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A 7: Ersatzneubau Rader Hochbrücke In Bau

Das Bauwerk über den Nord-Ostsee-Kanal muss durch einen Neubau ersetzt werden.

Visualisierung Rader Hochbrücke
Bildnachweis: DEGES

Daten und Fakten

  • Gesamtlänge Bauwerk: 1.500 m
  • Gesamtlänge Baumaßnahme: ca. 5,3 km

Karte

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Projektbeschreibung

Die Rader Hochbrücke überführt östlich von Rendsburg die Bundesautobahn A 7 über den Nord-Ostsee-Kanal und die Borgstedter Enge. Das knapp 1.500 Meter lange Bauwerk wurde 1972 für den Straßenverkehr freigegeben und spielt eine zentrale Rolle im Verkehr von und nach Dänemark und Skandinavien.

Projektdaten

Gesamtlänge der Baumaßnahmeca. 5.300 m
 Gesamtkostenca. 382 Mio. Euro (inkl. Risikozuschlag, Stand 2021)
 Querschnittsechsstreifig (RQ 36)
 Bauwerke
  • Rader Hochbrücke (1.500 m)
  • Unterführung L 42 Rendsburger Straße
  • Unterführung Rader Weg
  • Unterführung Weg Dieksredder
  • Überführung L 47 Kieler Straße
  • 6,9 km Lärm- und Windschutzwände
 Baubeginn ab 2022
 Bauzeit bis 2029
 Bauherr Bundesrepublik Deutschland

Projektstand

Die statischen Überprüfungen des Bauwerks (sogenannte Nachrechnung) in 2014 ergaben eine Restnutzungsdauer bis zum Jahr 2026. Bis zu diesem Zeitpunkt muss das Bauwerk durch einen Neubau ersetzt werden.

Das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) Schleswig-Holstein beauftragte im Februar 2015 die DEGES mit der Planung und Baudurchführung einschließlich des Grunderwerbs für dieses Projekt.

Grundlagenermittlung und Vorplanung

Die Grundlagenermittlung begann im Frühjahr 2015 mit einer faunistischen Planungsraumanalyse, der Auswertung vorliegender Baugrunddaten, einer Bestandsvermessung sowie einer verkehrstechnischen Untersuchung zur Qualität des Verkehrsablaufs. Letztere ergab auf Grundlage der Straßenverkehrszählung 2010, dass auch zukünftig zwei Fahrstreifen pro Richtungsfahrbahn ausreichend leistungsfähig seien.

Die Auswirkungen auf die Umwelt wurden zunächst mit einer Umweltverträglichkeitsstudie ermittelt. Zur Festlegung des Untersuchungsraumes (die räumliche Ausdehnung) und der Untersuchungstiefe (Inhalte und Umfang der zu untersuchenden Belange) waren Vertreter zuständiger Behörden und anerkannter Naturschutzverbände im sogenannten Scoping beteiligt. Eine gemeinsame Erörterung mit den Beteiligten erfolgte im Scoping-Termin Ende Januar 2016. Im Anschluss konnten in 2016 die notwendigen Kartierungen von Fauna und Flora durchgeführt werden. Begleitend fanden Bürgerversammlungen statt, in denen die Planungen vorgestellt wurden.

Ziel der Vorplanung ist die Ermittlung der Vorzugslösung der Planungsaufgabe. Dazu wurden zunächst mögliche Linienführungen und unterschiedliche Bauwerksvarianten untersucht. Die Varianten waren einerseits bestandsnahe Ersatzbrücken seitlich der vorhandenen Hochbrücke und andererseits eine Unterquerung von Nord-Ostsee-Kanal und Borgstedter Enge mittels eines Tunnels. Im Variantenvergleich erfolgte eine Bewertung in den Themenfeldern Raumstruktur, Verkehr, Technik, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit.

