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A 7: HH-Othmarschen – Landesgrenze HH/SH In Bau

Acht-/sechsstreifige Erweiterung von 11,6 km in Hamburg

Der fertiggestellte Tunnel Schnelsen im Mai 2023 | Bildnachweis: Hajo Dietz

Daten und Fakten

  • Gesamtlänge: 11,6 km
  • Investitionsvolumen: ca. 790 Mio. €

Hinweis

Aktuelle Verkehrsmeldungen finden Sie auf der Seite der Autobahn GmbH des Bundes.

Karte

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Weitere Informationen

Projektbeschreibung

Die Autobahn A 7 ist Deutschlands wichtigste überregionale Nord-Süd-Verbindung. Die mit 964 Kilometern längste deutsche Autobahn ist die zentrale Verbindung zwischen Skandinavien und Österreich. Innerhalb der Stadtgrenzen verbindet die Autobahn zudem den gesamten Westen Hamburgs. Zusammen mit der A 23 bindet die A 7 den Hamburger Flughafen und den Hamburger Hafen an das westliche und nördliche Umland an.

Aufgrund der Doppelfunktion für den Durchgangs- und Stadtverkehr ist der Streckenabschnitt zwischen der Landesgrenze Schleswig-Holstein/Hamburg und dem Elbtunnel überdurchschnittlich hoch belastet. Auf kaum einem anderen Autobahnabschnitt in Deutschland fahren so viele Autos pro Tag. Auf dem ehemals sechsstreifigen Abschnitt vom Autobahndreieck (AD) Hamburg-Nordwest bis zur Anschlussstelle (AS) Hamburg-Stellingen verkehrten im Jahr 2014 täglich 154.000 Kraftfahrzeuge, der Schwerlastanteil betrug 16 Prozent. Der theoretische Grenzwert für sechs Fahrstreifen, die dort zur Verfügung standen, wurde hier deutlich überschritten.

Diese Werte liegen deutlich über den ursprünglichen Planungen für die Westumfahrung und den Elbtunnel aus den Jahren 1975 und 1992, in denen zunächst 56.000 Fahrzeuge und später 100.000 Fahrzeuge prognostiziert worden waren.

Auf dem ehemals vierstreifigen Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Hamburg-Schnelsen und dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest war die Überlastung sogar noch größer. Auch die Unfallquote war überdurchschnittlich hoch. Damit war auch hier ein Ausbau der A 7 zwingend notwendig.

Auf bis zu acht durchgehenden Fahrstreifen bewegen sich die Fahrzeuge nun bereits auf mehreren fertiggestellten Abschnitten der Nord-Süd-Schlagader durch die Freie und Hansestadt Hamburg. Zusätzlich gibt es noch Ein- und Ausfädelungsstreifen an den Anschlussstellen und am Autobahndreieck HH Nord-West sowie Verflechtungsstreifen.

Zur Ermittlung der optimalen Fahrbahnbreiten simulierten Verkehrswissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum die künftige Verkehrssituation auf der A 7. Sie bestätigten den Ausbauvorschlag des Landes Hamburg und dessen Auftragnehmer DEGES. Für die Erweiterung auf acht Fahrstreifen wurde der Regelquerschnitt (RQ) 43 mit zwei zusätzlichen Verflechtungsstreifen sowie Ein- und Ausfädelungsstreifen an den Anschlussstellen gewählt. Die Fahrbahn ist damit insgesamt etwa 51 Meter breit. Für das Autobahndreieck Hamburg-Nordwest wurde ein sechsstreifiger Ausbau mit dem RQ 36 konzipiert. Zur Erläuterung: Der Regelquerschnitt ist eine deutsche Richtlinie für den Straßenaufbau und die Straßenbreite in Metern. Er umfasst die gesamte Fahrbahn – einschließlich der eigentlichen Fahrstreifen in beide Richtungen sowie des Mittelstreifens und der Standstreifen.

Abschnitt Altona:

  • Im Zusammenhang mit der Erweiterung auf acht Fahrstreifen hat der Bund für die gesetzlich vor­geschriebenen Lärmschutzmaßnahmen zu sorgen. Unter anderem ist dafür ein 730 Meter langer Tunnel notwendig.
  • Um die trennende Wirkung der A 7 weitgehend zu beheben, wurden von Hamburg Tunnel­ergänzungen geplant. Der Tunnel Altona wird eine Gesamtlänge von 2.230 Meter umfassen. Die Mehrkosten für die Mehrlänge trägt die Stadt Hamburg. Sie ist über eine Finanzierungsvereinbarung von 25 Prozent an den gesamten Baukosten beteiligt.
  • Weitere Infos zum Tunnel Altona finden Sie auf der Projektseite.

Abschnitt Stellingen:

  • Zentrales Lärmschutzbauwerk ist ein 960 Meter langer und ca. 50 Meter breiter Tunnel, in dem insgesamt zehn Fahrstreifen zuzüglich beidseitiger Seitenstreifen untergebracht sind. Um die Baudurchführung (6+0-Verkehr) zu erleichtern, wurde die Brücke im Zuge der Güterumgehungsbahn vorab auf den künftigen Autobahnquerschnitt angepasst.
  • Weitere Infos zum Tunnel Stellingen finden Sie auf der Projektseite.

Abschnitt Schnelsen:

  • Der gesetzlich erforderliche Lärmschutz hätte mit Lärmschutzwänden erreicht werden können. Aus Gründen der „Stadtreparatur“ wurde jedoch ein 550 Meter langer Tunnel gebaut. Die Mehrkosten dafür trägt Hamburg.
  • Die bauliche Realisierung des Tunnels Schnelsen erfolgte im Rahmen eines ÖPP-Projekts (Öffentlich-Private Partnerschaft). Der ÖPP-Abschnitt im Raum Hamburg endet südlich des Autobahndreiecks Hamburg-Nordwest. Insgesamt reicht das ÖPP-Projekt von südlich des AD Hamburg-Nordwest bis zum AD Bordesholm in Schleswig-Holstein (65 km).
  • Weitere Infos zum Tunnel Schnelsen finden Sie auf der Projektseite.

