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A 100: Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke In Planung

Berlins Infrastruktur fit für die Zukunft machen

Luftbild der Rudolf-Wissell-Brücke

Daten und Fakten

  • Gesamtlänge: 930 m
  • Verkehrsbelastung 2019: 180.000 Kfz/24 h
  • Besondere Herausforderung: Bauen unter Verkehr

Hinweis

Vielen Dank an alle Teilnehmer*innen unserer
Digitalen Informationsveranstaltung am 29. Oktober 2020, 19 bis 21 Uhr

Details zur Veranstaltung, unter anderem den Mitschnitt und die Präsentation finden Sie auf der Unterseite Informationsveranstaltung. 

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Projektbeschreibung

Die DEGES plant und realisiert im Auftrag des Bundes und der Autobahn GmbH des Bundes den Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke im Zuge der A 100. Ziel des Bauvorhabens ist es, dieses Herzstück des Berliner Straßensystems zu erneuern und an das gestiegene Verkehrsaufkommen anzupassen.

Das mit rund 930 Meter längste Brückenbauwerk Berlins muss neu gebaut werden. Das Bauwerk ist Teil des aktuell am drittmeisten befahrenen Autobahnabschnitts Deutschlands, war jedoch bei seiner Verkehrsfreigabe Anfang der 1960er Jahre nicht für die hohe Verkehrsbelastung der heutigen Zeit ausgelegt. Aktuell befahren täglich rund 180.000 Fahrzeuge die Brücke. Das Spannbeton-Bauwerk mit insgesamt sechs Fahrstreifen hat einen kritischen Zustand erreicht und muss zeitnah durch einen Neubau ersetzt werden.

Vorteile für Anwohner und Verkehrsteilnehmer

  • Entlastung von den derzeitigen Verkehrseinschränkungen wie Stau oder Teilsperrungen
  • Schnelle Verbindung zwischen den Bezirken und der Region
  • Kürzere Fahrzeiten
  • Sicherung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit
  • Effiziente Verkehrsanbindung an den Wirtschaftsstandort Berlin
  • Entscheidende Voraussetzung für weitere Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Berlin

Zeitplan

Baubeginn

Start Planfeststellungsverfahren

Abschluss der Entwurfsplanung

Abschluss der Vorplanung

Fahrbahnsanierung Fahrtrichtung Süd

Verkündung Gewinner Ideenwettbewerb

Fahrbahnsanierung Fahrtrichtung Nord

Start Wettbewerb zum Neubau der Rudolf-Wissell-Brücke

Beitragsbild ID BER
31. Mai 2021

Neue Ausgabe des Informationsdienstes zu den Projekten der DEGES in Berlin

Blick ins Studio der digitalen Informationsveranstaltung zum Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke und zum Umbau des Autobahndreiecks Charlottenburg
30. Oktober 2020

A 100: Über 300 Teilnehmer*innen bei der ersten digitalen Informationsveranstaltung

Luftaufnahme der Rudolf-Wissel-Brücke
29. Oktober 2020

A 100: Informationsveranstaltung zum Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke und zum Umbau des Autobahndreiecks Charlottenburg

Informationsdienst VERKEHRSPROJEKTE AKTUELL
24. August 2020

Informationsdienst VERKEHRSPROJEKTE AKTUELL informiert regelmäßig zu den Projekten der DEGES in Berlin

Autobahnen A 100 / A 111
28. Januar 2020

A 100 / A 111: Verkehrseinschränkungen in den Winterferien

13. November 2019

A 100: Baugrunderkundungen und Kampfmittelsondierungen

Baugrunduntersuchung an der Rudolf-Wissell-Brücke im Oktober 2019
9. Oktober 2019

A 100: Voruntersuchungen des Baugrunds für den Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke planmäßig verlaufen und drei Tage früher als geplant abgeschlossen

Luftaufnahme der Rudolf-Wissel-Brücke
2. Oktober 2019

A 100: Voruntersuchungen für Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke in den Berliner Herbstferien

Die letzteb Markierungsarbeiten der Rudolf-Wissell-Brücke
14. August 2018

A 100: Vorfristiger Sanierungsabschluss auf der Rudolf-Wissell-Brücke

Abschluss der Fahrbahnsanierung
13. August 2018

Rudolf-Wissell-Brücke ab Mittwoch wieder frei befahrbar

Videoaufnahmen der RWB mithilfe einer Drohne
30. Juli 2018

Drohnenaufnahmen der Fahrbahnsanierung der Rudolf-Wissell-Brücke

Gussasphalt wird aufgetragen
26. Juli 2018

Rudolf-Wissell-Brücke voraussichtlich bereits zum Ferienende wieder frei befahrbar