Als Vorzugsvariante des Vergleichs ergab sich eine Brücke, ähnlich der heutigen Hochbrücke. Diese soll östlich des Bestandsbauwerks um eine halbe Brückenbreite versetzt errichtet werden und aus zwei getrennten Überbauten für jeweils eine Richtungsfahrbahn bestehen. Durch den halbseitigen Versatz reduziert sich der Eingriff in die benachbarten Grundstücke auf ein notwendiges Minimum.

Konstruktiv handelt es sich wiederum um eine Balkendeckbrücke, die im Gegensatz zur bestehenden Stahlbrücke aus Stahlverbund – einer Kombination aus einem Stahltragwerk und einer Fahrbahnplatte aus Stahlbeton – besteht. Im großen Kanalfeld werden zur Überbrückung der rund 224 Meter großen Spannweite Vouten aus Stahlbeton vorgesehen.

Entwurfsplanung

In der Entwurfsplanung erfolgt eine weitere Detaillierung der technischen Planung. Außerdem werden auch die Auswirkungen auf die Umwelt eingehend betrachtet und Kompensationsmaßnahmen für durch die Baumaßnahme hervorgerufene Beeinträchtigungen vorgesehen.

Mit den im Frühjahr 2017 veröffentlichten Ergebnissen der bundesweiten Straßenverkehrszählung (SVZ 2015) zeigte sich eine überproportionale Zunahme des Verkehrs im Bereich der Rader Hochbrücke. Die im Anschluss aufgestellte Verkehrsuntersuchung bestätigte, dass nunmehr nur ein sechsstreifiger Querschnitt die künftigen Verkehre sicher bewältigen kann.

Die Planungen mussten daher umgehend umgestellt werden. Gleichzeitig erweiterte sich damit auch der Planungsabschnitt, da der zusätzliche Fahrstreifen jeweils bis zur Anschlussstelle Rendsburg/Büdelsdorf bzw. bis zum Autobahnkreuz Rendsburg fortgesetzt werden musste.

Mit der Umstellung auf die sechstreifige Erweiterung ergab sich auch ein gesetzlicher Anspruch auf Lärmvorsorge, der zuvor nicht bestand. Im Ergebnis werden für Borgstedt und Schacht-Audorf neben den bisher vorgesehenen Windschutzwänden zusätzliche Lärmschutzwände erforderlich, die eine spürbare Reduzierung der Lärmimmissionen bewirken.

Die Planungen wurden auch in dieser Phase in den angrenzenden Gemeinden vorgestellt. Die jeweils großen Teilnehmerzahlen belegten die herausragende Bedeutung des Vorhabens für die Region.

Planfeststellungsverfahren und -beschluss

Im Planfeststellungsverfahren wird über die Zulässigkeit des Bauvorhabens entschieden. Dabei handelt es sich um ein Verwaltungsverfahren, das bei größeren Infrastrukturmaßnahmen, wie dem Bau einer Autobahn, vorgeschrieben ist.

Für das Planfeststellungsverfahren wurden die Entwurfsunterlagen noch um die Grunderwerbsunterlagen und das Regelungsverzeichnis ergänzt. Aus den Grunderwerbsunterlagen gehen die Inanspruchnahmen der einzelnen Flurstücke hervor. Diese gelten entweder nur temporär für die Baudurchführung oder dauerhaft, sofern Flächen z. B. überbaut werden müssen. Das Regelungsverzeichnis enthält Festlegungen für besondere Anlagen oder Bauwerke. Dies kann z. B. den baulichen Umfang, die Kostentragung oder auch die Unterhaltungslast betreffen.

Die DEGES hat als Vertreterin des Vorhabenträgers im April 2019 die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens beim Amt für Planfeststellung Verkehr (APV) in Kiel beantragt. Das Anhörungsverfahren begann am 27. Mai 2019 mit der öffentlichen Auslegung der Planunterlagen in den Ämtern Eiderkanal und Hüttener Berge. Die betroffenen Bürger konnten die Unterlagen dort bis einschließlich 26. Juni 2019 einsehen und ihre Bedenken einwenden. Gleichzeitig erhielten auch die zuständigen Behörden, Institutionen und anerkannten Naturschutzverbände Gelegenheit zur Stellungnahme.