Hier können Sie sich einen Flyer der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation zur Sicherheit in den neuen Tunnelanlagen Schnelsen, Stellingen und Altona herunterladen.

 

Die Geschichte der A 7 in Hamburg

Gesamttunnelbauwerk Altona inkl. Ausstattung

Herstellung der Tunnelröhre Altona Ost, Richtungsfahrbahn Nord / Flensburg

Beginn Hauptbauphase Tunnelröhre Altona West, Richtungsfahrbahn Süd / Hannover

Gesamtinbetriebnahme Tunnel Stellingen

Bauabschnitt Altona: Start der bauvorbereitenden Maßnahmen im nachgeordneten Stadtnetz

Verkehrsfreigabe ÖPP-Projekt: Tunnel Schnelsen

Verkehrsfreigabe ÖPP-Projekt: Strecke 60 km auf Schleswig-Holsteiner Gebiet

Erlass Planfeststellungsbeschluss Bauabschnitt Altona

Fertigstellung Neubau Langenfelder Brücke im Zuge der A 7 (zwischen Stellingen und Volkspark)

Baubeginn Tunnel Stellingen

Beginn der Öffentlich-Privaten Partnerschaft zum Ausbau der A 7 im Abschnitt Schnelsen bis zur Landesgrenze Schleswig-Holstein

Start Abbruch und Neubau der Langenfelder Brücke in Stellingen

Erlass Planfeststellungsbeschluss Bauabschnitt Stellingen

Erster Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau der A 7 auf Hamburger Stadtgebiet für den Abschnitt Schnelsen ist erteilt.

Der europaweit ausgeschriebene freiraumplanerische Ideen-Wettbewerb zur Gestaltung des Altonaer Deckels ist entschieden.

Der europaweit ausgeschriebene Realisierungswettbewerb für die Gestaltung der Deckelabschnitte Schnelsen und Stellingen ist entschieden.

Die Bürgerschaft beschließt am 3. März 2009 die Finanzierung umfangreicher Deckelverlängerungen in Bahrenfeld/Othmarschen sowie einer Überdeckelung in Schnelsen.

Die A 7 soll ausgebaut werden, um den gewachsenen Verkehrsstrom bewältigen zu können.

Die DEGES erstellt für den Abschnitt von Schnelsen bis Othmarschen eine Studie zum erforderlichen Immissionsschutz. Ergebnis der Studie ist, dass in dem 11,6 Kilometer langen Abschnitt größere Lärmschutzbauwerke errichtet werden müssen.

Die vierte Elbtunnelröhre wird am 28. Oktober 2002 in Betrieb genommen.

Die gestiegenen Anforderungen an den Tunnelbetrieb und die Verkehrsüberwachung machen den Bau einer neuen Betriebszentrale notwendig.

Der Bau der vierten Elbtunnelröhre beginnt.

Seit der Verkehrsfreigabe 1975 hat sich das tägliche Verkehrsaufkommen im Elbtunnel nahezu verdoppelt: von 56.000 auf 102.300 Kraftfahrzeuge.

Der Planfeststellungsbeschluss für die vierte Elbtunnelröhre erfolgt am 16. August 1990.

Es werden erste Überlegungen angestellt, den Autobahnabschnitt vom Elbtunnel zum Holstenkamp in Bahrenfeld umfassend zu überdeckeln.

Die Idee wird jedoch im Planfeststellungsverfahren zur vierten Elbtunnelröhre aufgrund zu hoher Kosten verworfen.

Der Senat beschließt, den Verkehr über die Elbe zu fördern und beim Bundesverkehrsministerium den Bau einer vierten Elbtunnelröhre zu beantragen.

Die zunehmende Attraktivität der Strecke – ergänzt durch weitere Brückenverbindungen zwischen den dänischen Inseln – hat zusammen mit dem stark zunehmenden norddeutschen Regionalverkehr zu einem gewaltigen Anwachsen der Nord-Süd-Verkehrsbewegung geführt. Deshalb soll der neue Elbtunnel schon bald erweitert werden.

Der Elbtunnel und die 31 Kilometer lange Autobahn der Hamburger West-Umgehung werden am 10. Januar 1975 für den Verkehr freigegeben.

Sie verbinden das Autobahndreieck Hamburg-Nordwest mit dem Horster Dreieck, wobei etwa in der Mitte die neue Köhlbrandbrücke abzweigt.

Der Bau des Elbtunnels beginnt am 20. Juni 1968.

Insgesamt soll er 3,33 Kilometer lang werden, 2,65 Kilometer davon in geschlossener (bergmännischer) Bauweise. Der Tunnel gilt als „Europas komplizierteste Baustelle“. Das 150-Millionen-Mark-Projekt wird von den Medien als „technische Sensation“ gefeiert. Die Besonderheit: Es müssen acht Betonsenkkästen mit einer Stücklänge von 132 Metern und einem Gewicht von 46.000 Tonnen miteinander verbunden werden.

Die Planungen für den zweiten Elbtunnel starten.

Der damals vorgesehene Verlauf der Trasse entspricht exakt dem der heutigen Umgehungsautobahn A 7. Die Elbbrücken waren das Nadelöhr für Autofahrer auf der Strecke zwischen Skandinavien und Kontinentaleuropa. Mit dem Bau des neuen Elbtunnels sollte der Verkehr im Bereich der Hansestadt Hamburg entlastet werden.

Projektstand

Abschnitt Altona:

  • Das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt Altona wurde Ende September 2017 eingeleitet und am 18. Dezember 2018 mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen. Der Baubeginn erfolgte im März 2021. Der Tunnel Altona soll Ende 2029 fertiggestellt werden.

Langenfelder Brücke

  • Der Bau der Langenfelder Brücke als vorgezogenes Einzelprojekt wurde im Oktober 2018 abgeschlossen.

