bereits im Zuge der Planung untersucht, kartiert und in einem Landschaftspflegerischen Begleitplan (LBP) festgehalten. Der LBP ist Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses.
Die Erneuerung und der Neubau von wassertechnischen Anlagen trägt wesentlich zum Umwelt- und Gewässerschutz bei und sorgt für den sicheren Betrieb der Strecke. Moderne Regenrückhalte- und -klärbecken sorgen dafür, dass verschmutztes Oberflächenwasser kontrolliert, gesammelt und gereinigt in die Umwelt abgegeben wird. In Sedimentationsanlagen und sogenannten Schadstoffabscheidern werden, die in den Straßenabwässern enthalten Einträge aus dem Straßenverkehr, beispielsweise Reifenabrieb, Öl, Streusalz, Bremsstaub, entsprechend den Richtlinien für bautechnische Maßnahmen an Straßen in Wassergewinnungsgebieten (RiStWag) zurückgehalten und ordnungsgemäß behandelt bzw. entsorgt. So wird sichergestellt, dass auch bei Starkregen oder langanhaltenden Niederschlägen das Wasser schnell von der Autobahn abgeleitet wird, ohne dass es im Umfeld zu Überflutungen oder Schadstoffeinträgen ins Grundwasser oder in den Boden kommt.
Bürgertelefon
Sie haben Fragen zu einer unserer Baumaßnahmen? Dann rufen Sie gerne an. Sie erreichen unser Bürgertelefon montags bis sonntags zwischen 8 und 20 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 5895 2479
Informationsdienst VERKEHRSPROJEKTE AKTUELL
Unser Informationsdienst VERKEHRSPROJEKTE AKTUELL informiert regelmäßig über den aktuellen Stand der DEGES-Bauvorhaben in Nordrhein-Westfalen. Damit bleiben Sie auf dem Laufenden zu Planung, Umsetzung und Fertigstellung der Verkehrsprojekte. Hier können Sie sich die bisherigen Ausgaben anschauen und sich anmelden.
Kontaktformular
Sie möchten mit uns in Kontakt treten? Dann schreiben Sie uns gerne über unser Kontaktformular. Wir beantworten Ihr Anliegen schnellstmöglich. Für eine persönliche Ansprache füllen Sie bitte auch das Feld Name aus (nicht verpflichtend).
Fragen-Antworten-Katalog zum Ausbau der A 1
Hier finden Sie eine Auswahl von Fragen, die von Anwohnerinnen und Anwohnern, von den Teilnehmenden der Informationsveranstaltung am 26. Oktober 2021 sowie von den Medien an die DEGES gerichtet wurden – und die Antworten darauf.
Allgemeine Fragen zum Projekt
Welche Vorteile bringt der Ausbau der A 1 zwischen Münster und Osnabrück?
Der Ausbau beseitigt ein bestehendes Nadelöhr auf der A 1 und schafft eine durchgehend sechsstreifige Gesamtstrecke mit ausreichenden Kapazitäten für das wachsende Verkehrsaufkommen. Die Leistungsfähigkeit der Strecke wird erhöht, so dass Pkw und Lkw auch bei steigendem Verkehrsaufkommen flüssiger unterwegs sind und weniger Staus entstehen. Weniger Staus bedeutet auch: weniger Fahrzeitverluste und schnelleres Ankommen für Pendlerinnen und Pendler, Freizeitreisende und internationale, nationale und regionale Güter- und Warenlieferungen sowie Verringerung des CO2-Ausstoßes.
Besteht tatsächlich ein Bedarf für den Ausbau der A 1, beziehungsweise: Auf welchen Verkehrsprognosen beruht die Planung?
Das Verkehrsaufkommen auf bundesdeutschen Autobahnen nimmt kontinuierlich zu – auch auf der A 1. Im Jahr 2030 werden täglich 75.000 Fahrzeuge zwischen der AS Münster-Nord und dem AK Lotte/Osnabrück unterwegs sein. Auch der Anteil des Lkw-Verkehrs mit schweren und langen Fahrzeugen steigt und wird im Jahr 2030 ein Viertel des Verkehrsaufkommens in diesem Streckenausschnitt ausmachen. Aufgrund dieser Entwicklungen hat das Bundesministerium für Verkehr (BMV) den Bedarf für den sechsstreifigen Ausbau der A1 im Bedarfsplan des Bundes aufgeführt und als Anhang des Fernstraßenausbaugesetzes gesetzlich verankert.