Nach Auswertung der im Beteiligungsverfahren vorgebrachten Einwendungen und Stellungnahmen wurde durch das APV festgelegt, aufgrund von Hinweisen geänderte Unterlagen auszulegen und damit erneut die betroffenen Bürger sowie zuständigen Behörden, Institutionen und anerkannten Naturschutzverbände zu beteiligen.

Die Auslegung erfolgte am 20. November 2020, die Inhalte waren fünf Wochen lang abrufbar. Anschließend prüfte und bewertete das Amt für Planfeststellung Verkehr (APV) die im Beteiligungsverfahren vorgebrachten Einwendungen und Stellungnahmen. Am 18. August 2021 fand in Rendsburg ein gemeinsamer Erörterungstermin von schleswig-holsteinischem Verkehrsministerium und DEGES statt. Am 14. Januar 2022 hat das APV den Planfeststellungsbeschluss erlassen.

Aktuell: Baubeginn

Bis Ende Februar 2022 habe erste Rodungsarbeiten entlang des zukünftigen Baufelds stattgefunden. Derzeit laufen im Umfeld umfangreiche Leitungsumverlegungen – die parallel zum Nord-Ostsee-Kanal verlegten Elektro- und Datenkabel müssen aus dem Baufeld verlegt werden, um Baufreiheit für die neuen Stützen am Kanal zu schaffen, gleichzeitig entstehen im Bereich des Borgstedter Treidelwegs Zuwegungen für Baufahrzeuge und temporäre Anlegestellen für den Materialan- und -abtransport. Seit Juni 2022 wird der bestehende  Autobahndamm im Zuge der vorbereitenden Maßnahmen nach Osten verbreitert. Am nördlichen Widerlager bereiten die Auftragnehmer dabei auch den Taktkeller für den folgenden Brückenbau vor.

Der eigentliche Ersatzneubau findet in drei Bauabschnitten statt und beginnt im März 2023. Im ersten Schritt wird eine neue Brückenhälfte östlich der  vorhandenen Brücke errichtet. Für diesen ersten Schrtt läuft derzeit das Bieterverfahren. Im Anschluss folgt der Rückbau des alten Bauwerks und dann der Neubau der westlichen Brückenhälfte.

Video: So entsteht die neue Rader Hochbrücke

Der Film verdeutlicht, wie Abbruch und Neubau der Rader Hochbrücke im Zuge der A 7 ablaufen werden.

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Sie fragen – die DEGES antwortet

Nachfolgend beantworten wir Fragen, die uns im Projektzusammenhang häufig gestellt werden. Wenn Sie eine Frage haben, die hier noch nicht beantwortet wurde, kontaktieren Sie uns gern über das Kontaktformular auf der Unterseite Dialog.

Allgemeine Fragen und Antworten

Warum muss die alte Rader Hochbrücke erneuert werden?

Die Rader Hochbrücke wurde von 1969 bis 1972 erbaut, mittlerweile befahren sie ca. 54.000 Fahrzeuge täglich. Für 2030 wird eine Verkehrsbelastung von 61.900 Kfz pro Tag mit einem Schwerlastanteil von rd. 16 Prozent prognostiziert. Überprüfungen im Jahr 2013 ergaben gravierende Schädigungen an den Pfeilerköpfen. Daraufhin konnte die Brücke so instandgesetzt werden, dass eine sichere Nutzung gewährleistet ist. Für die Brücke ermittelten die Ingenieure eine Restnutzungsdauer von 12 Jahren bis 2026 unter Berücksichtigung eines Tempolimit, Überholverbots, Mindestabstands für Lkw über 7,5 Tonnen sowie einer Sperrung beider Seitenstreifen und Gewichtsbeschränkungen für den Schwerlastverkehr. Eine weitere Ertüchtigung würde nun keine langfristige Lösung mehr bieten. Bis 2026 muss deshalb ein Ersatzneubau errichtet werden.

Was bedeutet der Begriff Ersatzneubau?