Abschnitt Stellingen

  • Das Planfeststellungsverfahren für den Tunnel Stellingen wurde am 11. Januar 2011 eingeleitet und am 23. August 2013 mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen. Seit Ende April 2016 wurde der Tunnel Stellingen gebaut. Die Fertigstellung erfolgte im Februar 2021.
Der fertiggestellte Tunnel Stellingen im Mai 2023 | Bildnachweis: Hajo Dietz

 

Abschnitt Schnelsen

  • Das Planfeststellungsverfahren für den Tunnel Schnelsen wurde am 26. April 2007 eingeleitet und am 30. Mai 2012 mit dem Planfeststellungsbeschluss abgeschlossen. Seit Herbst 2014 wurde der Tunnel Schnelsen gebaut. Die Fertigstellung erfolgte im Dezember 2019.
  • Auftragnehmer für das ÖPP-Projekt für den Abschnitt Schnelsen ist Via Solutions Nord, ein Konsortium aus den Firmen Hochtief, DIF und Kemna. Insgesamt reicht das ÖPP-Projekt bis zum AD Dreieck Bordesholm in Schleswig-Holstein (65 km).
Der fertiggestellte Tunnel Schnelsen im Mai 2023 | Bildnachweis: Hajo Dietz

Fotos

Ziele und Nutzen

Mehr Fahrstreifen und weniger Lärm für die Anwohner

Drei Hamburger Deckel sorgen für mehr Ruhe entlang der Autobahn. Mehr Fahrstreifen bedeuten einen erhöhten Fahrkomfort und mehr Sicherheit für Autofahrer.

Im Hamburger Westen entsteht ein europaweit zukunftsweisendes Lärmschutzprojekt. Im Zuge der Erweiterung der A 7 um zwei Fahrstreifen nördlich des Elbtunnels wird ein umfassender Lärmschutz aus Tunneln und Wänden in Altona und Eimsbüttel geschaffen. Ein Gewinn an Lebensqualität: Auf den Tunneldeckeln entstehen Parkanlagen und Kleingärten, Quartiere wachsen zusammen und auf lärmberuhigten Flächen können mehr als 3.000 neue Wohnungen errichtet werden.

Den Fahrkomfort erhöhen: Die A 7 erhält mehr Fahrstreifen

Übersicht des Ausbaus der A 7
Ausbau auf sechs bis acht Fahrstreifen | Bildnachweis: BWVI

 

Der Ausbau der A 7 ist zwingend erforderlich, um den Fernverkehr nicht zum Erliegen zu bringen und die Mobilität der Hamburger zu gewährleisten. Das Konzept: Neue Verflechtungsstreifen auf der rechten Fahrbahnseite schaffen zwischen den dicht aufeinanderfolgenden Anschlussstellen Platz für alle Fahrer, die die A 7 innerhalb Hamburgs auf kurzer Distanz nutzen. Auf den inneren Fahrstreifen bleibt Raum für den Durchgangsverkehr.

Lärmschutz durch Deckel, moderne Schutzwände und lärmmindernden Asphalt

Um die Umgebung trotz des zunehmenden Verkehrs auf der Autobahn zuverlässig vor dem Verkehrslärm schützen zu können, wurden neben Lärmschutzwänden und -wällen sowie lärmminderndem Asphalt drei Lärmschutztunnel geplant – das Herzstück der gesamten Lärmschutzmaßnahmen. Möglich wird der umfassende Lärmschutz im Hamburger Westen, weil die Erweiterung der A 7 eine wesentliche Änderung einer Verkehrsanlage darstellt. Daraus ergibt sich ein Anspruch auf Lärmschutz auf Basis der derzeit geltenden gesetzlichen Immissionsgrenzwerte.

Die schalltechnischen Untersuchungen ergaben, dass im gesamten Erweiterungsabschnitt neue Lärmschutzmaßnahmen nötig sind. Damit profitieren nicht nur die Anwohner im Umfeld der drei Deckel, sondern auf der gesamten Länge der A 7 vom Elbtunnel bis zur Landesgrenze wird der Lärmschutz erheblich verbessert.

Lärmschutzbauwerke in hoher gestalterischer Qualität

Planungen für begrünte Lärmschutzwände
Lebendige Gestaltung: Entwurf für begrünte Lärmschutz- und Tunnelwand | Bildnachweis: BSW

Bei der Planung des Lärmschutzes wurden neben technischen und wirtschaftlichen auch gestalterische und städtebauliche Gesichtspunkte berücksichtigt. Insbesondere die Lärmschutzwände sind von hoher gestalterischer Qualität, mit einer klaren und einheitlichen Formensprache sowie dezenter Farbgebung. An den Tunnelportalen fließen die Lärmschutzwände – am Rand und im Mittelstreifen – harmonisch ineinander. An den Enden der Tunneloberflächen stehen zudem Lärmschutzwände, die die neuen Parks auf den Deckeln vor Lärm schützen.

Teilprojekt Langenfelder Brücke

Neubau bei laufendem Verkehr

Mit der fast 400 Meter langen Langenfelder Brücke überquert der A-7-Verkehr die Bahnanlagen Hamburg-Langenfelde, die Hauptverkehrsstraße Binsbarg und den Rohlfsweg. Sie war für den achtstreifigen Ausbau und den Lärmschutz nicht breit und tragfähig genug, daher wurde sie in einem aufwendigen Verfahren zurück- und anschließend neu gebaut.

Eine Höchstleistung der Ingenieure, denn der Neubau erfolgte bei laufendem Verkehr – auf der Brücke und darunter. Statt eines herkömmlichen Abbruchs wurde in zwei Schritten kontrolliert zurückgebaut: zunächst der östliche (Fahrbahn Richtung Norden), dann der westliche Überbau (Fahrbahn Richtung Süden). Der Verkehr wurde derweil sechsstreifig über den jeweils anderen Brückenteil geleitet. Der Bahnbetrieb konnte durchgehend weiterlaufen.