Besteht unanfechtbares Baurecht oder laufen noch Genehmigungsverfahren?
Für die vier Abschnitte der Autobahn A 1, die sechsstreifig ausgebaut werden sollen, gab es jeweils gesonderte Verfahren. Seit Mai 2020 besteht in allen Abschnitten unanfechtbares Baurecht.
Sind die Pläne für den Ausbau öffentlich zugänglich?
Eine Übersichtskarte und detaillierte Lagepläne des lärmtechnischen Entwurfs mit Erläuterungen stehen für alle Abschnitte online im Download-Bereich zur Verfügung. Die vollständigen planfestgestellten Unterlagen können bei der Bezirksregierung Münster eingesehen werden.
Werden alle Brücken entlang der Strecke erneuert?
Im Ausbauabschnitt der DEGES werden insgesamt 51 Brückenbauwerke erneuert bzw. ersetzt, um ihre Standsicherheit auch bei steigendem Verkehrsaufkommen dauerhaft zu gewährleisten. Einige Brücken sind bereits erneuert worden. Beispielsweise ersetzte der Landesbetrieb Straßen.NRW im Vorfeld der sechsstreifigen Erweiterung der A 1 die stark sanierungsbedürftigen Talbrücken Habichtswald, Smanforde und Exterheide zwischen 2015 und 2020 durch leistungsfähige Ersatzneubauten. Alle neuen Brückenbauwerke werden nach heutigen Standards errichtet und sichern so langfristig die Befahrbarkeit und Leistungsfähigkeit der gesamten Strecke.
Fragen zum Lärmschutz
Ist Lärmschutz für die Anwohnerinnen und Anwohner vorgesehen? Wenn ja, welche Maßnahmen sind konkret geplant?
Zur Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner vom Verkehrslärm werden eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt. Zu diesen gehören: lärmminderner Fahrbahnbelag (offenporiger Asphalt) auf einer Länge von 16 Kilometern (entsprechend rund 40 Prozent der Strecke), Einbau von schall- bzw. lärmminderten Übergängen zwischen der Autobahn und den Brücken, Errichtung von 16 hochabsorbierenden Lärmschutzwänden (Gesamtlänge rund 6,5 Kilometer) und vier Lärmschutzwälle in Kombination mit Lärmschutzwänden (Gesamtlänge 2,5 Kilometern) zum Schutz besonders sensibler Bereiche, vor allem Wohnbebauung.
Detaillierte Übersichten und Lagepläne zu den Lärmschutzmaßnahmen finden Interessierte im Download-Bereich.
Aus welchem Material bestehen die Lärmschutzwände?
Die hochabsorbierenden Lärmschutzwände entlang der Strecke werden hauptsächlich aus Aluminium sein. Die hochabsorbierenden Lärmschutzwände auf den Brücken bestehen aus transparenten Acrylglas-Elementen und Aluminium.
Sind die Berechnungen und Gutachten zum Lärmschutz nach der Planfeststellung noch einmal geändert worden?
Nein, die Gutachten der Planfeststellungsbeschlüsse haben weiterhin Bestand.
Welche Lärm- und anderen Belastungen müssen die Anwohner während der Bauphase rechnen? Ist bauzeitlicher Lärmschutz vorgesehen?
Während der Bauphase ist mit einem erhöhten Lärmpegel durch die Bauarbeiten zu rechnen. Die genaue Planung des Bauablaufes sowie möglicher bauzeitlicher Lärmschutz werden nach Auftragserteilung durch die beauftragten Bauunternehmen erarbeitet.
Fragen zu den zusätzlichen Lkw-Stellplätzen
Wo genau entstehen die zusätzlichen Stellplätze für Lkw?