Von einem Ersatzneubau spricht man, wenn das vorhandene Brückenbauwerk abgerissen und der Neubau an gleicher Stelle errichtet wird. Ist das Ende der Restnutzungsdauer erreicht und sind Sanierungsmaßnahmen nicht mehr wirtschaftlich, benötigt man einen Ersatzneubau.

Wie wird die alte Rader Hochbrücke zurückgebaut?

Im Bereich der Rader Insel und südlich des Nord-Ostsee-Kanals plant die DEGES eine Sprengung der Pfeiler und des Überbaus, im nördlichen Teil wird die alte Brücke stückweise durch Trennschneiden und Sägen zurückgebaut.

Warum baut man nicht eine kombinierte Brücke für Autos und Bahn?

Zum einen ist die vorhandene Bahnbrücke in Rendsburg nicht in einem Zustand, dass sie neu gebaut werden müsste. Zum anderen liegt Rendsburg mit dem Bahnhof fünf Kilometer von der Autobahn entfernt. Darüber hinaus würde die Kombination von Autobahn und Bahntrasse zu einem wesentlich längeren Gesamtbauwerk führen, da Züge bei Höhenunterschieden nur deutlich geringere Steigungen als Kraftfahrzeuge überwinden können. Zum Vergleich: Die vorhandene Eisenbahnbrücke in Rendsburg ist ca. 2.500 Meter lang, die neue Rader Hochbrücke lediglich 1.500 Meter.

Was bedeutet es, dass der Planfeststellungsbeschluss vorliegt?

Für das Projekt liegt damit ein sofort vollziehbares Baurecht vor. Mit dem Tag des Planfeststellungsbeschlusses hat die DEGES die Erlaubnis erhalten, mit den Bauarbeiten zu beginnen.

Ist die Rader Hochbrücke während der Bauzeit noch nutzbar?

Die Bauarbeiten sollen unter laufendem Verkehr stattfinden. Grundsätzlich stehen zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung zur Verfügung. Damit wird sichergestellt, dass diese wichtige Nord-Süd-Achse auch während der Bauzeit nicht unterbrochen wird und keine Umleitungen eingerichtet werden müssen. Kurzzeitige Verkehrseinschränkungen sind jedoch nicht zu vermeiden.

Warum dauert der Ersatzneubau der Rader Hochbrücke so lange?

Die DEGES kennt die Restnutzungsdauer der Brücke und kann daher reguläre Bauabläufe einplanen und den Verkehr während der Bauzeit aufrechterhalten. Auch sind die Belange der Anwohner und der Tierwelt zu beachten, d.h. Ruhezeiten zu gewährleisten. Dies war ein wichtiger Aspekt im Planfeststellungsverfahren, bei dem alle Betroffenen gehört und beteiligt wurden.

Fragen und Antworten: Planung und Bau

Wer ist am Bau der neuen Rader Hochbrücke beteiligt?

Das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Technologie und Tourismus Schleswig-Holstein beauftragte 2015 die DEGES mit der Planung und Baudurchführung. Die Autobahn GmbH des Bundes hat zwar die Aufgaben Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und vermögensmäßige Verwaltung der Autobahnen in Deutschland übernommen, jedoch führt die DEGES die ihr bisher von den Ländern übertragenen Projekte im Auftrag der Autobahn GmbH unverändert eigenständig und verantwortlich weiter.

Wann beginnt die Bauphase und wie lange wird diese dauern?

Seit dem 14. Januar 2022 liegt der Planfeststellungsbeschluss für den Ersatzneubau der Rader Hochbrücke vor, sodass die DEGES die europaweite Ausschreibung des Projekts starten konnte. Bauvorbereitende Maßnahmen haben im Februar 2022 begonnen und werden in den Sommermonaten fortgeführt. Der eigentliche Brückenbau beginnt im Jahr 2023, 2026 soll dann die erste neue Brückenhälfte unter Verkehr genommen werden. Danach folgen der Abriss der alten Brücke und der Neubau der zweiten Brückenhälfte. Ein paralleler Bau der beiden Brückenhälften ist nicht möglich, weil der zweite Teil im Bereich der alten Brücke errichtet wird. Somit ist eine Gesamtbauzeit von 2022 bis 2029 vorgesehen.