Wichtige Bauphasen im Überblick

Bauphasen der Langenfelder BRücke
Die Bauphasen | Bildnachweis: BWVI

 

Eine weltweit neue Technik des Brückenabbruchs ermöglichte 2015/2016 einen nahezu reibungslosen Abriss und Neubau des östlichen Brückenteils: Die alte Fahrbahn Richtung Norden (östlicher Überbau) wurde nicht an gleicher Stelle zerkleinert, sondern in einem Stück mittels Hydraulikzylindern, Stahlseilen und Teflon-beschichteten Verschiebelagern auf festen Untergrund gezogen – um sie dort, abseits der Bahngleise, zu zerkleinern.

Auch beim Neubau wurden 2015/2016 Brückenteile am Stück über die Gleise verschoben – insgesamt rund 3.500 Tonnen Stahl über eine Gesamtlänge von ca. 330 Metern. Ende April lag die komplette Stahlkonstruktion in ihrer endgültigen Position. Die zwei Konstruktionen wurden anschließend verschweißt und rund 1.000 Betonplatten für die Fahrbahn verlegt. Ende 2016 konnte die neue Fahrbahn Richtung Norden planmäßig für den Verkehr freigegeben werden.

Nach der Verkehrsumlegung auf die östliche Seite starteten im Frühjahr 2017 die Arbeiten für den Abbruch des westlichen Überbaus der Langenfelder Brücke. Im August 2017 war der Abbruch (Fahrbahn Richtung Süden) bereits abgeschlossen. Neben dem konventionellen Abbruch „mit schwerem Gerät“ musste auch bei diesem Brückenteil der alte Betonüberbau mit einer Länge von 137 Metern und einem Gewicht von fast 7000 Tonnen über die Gleisbereiche der Deutschen Bahn ausgeschoben werden. Die Herstellung der neuen Stahlkonstruktion West ist seit März 2018 abgeschlossen. Im Nachgang startete der Fahrbahnaufbau mit der Betonage des Überbaus.

Die Streckenentwässerung und Brückenkappen, als seitliche Begrenzung der Brücke, wurden im Sommer 2018 fertiggestellt. Dann folgte der Fahrbahnaufbau (Asphaltieren) und die verkehrstechnische Ausstattung des Brückenbauwerks mit Betonleitwänden und Verkehrszeichenbrücken. Parallel dazu lief die Montage der Lärmschutzwände auf der Westseite des neuen Brückenteils. Im Oktober 2018 wurde der Abbruch und Neubau beider Brückenbauwerke erfolgreich abgeschlossen.

Videos

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(Februar 2018)

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(Februar 2015)

Bildergalerie

 

Finanzierung

Der Aus- und Neubau von Bundesfernstraßen wie der der A 7 wird generell aus dem Bundeshaushalt finanziert. Voraussetzung dafür ist die Einordnung der Maßnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Im Falle der A 7 ist dies für alle drei Abschnitte gegeben. Den gesetzlich erforderlichen Lärmschutz trägt deshalb ebenfalls der Bund.

Hamburg beteiligt sich an den Kosten für die ergänzenden Deckelabschnitte, die über den reinen Lärmschutz hinaus einen städtebaulichen Nutzen haben. Die städtischen Flächen im Umfeld der lärmberuhigten Autobahn werden für den Wohnungsbau entwickelt.

Der Abschnitt Schnelsen sowie der nördliche Teil des Abschnittes Stellingen bis zur Betriebswendeschleife Niendorfer Gehege wurden als Bestandteil eines Öffentlich-Privaten Partnerschaftsprojektes durch einen privaten Träger ausgebaut und betrieben.

Stadtentwicklung

Impulse für die Stadtentwicklung

Der Ausbau der A 7 löst in den Bezirken Eimsbüttel und Altona Impulse für die Stadtentwicklung aus, die weit über die benachbarten Flächen hinausstrahlen. Herzstück des Vorhabens sind drei Tunnelanlagen in Schnelsen, Stellingen und Altona – die „Hamburger Deckel“. Diese schützen nicht nur vor Lärm, sondern bieten den Bürgerinnen und Bürgern vor allem eines: mehr Lebensqualität. Hamburg hat deshalb 2009 beschlossen, über die für den Lärmschutz notwendigen Überdeckelungen der Autobahn in Altona und Stellingen hinaus weitere Deckel zu schaffen – anstatt geplanter Lärmschutzwände.

Dort, wo Hamburg mehr als den gesetzlich vorgeschriebenen Lärmschutz realisiert hat bzw. realisieren wird, muss sich die Stadt auch an der Finanzierung beteiligen. Die Kosten sollen aus dem Verkauf von städtischen Flächen gezahlt werden, die durch die Verlagerung von Grünanlagen und Kleingärten auf die Autobahndeckel für die Entwicklung von Wohnungsbau frei werden.

Der rund 730 Meter lange (Pflicht-)Deckel in Altona wurde auf über zwei Kilometer bis zum Volkspark ergänzt − und in Schnelsen ein zusätzlicher Deckel in der Länge von circa 560 Metern gebaut. Damit sind in Hamburg zusammen mit dem circa 960 Meter langen Stellinger Bundesdeckel ungefähr 3,5 Kilometer überdeckelte Autobahn geplant bzw. umgesetzt.

Wo heute teilweise noch die A 7 eine Schneise durch die Stadtteile im Hamburger Westen zieht, erinnert im Bereich der neuen Deckel bereits heute nicht mehr viel an eine Bundesautobahn. Stattdessen stehen nach Fertigstellung des letzten Deckels in Altona ca. 27 Hektar neu gewonnene Grünflächen den Hamburgern für Freizeit und Erholung mit Fuß- und Radwegen, Parkanlagen und Kleingärten sowie Spiel- und Freizeitflächen zur Verfügung.

