Projektbeschreibung

Die Autobahn A 7 ist Deutschlands wichtigste überregionale Nord-Süd-Verbindung. Die mit 964 Kilometern längste deutsche Autobahn ist die zentrale Verbindung zwischen Skandinavien und Österreich. Innerhalb der Stadtgrenzen verbindet die Autobahn zudem den gesamten Westen Hamburgs. Zusammen mit der A 23 bindet die A 7 den Hamburger Flughafen und den Hamburger Hafen an das westliche und nördliche Umland an.

Aufgrund der Doppelfunktion für den Durchgangs- und Stadtverkehr ist der Streckenabschnitt zwischen der Landesgrenze Schleswig-Holstein/Hamburg und dem Elbtunnel überdurchschnittlich hoch belastet. Auf kaum einem anderen Autobahnabschnitt in Deutschland fahren so viele Autos pro Tag. Allein auf dem sechsstreifigen Abschnitt vom Autobahndreieck (AD) Hamburg-Nordwest bis zur Anschlussstelle (AS) Hamburg-Stellingen verkehren täglich 152.000 Kraftfahrzeuge. Der theoretische Grenzwert für sechs Spuren, die dort zur Verfügung stehen, wird hier um 26 Prozent überschritten. Aktuelle Prognosen der ptv traffic mobility logistics AG zeigen, dass die Zahl weiter steigt: 2025 werden täglich etwa 165.000 Fahrzeuge diesen Abschnitt passieren.

Diese Werte liegen deutlich über den ursprünglichen Planungen für die Westumfahrung und den Elbtunnel aus den Jahren 1975 und 1992, in denen zunächst 56.000 Fahrzeuge und später 100.000 Fahrzeuge prognostiziert worden waren.

Auf dem vierstreifigen Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Hamburg-Schnelsen und dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest ist die Überlastung sogar noch größer. Auch die Unfallquote ist überdurchschnittlich hoch. Damit ist ein Ausbau der A 7 zwingend notwendig.

Auf bis zu acht durchgehenden Fahrstreifen werden sich die Fahrzeuge künftig auf der Nord-Süd-Schlagader durch die Freie und Hansestadt Hamburg bewegen. Zusätzlich gibt es noch Ein- und Ausfädelungsstreifen an den Anschlussstellen und am Autobahndreieck HH Nord-West sowie Verflechtungsstreifen.

Zur Ermittlung der optimalen Fahrbahnbreiten simulierten Verkehrswissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum die künftige Verkehrssituation auf der A 7. Sie bestätigten den Ausbauvorschlag des Landes Hamburg und dessen Auftragnehmer DEGES. Für die Erweiterung auf acht Spuren wird der Regelquerschnitt (RQ) 43 mit zwei zusätzlichen Verflechtungsstreifen sowie Ein- und Ausfädelungsstreifen an den Anschlussstellen gewählt. Die Fahrbahn wird insgesamt etwa 51 Meter breit sein. Für das Autobahndreieck Hamburg-Nordwest wurde ein sechsstreifiger Ausbau mit dem RQ 36 konzipiert. Zur Erläuterung: Der Regelquerschnitt ist eine deutsche Richtlinie für den Straßenaufbau und die Straßenbreite in Metern. Er umfasst die gesamte Fahrbahn – einschließlich der eigentlichen Fahrspuren in beide Richtungen sowie des Mittelstreifens und der Standstreifen.

Abschnitt Altona:

  • Im Zusammenhang mit der Erweiterung auf acht Fahrstreifen hat der Bund für die gesetzlich vor­geschriebenen Lärmschutzmaßnahmen zu sorgen. Unter anderem ist dafür ein 730 m langer Tunnel notwendig.
  • Um die trennende Wirkung der A 7 weitgehend zu beheben, sind von Hamburg Tunnel­ergänzungen geplant. Die Varianten beinhalten Tunnel bis zu einer Gesamtlänge von 2.230 m. Die Mehrkosten für die Mehrlänge von bis zu ca. 100 Mio. Euro (Bau) trägt Hamburg.
  • Weitere Infos zum Altonatunnel finden Sie auf der Projektseite.

Abschnitt Stellingen:

  • Zentrales Lärmschutzbauwerk ist ein 893 m langer und ca. 50 m breiter Tunnel, in dem insgesamt zehn Fahrstreifen zuzüglich beidseitiger Seitenstreifen untergebracht werden sollen. Um die Baudurchführung (6+0-Verkehr) zu erleichtern, wurde die Brücke im Zuge der Güterumgehungsbahn vorab auf den künftigen Autobahnquerschnitt angepasst.
  • Weitere Infos zum Stellingentunnel finden Sie auf der Projektseite.

Abschnitt Schnelsen:

  • Der gesetzlich erforderliche Lärmschutz könnte mit Lärmschutzwänden erreicht werden. Aus Gründen der „Stadtreparatur“ wird ein 550 m langer Tunnel gebaut. Die Mehrkosten dafür trägt Hamburg.
  • Die bauliche Realisierung des Schnelsentunnels erfolgt im Rahmen eines ÖPP-Projekts (Öffentlich-Private Partnerschaft). Der ÖPP-Abschnitt im Raum Hamburg endet südlich des Autobahndreiecks Hamburg-Nordwest. Insgesamt reicht das ÖPP-Projekt von südlich des AD Hamburg-Nordwest bis zum AD Bordesholm in Schleswig-Holstein (65 km).
  • Weitere Infos zum Schnelsentunnel finden Sie auf der Projektseite.

Sie können sich einen Flyer der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation zur Sicherheit in den neuen Tunnelanlagen Schnelsen, Stellingen und Altona herunterladen.

Besonderheiten

Am Krohnstiegtunnel wird ein Versuch zur Wirksamkeit eines beschickteten Fahrbahnbelages (NOxer) durchgeführt. Dieser soll Luftschadstoffe/Stickoxide reduzieren. Die Auswirkungen durch Schwerlastverkehr auf den Belag werden südlich des Elbtunnels auf einer 100 Meter langen Versuchsstrecke getestet.