Wie hoch sind die Gesamtbaukosten?

Die Kosten liegen nach heutiger Berechnung mit dem aktuellen Preisstand bei ca. 385 Mio. Euro. Sollte sich der Baupreisindex in den kommenden Jahren genauso weiterentwickeln wie in der jüngeren Vergangenheit, sind allerdings bis zum Bauende – bedingt durch zu erwartende Preissteigerungen bei Material, Betriebsstoffen und Löhnen – höhere Kosten zu erwarten.

Wäre eine nordöstliche Verlegung der Brückenführung nicht baulich einfacher, da weniger Wasserfläche überspannt werden müsste?

Die Entscheidung zur Lage der Brücke mit 1.500 Meter Länge bei gleichzeitiger Überquerung des Nord-Ostsee-Kanals und des Borgstedter Sees ist in den 1960erjahren gefallen. Diese Trassenführung könnte nur im Zuge einer Neubauplanung der A 7 verändert werden und würde weitere Herausforderungen mit sich bringen.

Wird die Durchfahrtshöhe der Rader Hochbrücke im Zuge des Ersatzneubaus verändert?

Nein. Bedingt durch Kanaltiefe und -breite sowie die Größe der Schleusen in Brunsbüttel und Kiel wird im Kanal keine Schiffsklasse zugelassen, die höher als 42 Meter ist. Deshalb ergibt sich die Notwendigkeit einer Vergrößerung der Durchfahrtshöhe nicht.

Wird durch den Ersatzneubau der Rader Hochbrücke eine Kanalverbreiterung vorgenommen?

Nein. Die Brücke steht bereits im Bereich einer der zwölf sogenannten Weichen des Kanals. Sie bieten großen entgegenkommenden Schiffen die Möglichkeit, einander auszuweichen und sind damit schon ausreichend breit.

Welche Maßnahmen werden getroffen, um die Windanfälligkeit von Pkw und Lkw auf dem Ersatzneubau der Rader Hochbrücke zu verringern?

Auf der gesamten Brückenlänge sowie auf den jeweils anschließenden 500 Metern der zuführenden Rampen sind mindestens drei Meter hohe Lärm-/Windschutzwände vorgesehen. Insgesamt sind 26.000 Quadratmeter Lärmschutz geplant, das entspricht einer Fläche von fünf bis sechs Fußballfeldern. Dieser Lärmschutz reduziert nicht nur die Lärmbelastung für die Einwohner der anliegenden Gemeinden, sondern verringert auch wirksam die Windströme auf der Fahrbahn

Sind Radwege auf dem Ersatzneubau der Rader Hochbrücke geplant?

Nein. Es sind auch keine Betriebswege auf der Brücke erforderlich, die der Radverkehr nutzen könnte. Abgesehen von den unverhältnismäßigen Kosten und technischen Vorkehrungen stellt sich die Frage der Akzeptanz der Streckenführung durch Radfahrer. So wären je Aufstieg rd. 50 Höhenmeter mit konstantem Anstieg bis zum Hochpunkt der Brücke zu überwinden. Dies mag für sportliche Radfahrer oder solche mit E-Bikes zu bewältigen sein, für den durchschnittlichen Radfahrer eher nicht. Zudem gibt es auf der geplanten Trasse keine Radstrecken, die sich anschließen und über die Brücken geführt werden könnten.

Sind ergänzende Fahrstreifen für Traktoren und landwirtschaftliche Fahrzeuge auf dem Ersatzneubau der Rader Hochbrücke geplant?

Nein. Da es sich beim Bau der Rader Hochbrücke um eine bestehende Autobahn handelt, besteht dazu keine Veranlassung.

Die Baumaterialien sollen u. a. per Schiff über den Nord-Ostsee-Kanal angeliefert werden. Wird es hier zu Beeinträchtigungen des Schiffsverkehrs kommen?