Die Gestaltung der Deckel in Schnelsen, Stellingen und Altona wurde durch freiraumplanerische Wettbewerbe ausgewählt. Auf der Basis der Siegerentwürfe werden die Deckelgrünflächen gestaltet und für alle drei Flächen Bebauungspläne aufgestellt, die die Nutzungen Parkanlage und Kleingärten planrechtlich sichern. Der Planungsprozess zur Gestaltung der Deckeloberflächen lief in enger Abstimmung mit den jeweiligen Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der A 7.

Weitere Informationen auf den Seiten der Stadt Hamburg

Informationen zum Deckel in Schnelsen: A7-Deckel in Schnelsen – Bezirksamt Eimsbüttel – FHH – hamburg.de

Informationen zum Deckel in Stellingen: A7-Deckel in Stellingen – Bezirksamt Eimsbüttel – FHH – hamburg.de

Informationen zum Decken in Altona: Der Deckel Altona – hamburg.de

Einleitung

Der Verkehr in Deutschland nimmt stetig zu. Durch Neu- und Ausbau von Bundesfernstraßen wird die Leistungsfähigkeit des Fernstraßennetzes gesichert. Um Strecken bei Bedarf an die gestiegenen Verkehrsmengen anpassen zu können, müssen enorme finanzielle Mittel aufgebracht werden. Die Ressourcen des Bundes sind jedoch begrenzt. Bereits seit über 15 Jahren gehen der Bund und private Unternehmen Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP) ein, um Autobahnen und Bundesstraßen in Deutschland in hoher Qualität zu erhalten, zu erneuern und auszubauen.

Welche Vorteile hat eine Öffentlich-Private Partnerschaft?

Illustration Mann und Frau freuen sich mit Daumen hochDie Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit privaten Unternehmen bringt eine Reihe von Vorteilen:

  • Der Bau bzw. Ausbau von großen Autobahnabschnitten wird schneller umgesetzt.
  • Die Bauausführung hat eine überdurchschnittlich hohe Qualität.
  • Der private Partner trägt Verantwortung für einen langen Zeitraum und richtet seine Arbeiten nach dem Lebenszyklus der Infrastruktureinrichtung aus.

Wie wird eine ÖPP-Vereinbarung geschlossen?

Illustration AusschreibungsunterlagenDie öffentliche Hand schreibt das Infrastrukturprojekt in einem europaweiten Vergabeverfahren aus. Nach Eingang der Erstangebote erfolgen Verhandlungen, und die Bieter geben ihr endgültiges Angebot ab. In der abschließenden Wirtschaft­lichkeits­untersuchung (aWU) wird das am besten bewertete Angebot mit dem konventionellen Vergleichsmaßstab (sog. Public Sector Comparator, PSC, der die Kosten des Vorhabens bei Realisierung allein durch die öffentliche Hand ausdrückt) verglichen. Nur wenn das ÖPP-Angebot mindestens ebenso wirtschaftlich ist wie die konventionelle Realisierung, erfolgt die Vergabe, und der ÖPP-Projektvertrag kommt zustande.

Was sind die Inhalte eines ÖPP-Vertrags?

Illustration Frau und Mann schütteln sich partnerschaftlich die HändeDem privaten Partner werden für einen genau festgelegten Streckenabschnitt die Planung, der Bau, die Erhaltung und der Betrieb übertragen. Die private Seite übernimmt ebenfalls einen Teil der Finanzierung des Projektes. Die Laufzeit eines ÖPP-Vertrags beträgt in der Regel dreißig Jahre.

Führt ein ÖPP-Projekt zur Privatisierung der Infrastruktur?

Illustration Bundesadler vor StraßeNein. Der Staat überträgt privaten Unternehmen Aufgaben, die zuvor von der öffentlichen Hand erledigt wurden. Der private Partner setzt das Projekt effizient um. Der als ÖPP realisierte Streckenabschnitt bleibt dabei über die gesamte Laufzeit des Vertrages und auch danach Eigentum des Bundes. Auch hoheitliche Aufgaben werden nicht übertragen (Ausnahme: Gebührenerhebung beim F-Modell, siehe „Wie wird ein ÖPP-Projekt finanziert?“).

Wie wird ein ÖPP-Projekt finanziert?

Das private Unternehmen finanziert einen Teil der Baukosten. In der Regel leistet die öffentliche Hand eine Anschubfinanzierung.

Illustration eine Hand reicht der anderen einen 100er ScheinSobald die Strecke in Betrieb genommen wird, erhält der private Partner von der öffentlichen Hand eine Vergütung. Diese Zahlungsverpflichtungen werden im Bundeshaushalt für die gesamte Vertragslaufzeit ausgewiesen und stellen somit keine verdeckte Staatsverschuldung und/oder Umgehung der Schuldenbremse dar.

Wie die Vergütung bemessen und auf welcher Grundlage sie bezahlt wird, hängt von der Art des ÖPP-Vertrags ab. Im Bundesfernstraßenbau gibt es hierfür drei verschiedene Grundmodelle.

Das A-Modell

Illustration Hände reichen sich GeldscheinBeim Ausbau-Modell (A-Modell) richtet sich die Vergütung für das private Unternehmen nach der Anzahl der Fahrzeuge, die nach Fertigstellung den Abschnitt nutzen. Die Grundlage der Vergütung ist die Lkw-Maut, die in Deutschland seit 2005 auf Autobahnen und seit 2018 auf Bundesstraßen erhoben wird.

Wenn bei Baustellen oder Qualitätsmängeln auf der Strecke Fahrstreifen gesperrt werden oder der Verkehr anderweitig beeinträchtigt wird, erfolgen Abzüge von der Vergütung.

Das V-Modell

Illustration Hände reichen sich GeldscheinBeim Verfügbarkeitsmodell (V-Modell) erhält der private Partner eine Vergütung dafür, dass die Strecke im festgelegten Umfang und vereinbarter Qualität für den Verkehr nutzbar ist.