Die zusätzlichen Stellplätze werden zum einen durch die Erweiterung von sechs bestehenden PWC-Anlagen geschaffen:
- PWC Settel (Ost): Erweiterung von heute 7 auf künftig 50 Lkw-Stellplätze
- PWC Buddenkuhle (West): Erweiterung von heute 19 auf künftig 46 Lkw-Stellplätze
- PWC Kroner Heide (Ost): Erweiterung von heute 7 auf künftig 53 Lkw-Stellplätze
- PWC Sandrup (West): Erweiterung von heute 31 auf künftig 51 Lkw-Stellplätze
- PWC Plugger Heide (Ost): Erweiterung von heute 34auf künftig 46 Lkw-Stellplätze
- Parkplatz Maestruper Brook (West): Erweiterung zur PPWC-Anlage mit 54 Lkw-Stellplätzen
Werden auf den Rastanlagen an der A 1 auch zusätzliche Stellplätze für Pkw geschaffen?
Zusätzliche Pkw Stellplätze sind nicht geplant, da die vorhandenen Stellplätze ausreichend sind. Die PWC-Anlage Plugger Heide wird mit elektrischen Ladesäulen ausgestattet werden.
Wie viel Fläche wird für die zusätzlichen Stellflächen neu versiegelt?
Es werden insgesamt rund 3.000 Quadratmeter Fläche in Anspruch genommen und neu versiegelt. Entsprechend Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wurden in der Planfeststellung bereits verbindlich festgelegt.
Fragen zu Natur- und Umweltschutz
Wie erfolgt der Ausgleich für die zusätzliche Bodenversiegelung?
Der ökologische Ausgleich für die erforderlich Inanspruchnahme und Versiegelung von Boden wurde in Rahmen der Planfeststellung berechnet und ist Teil der Planfeststellungsunterlagen.
Erfolgt eine Rekultivierung von Flächen, die vorübergehend in Anspruch genommen wurden?
Flächen, die vorübergehend zum Beispiel für die Einrichtung von Zufahrtsstraßen, die Lagerung von Baumaterial und die Baustelleneinrichtung in Anspruch genommen werden, werden nach Abschluss der Bauarbeiten je nach Ausgangszustand entweder rekultiviert oder renaturiert. Grundlage ist die landschaftspflegerische Ausführungsplanung, die sich vorwiegend an der vorherigen Nutzung und der möglichen Einbindung in die zukünftige Landschaft beziehungsweise Nutzung orientiert.
Digitale Infoveranstaltung
Die DEGES hat am Dienstag, 26. Oktober 2021, alle Interessierten zur digitalen Bürgerinfoveranstaltung zur A 1-Erweiterung zwischen Münster und Osnabrück eingeladen. Interessierte konnten sich über den aktuellen Stand des Projekts informieren und Fragen an die Expertinnen und Experten der DEGES stellen.
Angesichts der Corona-Pandemie führten wir die Veranstaltung digital durch. Wir freuen uns, dass wir 225 Personen zur digitalen Infoveranstaltung begrüßen durften.
Sie haben unsere Veranstaltung verpasst? Dann können Sie sich hier die komplette Aufzeichnung ansehen:
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Präsentation zum Download
Die in der Veranstaltung gezeigte Präsentation mit allen Informationen zum Stand der Planung sowie unseren Informations- und Dialogangeboten können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.
Ihre Fragen und Hinweise
Fragen oder Hinweise konnten Sie uns bereits im Vorfeld der Veranstaltung sowie während der Veranstaltung über den Chat zukommen lassen. Weiterhin konnten Fragen über das Kontaktformular oder das kostenfreie Bürgertelefon gestellt werden.
Nach der Veranstaltung
Fragen oder Hinweise können Sie uns über unser Kontaktformular mit dem Stichwort „Infoveranstaltung A 1“ zukommen lassen oder über das Bürgertelefon unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 5895 2479 übermitteln.
Ablauf der Informationsveranstaltung
- Begrüßung und Einführung
- Vortrag 1: Vorstellung des Abschnitts und der wesentlichen Bauabläufe
- Diskussionsrunde mit Fragen aus dem Chat
- Vortrag 2: Vorstellung von Details zu den Themen Lärmschutz und Grunderwerb
- Diskussionsrunde mit Fragen aus dem Chat
- Ausblick auf das weitere Vorgehen