Nein. Schiffstransporte für die Baumaßnahme werden den regulären Verkehr auf dem NOK beachten und nicht beeinträchtigen.

Fragen und Antworten: Verkehr und Prognosen

Warum muss die Fahrbahnbreite des Ersatzneubaus der Rader Hochbrücke von vier auf sechs Spuren erweitert werden?

Verkehrsprognosen sagen voraus, dass im Jahr 2030 ein vierstreifiger Querschnitt die erwarteten Verkehrszahlen im Bereich der Rader Hochbrücke nicht mehr bewältigen kann. Das liegt vor allem daran, dass durch die Trennwirkung des Kanals regionale Verkehre die Autobahnhochbrücke ebenfalls stark nutzen. Aufgrund der Anrampungen ist zudem die Leistungsfähigkeit gegenüber einem flachen Streckenabschnitt herabgesetzt.

Warum werden die Fahrstreifen nur innerhalb des Projekts erweitert, nicht aber für die A 7? Wäre eine Verbreiterung der gesamten A 7 nicht ebenso empfehlenswert?

Die sechs Fahrstreifen (drei je Richtung) zwischen der Anschlussstelle Rendsburg/Büdelsdorf und dem Autobahnkreuz Rendsburg werden benötigt, weil in diesem Bereich – bedingt durch die Zerschneidungswirkung des Nord-Ostsee-Kanals – nicht nur der Fernverkehr, sondern auch der regionale Verkehr die Autobahn nutzt. Für die anschließenden Abschnitte der A 7 ist aufgrund der vorhandenen und prognostizierten Verkehrszahlen keine Erweiterung auf sechs Fahrstreifen erforderlich.

Fragen und Antworten: Anwohner und Betroffene

Wie wird versucht, die Belastungen während der Bauphasen für die Anwohner möglichst gering zu halten?

Die DEGES lässt die Arbeiten zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner sowie der Umwelt nicht rund um die Uhr, sondern im Regelfall von Montag bis Freitag tagsüber ausführen. Die Anlieferung der Baumaterialien erfolgt, wenn möglich per Schiff. Somit wird Baustellenverkehr vermieden, der durch die umliegenden Gemeinden fahren muss.

Außerdem wird die DEGES ein Baulärm-Monitoring einrichten. Die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit online zugänglich gemacht. Ferner finden möglichst emissionsarme Bauverfahren Anwendung, sowohl im Hinblick auf Erschütterungen als auch im Hinblick auf zu erwartenden Baulärm.

Wie wird der bestmögliche Lärmschutz für die Anwohner gewährleistet?

Beim Lärmschutz sind die gesetzlichen Vorgaben zu beachten. Es handelt sich daher immer um einen Zielkonflikt zwischen einerseits dem bestmöglichen Immissionsschutz für die Anwohner und andererseits der korrekten Verwendung öffentlicher Mittel aus dem Bundeshaushalt. In der Summe konnte für die Anwohner im Planfeststellungsverfahren ein gutes Resultat erreicht werden.

Fragen und Antworten: Brückenersatzbau statt Tunnel

Warum wird anstelle der witterungsanfälligen Rader Hochbrücke nicht ein Tunnel gebaut?

Ein Tunnel ist aus topografischen und technischen Gründen nicht umsetzbar: Das Geländeniveau südlich des Kanals liegt bei ca. 15 Meter über NN. Den Kanal müsste man mit einem Bohrtunnel (Durchmesser mind. 17 m) unter Einhaltung des notwendigen Sicherheitsabstandes unter der Kanalsohle auf einer Tiefe von ca. 50 Meter unter NN unterqueren. Daraus ergäbe sich unter Berücksichtigung von regelkonformen Längsneigungen eine Tunnellänge von 4.500 Metern. Zudem müsste im Norden die Anschlussstelle Rendsburg/Büdelsdorf verlegt werden. Andere Tunnelbaumethoden wie etwa ein Absenktunnel sind aufgrund der damit erforderlich werdenden Kanalsperrungen ausgeschlossen. Außerdem stiegen die Baukosten einer Tunnelvariante – im Vergleich zu den aktuell veranschlagten Ausgaben – auf mindestens das Vierfache. Zuletzt wären auch die Betriebskosten für den Tunnel achtmal höher als im Vergleich zu den Betriebskosten einer Brücke.