Wenn baubedingt Fahrstreifen reduziert oder Geschwindigkeitsbeschränkungen eingerichtet werden müssen, reduziert die öffentliche Hand ihre Zahlungen.

Das F-Modell

Illustration Hände reichen sich GeldscheinDas F-Modell wurde benannt nach dem Fern­straßen­bau­privat­finanzierungs­gesetz.

Auf Grundlage des Gesetzes kann der private Betreiber für die Nutzung des Streckenabschnitts eine Gebühr von allen Verkehrs­teilnehmern einfordern. Das heißt, die Mautpflicht besteht beispielsweise auch für Pkw und Motorräder. Die Höhe der Maut wird durch die zuständige Landesbehörde festgelegt. Die Anwendung des F-Modells ist beschränkt auf Brücken, Tunnel und Gebirgspässe sowie auf mehrstreifige, autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraßen.

Fragen und Antworten

Was ist geplant?

Autobahnausbau:
Die Fahrbahnen der A 7 sollen in den Abschnitten Stellingen und Altona von sechs auf acht, im Abschnitt Schnelsen von vier auf sechs Fahrstreifen erweitert werden. Teilweise entstehen auf der rechten Seite zusätzliche Verflechtungsstreifen, die mehr Platz und Sicherheit für den ein- und ausfahrenden Verkehr im Bereich der Anschlussstellen schaffen.

Hamburger Deckel:
Parallel entsteht in Schnelsen, Stellingen und Altona ein neues Lärmschutz- und Stadtentwicklungsprojekt: die sogenannten Hamburger Deckel, drei Lärmschutztunnel, auf deren Dächern Grünflächen mit Parkanlagen, Kleingärten sowie Rad- und Spazierwege geplant sind. Die Deckel sorgen für Stadtreparatur, wo die Autobahn in den 1970er Jahre die Stadtstruktur zerstört hat.

Warum muss die Autobahn ausgebaut werden?

Die A 7 im Bereich Hamburg ist eine der am stärksten befahrenen Autobahnen bundesweit. 152.000 Fahrzeuge passieren täglich allein den Abschnitt zwischen dem Autobahndreieck (AD) Hamburg-Nordwest und der Anschlussstelle (AS) Hamburg-Stellingen. Damit ist der Grenzwert der Verkehrsbelastung für eine sechsstreifige Autobahn um circa 25 Prozent überschritten. Wegen der hohen Verkehrsbelastungen kommt es gerade hier zu überdurchschnittlich vielen Unfällen und immer wieder zu langen Staus.

Wann geht es los?

Die Planungsphase läuft seit 2007. Für den Abschnitt Schnelsen hat der Bund die Finanzierung im Rahmen einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP) sichergestellt. Im Juni 2014 hat die Projektgesellschaft Via Solutions Nord GmbH & Co.KG den Zuschlag erhalten – bestehend aus HOCHTIEF PPP Solutions, dem mittelständischen Unternehmen KEMNA Bau aus Pinneberg und der niederländischen Finanzierungsgesellschaft Dutch Infrastructure Fund (DIF). Im gleichen Jahr haben bereits die ersten Arbeiten im Abschnitt Schnelsen begonnen. Mit dem Bau des Deckel Schnelsen wurde in 2015 gestartet.
Im Abschnitt Stellingen wurde als Vorwegmaßnahme bereits im März 2012 die Brücke der Güterumgehungsbahn erneuert. Die Langenfelder Brücke wird von 2014 bis ca. 2018 abgebrochen und neu gebaut. Dabei wird der Verkehr durchgehend sechsspurig erhalten. Mit dem Bau des Tunnelabschnittes Stellingen wurde im April 2015 begonnen.
Der Abschnitt Altona befindet sich noch in einem frühen Planungsstadium. Zurzeit werden mögliche Tunnelvarianten untersucht. Es wird angestrebt, Ende 2016 oder Anfang 2017 das Planfeststellungsverfahren einzuleiten. Der eigentliche Bau startet voraussichtlich erst ab 2020.

Warum wird erst im Norden und dann im Süden gebaut?

Für den Abschnitt Schnelsen hat der Bund im Rahmen des ÖPP-Projektes die Finanzierung sichergestellt. Im Bereich Stellingen gibt es die höchste Verkehrsbelastung – deshalb sollte dieser zentrale Abschnitt nur wenig zeitversetzt realisiert werden. Seit August 2015 liegt das Baurecht für den Tunnel Stellingen vor, sodass Anfang 2016 die ersten verkehrlichen und baulichen Maßnahmen beginnen konnten. Die Langenfelder Brücke wird aufgrund ihres schlechten Zustandes bereits seit 2014 erneuert.

Wer ist für das Projekt verantwortlich?

Im Bedarfsplan für Bundesfernstraßen wird der insgesamt etwa 11,6 Kilometer lange A 7-Abschnitt zwischen der Anschlussstelle (AS) HH-Othmarschen und der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein als vordringlich eingeordnet. Im Auftrag des Bundes ist das Amt für Verkehr und Straßenwesen der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) für den Ausbau der A 7 zuständig. Die Entwicklung der Deckeloberfläche und des städtebaulichen Umfelds fällt in den Aufgabenbereich des Amtes für Landesplanung und Stadtentwicklung der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW). Die DEGES wurde im Rahmen eines Dienstleistungsvertrages mit der Gesamtplanung und dem Bau beauftragt. Davon ausgenommen ist der Abschnitt auf Hamburger Gebiet von der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein bis zur Betriebswendeschleife Niendorfer Gehege, der im Rahmen des ÖPP-Projektes für den Zeitraum von 30 Jahren durch Via Solutions Nord unterhalten und betrieben wird. Betreiber der Strecke südlich des Niendorfer Geheges bis zur AS HH-Othmarschen – inklusive der fertigen Tunnel – ist der Landesbetrieb für Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG).

Wie wird das Projekt finanziert?

Der Aus- und Neubau von Bundesfernstraßen wie der A 7 wird generell aus dem Bundeshaushalt finanziert. Voraussetzung dafür ist allerdings die Einordnung der Maßnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Im Falle der A 7 ist dies gegeben. Die Kosten für den dazugehörigen gesetzlich vorgeschriebenen Lärmschutz trägt deshalb ebenfalls der Bund.

Da Hamburg ein großes Interesse am Ausbau und der Überdeckelung der A 7 hat, beteiligt sich die Hansestadt an den Kosten für die ergänzenden Deckelabschnitte und deren Gestaltung.

Warum leistet sich die Stadt Hamburg in Zeiten leerer Kassen eine kostspielige Lärmschutzvariante?

Hamburg zahlt lediglich die Differenz zwischen dem gesetzlich notwendigen Lärmschutz und den zusätzlichen Überdeckelungen, die den Bürgern der Stadt eine deutlich höhere Lebensqualität bieten und der Stadt den Bau von mehr als 3.800 neuen Wohnungen ermöglicht. In den benachbarten Stadtteilen können dringend benötigte Wohnungen gebaut und mit der Entwicklung dieser städtischen Flächen auch die Baukosten der Hamburger Deckel kompensiert werden.

Öffentliche Bauprojekte werden fast immer teurer als geplant. Wird dies beim Hamburger Deckel auch so sein?

Bei derart langfristigen Projekten können die Kosten immer variieren, schon durch die Steigerung der Materialkosten wie z. B. Stahl. Die Finanzierung der Autobahnerweiterung liegt aber grundsätzlich beim Bund, Hamburg trägt lediglich die Kosten für die Deckelergänzungen. Sowohl der Bund als auch die Stadt Hamburg versuchen die Kosten im vorgesehenen Rahmen zu halten und nicht zu vermeidende Kostensteigerungen zu minimieren.

Warum sollen auf den Tunneldächern Kleingartenparks entstehen?

Die Autobahntunnel dürfen wegen der hohen Lasten und der damit verbundenen hohen Baukosten nicht mit Wohngebäuden bebaut werden. Leichte Bauten, wie Gartenlauben, sind aber möglich. Aufbau und Qualität des Bodens auf den Deckeln wird für die Nutzung als Parkanlage und für Kleingärten geeignet sein. Es werden in erster Linie Kleingärten aus dem Umfeld der Autobahn auf die Deckel umziehen. Die durch diese Umsiedlung frei gewordenen, lärmberuhigten Hamburger Grundstücke werden für Wohnungsbau genutzt.

Wie ist der Boden auf den Deckeln genau beschaffen?

Auf dem Deckel wird eine 1,20 Meter starke, voll durchwurzelbare Bodenschicht aufgebracht. Dies wurde in den Planfeststellungsunterlagen und bei den Planungen auch statisch berücksichtigt. Das überschüssige Regenwasser wird seitlich von den Deckeln abgeführt, sodass es keine Probleme mit Stauwasser für die Bepflanzung geben wird. Es können grundsätzlich alle Bäume gepflanzt werden, die nach Kleingartengesetz zugelassen sind. Entscheidend sind die Bodenqualität und der Bodenaufbau. Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen wird mit dem Landesbund der Gartenfreunde die Voraussetzungen für eine Nutzung durch Kleingärten einvernehmlich abstimmen.

Wie werden die Auf- und Abfahrten der A 7 künftig ausgestaltet und ab welchem Punkt werden sie in geschlossener Bauweise errichtet?

Die Auf- und Abfahrten werden weitestgehend überdacht. Es wird kurze offene Einfahrbereiche geben, der größte Teil der Rampen wird abgedeckt. Damit passen sich die Rampen in das einheitliche Gestaltungskonzept der Lärmschutzeinrichtungen (Wände, Wälle, Portalbauwerke) besser ein.

Wie wird sich der Verkehr während der Bauphasen entwickeln?

Während der Bauphasen wird die bestehende Anzahl der Fahrspuren auf der A 7 aufrechterhalten. Nur zeitweilig ist von befristeten Sperrungen auszugehen, beispielsweise für Brückenabrisse oder während des Ausbaus von Anschlussstellen. Diese Sonderfälle werden angekündigt und rechtzeitig über die Medien kommuniziert.
Der Autobahnaus- und Tunnelneubau für den Abschnitt in Stellingen z. B. beginnt auf der Fahrbahn Richtung Flensburg. Währenddessen werden alle sechs Spuren auf die Gegenseite Richtung Hannover verlegt. Da der zeitgleich stattfindende Ausbau der Autobahn auf acht Spuren weniger Zeit erfordert als der gesamte Deckelbau, wird der Abschnitt nördlich des geplanten Tunnels schon früher schrittweise für den regulären Verkehr freigegeben. Sobald die erste Tunnelhälfte fertig ist, wird der gesamte Verkehr auf die andere Fahrbahnseite geleitet, bis der Tunnelbau auch auf der zweiten Fahrbahnseite abgeschlossen ist. Ähnlich ist das Vorgehen auch für die anderen Teilabschnitte vorgesehen.

Warum findet der Umbau der drei Teilabschnitte zeitlich versetzt und nicht zeitgleich statt?

Für die zeitlich aufeinander folgende Baudurchführung der Teilabschnitte gibt es zwei Gründe: Zum einen stellt der Bund nicht auf einen Schlag die Mittel für den Umbau der gesamten zwölf Kilometer bereit. Zum anderen müssten erst alle drei Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sein. Da diese sehr zeitaufwändig sind, würde dies bedeuten, dass erst wesentlich später mit dem Bau der gesamten Strecke begonnen werden könnte.

Was für Straßen sind potenziell noch als Querungen über den Deckel geplant?

Die jetzigen Straßen werden auch künftig über den Deckel geführt, die vorhandenen Brücken werden abgebrochen. Es werden jedoch in einzelnen Fällen nicht alle Verkehrsverbindungen aufrechterhalten (z. B. Baurstraße und Kielkamp) Der Holstenkamp kommt als neue Haupterschließungsstraße hinzu.