Fragen und Antworten: Umwelt- und Naturschutz

Welche Umweltauswirkungen hat der Bau der neuen Rader Hochbrücke? Welche Ausgleichsmaßnahmen werden umgesetzt?

Durch die neue Brücke und eine dritte Fahrspur je Richtung müssen die Böschungen insbesondere auf der Ostseite verbreitert werden. Als eine von diversen Ausgleichsmaßnahmen ist vorgesehen, die neu entstehende Autobahnböschung nach Fertigstellung wieder zu bepflanzen. Zusätzlich plant die DEGES rund um den Rader Friedhof umfangreiche Aufforstungen. Nordöstlich der Anschlussstelle Rendsburg-Büdelsdorf wird eine 6,3 ha große landwirtschaftliche Fläche aus der intensiven Nutzung genommen und das Grünland zukünftig nur noch extensiv genutzt. Darüber hinaus entstehen Knicks, Feldhecken und ein Kleingewässer. Weitere Ausgleichsmaßnahmen werden über die in Schleswig-Holstein möglichen Ökokonten realisiert; so etwa in den Gemeinden Blunk, Felde, Langwedel und Waabs.

Haben die Bauarbeiten oder der spätere Ersatzneubau Auswirkungen auf die Landschaftsschutzgebiete Wittensee, Hüttener und Duvenstedter Berge oder den Naturpark Hüttener Berge?

Nein. Es handelt sich um einen schmalen Eingriff neben einer bereits bestehenden Brücke. Der Eingriff in den Naturraum spielt sich ausschließlich in diesem trassennahen Bereich ab.

Wird die Tier- und Pflanzenwelt des Nord-Ostsee-Kanals während der Bauarbeiten und der Anlieferung von Baumaterialien per Schiff negativ beeinträchtigt?

Der Nord-Ostsee-Kanal ist eine sehr stark befahrene Schifffahrtsroute. Unsere Bautransporte per Schiff fallen dabei nicht ins Gewicht. Bei den Bauarbeiten in der Borgstedter Enge stellen wir mithilfe verschiedener Maßnahmen sicher, dass es nicht zu einer Beeinträchtigung der Fischfauna während des Neubaus des Abrisses der alten Brückenpfeiler kommt.

Warum Baulärmmonitoring?

Die bauvorbereitenden Arbeiten für den Ersatzneubau der Rader Hochbrücke haben begonnen. Durch Bauarbeiten verursachter Lärm kann für die Betroffenen sehr belastend sein. Die DEGES hat daher bereits im Genehmigungsverfahren zugesagt, diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Einen Baustein stellt das sogenannte Baulärmmonitoring dar, dessen Ergebnisse hier veröffentlicht werden.

Beim Baulärmmonitoring für den Bau der Rader Hochbrücke werden an repräsentativen Messpunkten kontinuierlich die Schallimmissionen gemessen.

Gemessen werden dabei alle Geräusche, die in diesem Bereich auftreten. Dies können neben Geräuschen aus der Bautätigkeit auch Verkehrs- und Naturgeräusche, wie Vögelzwitschern oder Wind sein.

Der Messpunkt befindet sich im Treidelweg in Borgstedt in unmittelbarer Nähe zur Baustelle in ca. 4,5m Höhe.

In den Diagrammen sind die A-bewerteten äquivalenten Dauerschallpegel, gemittelt über eine Stunde, bzw. einen Tag, in dB(A) dargestellt.

  • Tag: 7 bis 20 Uhr
  • Nacht: 20 bis 7 Uhr

(entsprechend AVV Baulärm)

Tagesansicht

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Monatsansicht

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