Was passiert, wenn es in einem der drei Tunnel brennt?

Sollte es in einem der zukünftigen Tunnel zu einem Brand kommen, werden immer zunächst beide Röhren voll gesperrt werden. Je nach Ausmaß und Entwicklung des Schadenfalls wird die Sperrung dann teilweise wieder aufgehoben, um eine eingeschränkte Verkehrsführung in der betroffenen Röhre zu ermöglichen. Im Fall einer längerfristigen Sperrung kann auf eine Gegenverkehrslösung zurückgegriffen werden. Das heißt: Der Verkehr in beide Richtungen wird durch die nicht betroffene Röhre geführt. Selbstverständlich gibt es auch ein Fluchtwege-Konzept für die Fahrzeuginsassen, das auch auf Basis der beiden getrennten Tunnel funktioniert.

Nach welchen Bestimmungen wird die Sicherheit überhaupt definiert?

Für alle Tunnel in Deutschland gilt die „Richtlinie für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln“ (RABT). Die dort beschriebenen Maßnahmen dienen vor allem der sicheren Verkehrsführung, der Vermeidung kritischer Ereignisse, dem Schutz der Tunnelnutzer, der Umwelt sowie der Unterstützung der Einsatzdienste (z. B. Polizei und Feuerwehr) bei der Hilfeleistung im Fall von Bränden, Unfällen und Pannen. Die Richtlinie gibt dabei keinen starren Maßstab vor. Aber ihre vielfältigen und unterschiedlichen Anforderungen aus Verkehrsqualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit sowie aus den Umweltbedingungen müssen in ein Gesamtsicherheitskonzept eingebunden werden.

Was heißt das für die Planung der Sicherheit in den Tunneln?

Die Sicherheit in den Tunneln hat von Beginn an höchste Priorität. Daher wird bereits in der Planungsphase mit der Aufstellung der erforderlichen Unterlagen für ein solches Gesamtsicherheitskonzept begonnen. Wesentliche bauliche und technische Voraussetzungen sind deshalb bereits berücksichtigt. Das Gesamtsicherheitskonzept befindet sich derzeit noch in abschließender Bearbeitung.

Wie werden die Tunnel belüftet?

Die Tunnel werden – analog dem Elbtunnel – mit Strahlventilatoren in Längsrichtung belüftet.

Gibt es Untersuchungen über die zu erwartenden Schadstoffemissionen an den Tunnelausgängen?

In den Planfeststellungsverfahren wird dieses Thema regulär bearbeitet. Zum Abschluss des Planfeststellungsverfahrens werden alle gültigen Grenzwerte eingehalten.
Im Bereich zwischen Elbtunnel und dem neuen Tunnelabschnitt in Altona haben erste Voruntersuchungen gezeigt, dass es möglicherweise ein Problem mit der Schadstoffkonzentration geben wird. Zur Lösung dieser Schadstoffproblematik werden zurzeit unterschiedliche Maßnahmen gegeneinander abgewogen. Dazu gehört auch eine spezielle Beschichtung des Fahrbahnbelags, wodurch eine signifikante Reduktion der Stickoxide (NOx) erreicht werden soll.

Was entsteht rechts und links der A 7 – insbesondere mit Blick auf Grünflächen, Wohnungsbau und Verkehr?

Es können im Umfeld der A 7 insgesamt auf ca. 60 Hektar Fläche insgesamt rund 3.800 Wohnungen geschaffen werden. Auf den Deckeln werden dafür ca. 27 Hektar neue Parks und Grünflächen entstehen. Bisher zerschnittene Parkanlagen, wie der Lutherpark und der Bonnepark, werden über den Deckelgrünzug wieder miteinander verbunden.

Wie viele Geschosse werden die Gebäude haben, die auf den neuen Wohnbauflächen rechts und links der Autobahn entstehen?

Die Höhe der Gebäude soll sich an der jeweiligen Nachbarschaft orientieren. Das wird im Einzelnen im Rahmen der zu erstellenden Bebauungspläne geregelt.

Gibt es für die künftigen Wohnbauflächen eine Naturschutzkartierung, also eine Aufnahme der bestehenden Tier- und Pflanzenwelt?

Im Rahmen der jeweiligen Bebauungsplanverfahren wird es eine genaue Bilanzierung der Eingriffe in Natur und Landschaft geben. Hierzu werden Kartierungen zu ggf. vorhandenen Biotopen, Tieren und Pflanzen durchgeführt.

Warum kann man nicht die Wohnungen direkt auf den Tunnel bauen?

Eine Wohnbebauung auf dem Tunnel lässt der Bund wegen der hohen Lasten und der damit verbundenen hohen Baukosten nicht zu. Die maximale Nutzlast auf dem Deckel beträgt 10 Kilonewton (kN) pro Quadratmeter, damit Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und Krankenwagen die Fläche befahren können. Denkbar sind aber Leichtbauten (z. B. ein Vereinshaus für die Kleingartenvereine aus Holz). Der Bau von Lauben im Zuge der Kleingartennutzung ist ebenfalls erlaubt.

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Kurzfilm: Herstellungskonzept der Langenfelder Brücke

Die Animation verdeutlicht beispielhaft, wie Abbruch und Neubau der Langenfelder Brücke zwischen den Anschlussstellen Stellingen und Volkspark abgelaufen sind.

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Kurzfilm: Blick in die Zukunft

Diese Computeranimation der DEGES zeigt, wie der Stadtraum entlang der A 7 im Abschnitt Altona nach dem Ausbau und der Überdeckelung der A 7 wirken könnte. Die Oberfläche des Deckels ist bislang nur als Wiese dargestellt – die künftige Gestaltung der Parkanlagen und Kleingärten (Ergebnisse der Ideenbörse und des Wettbewerbs für den Deckel) wird später ergänzt.

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