Infografik zur veränderten Verkehrsführung
2. Juli 2018

Südfahrbahn der Rudolf-Wissell-Brücke wird im Sommer erneuert

Bauarbeiter bei der Sanierung der Fahrbahndecke
20. Juni 2018

Fahrbahnsanierung der Rudolf-Wissell-Brücke

Visualisierung der geplanten Rudolf-Wissell-Brücke
3. Mai 2018

Wettbewerb zum Neubau der Rudolf-Wissell-Brücke entschieden

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
6. Juni 2017

Projekte in Berlin: Die Verkehrssicherheit erhalten

Pressebereich

Weitere Informationen finden Sie im Pressebereich dieses Projekts.

Zum Pressebereich

Besonderheiten und Herausforderungen

Die Rudolf-Wissell-Brücke ist in vielerlei Hinsicht besonders. Ihre Länge, ihr Standort, aber auch die Bedeutung für das Berliner Verkehrsnetz sorgen dafür, dass für einen Ersatzneubau keine Standardlösung möglich ist. Neben der sehr hohen Verkehrsbelastung muss bei der Planung auch die besondere Bauart der Brücke berücksichtigt werden. Es handelt sich um einen einteiligen Brückenüberbau mit exzentrischer Pfeilerstellung. Dies macht einen Teilabriss nicht ohne weiteres möglich. Die naheliegende Schleuse Charlottenburg, eine Hochspannungsleitung, Gleise der Deutschen Bahn für den Fern- und Nahverkehr sowie Kleingärten und Uferwege sorgen dafür, dass für die Planung und den Bau nur geringe Ausweichflächen zur Verfügung stehen.

Beste Lösung durch Wettbewerb ermittelt

Die DEGES startete im April 2017 einen einmaligen und für Straßenverkehrsprojekte unüblichen, europaweiten Wettbewerb, um die beste Lösung für den Verkehrsknotenpunkt Rudolf-Wissell-Brücke zu finden. Ein innovativer Ansatz, der für Straßenverkehrsprojekte normalerweise nicht angewandt wird. Es wurden bewusst möglichst viele Ingenieure an der Suche nach der besten Lösung beteiligt.

Nach einer ersten Phase, in der interessierte Ingenieursgemeinschaften und Arbeitsgemeinschaften europaweit ihre Eignung vorweisen mussten, wurden sechs Teilnehmer eingeladen, bis Mitte Juli 2017 erste Lösungsvorschläge zu entwickeln. Anschließend wurden die eingereichten Wettbewerbsbeiträge geprüft. Die besten drei Teilnehmer zogen daraufhin in die nächste Runde ein und vertieften ihre Lösungsvorschläge. Anfang 2018 erfolgte die Abschlussprüfung. In der Wettbewerbsjury saßen Vertreter des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, der Senatsverwaltung Berlin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, der Wissenschaft und praktizierenden Ingenieure sowie Vertreter der DEGES. Die Jury richtete ein besonderes Augenmerk auf den Bauablauf und die Verkehrsführung während der Bauzeit. Daneben gehörten auch Konstruktion/Bautechnologie, Planungs-/Bauzeit, Genehmigungsfähigkeit, Projektkosten/Wirtschaftlichkeit sowie Umweltverträglichkeit zu den Wertungskriterien.

Im Mai 2018 wurde der Gewinner des Ideenwettbewerbs für den Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke verkündet.

Die Umsetzung: „Alt hilft Neu und Neu hilft Alt“

Der Siegerentwurf des Ingenieurbüros Leonhardt, Andrä und Partner (LAP) sieht vor, dass über die gesamte Bauzeit hinweg bis auf wenige Ausnahmen drei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung stehen, um den für Berlin wichtigen Wirtschaftsverkehr zu sichern und die Region vor dem Dauerstau zu bewahren.

Geplant sind zwei nebeneinander verlaufende Brücken, eine für jede Fahrtrichtung. Zuerst wird die Fahrbahn Richtung Norden separat neu gebaut und an das AD Charlottenburg herangeführt. Anschließend wird die neue Fahrbahn in Richtung Süden in Lage der alten Brücke errichtet.

Visualisierung der geplanten Rudolf-Wissell-Brücke
Es sollen zwei nebeneinander verlaufende Brücken entstehen – eine für jede Fahrtrichtung | Bildnachweis: Leonhardt, Andrä und Partner

Die Auffächerung führt zu einer verbesserten Linienführung im Autobahndreieck Charlottenburg. Die Entzerrung der Zu- und Abfahrten ermöglicht eine Erhöhung der Verkehrssicherheit und der verkehrlichen Leistungsfähigkeit. Auch der Lärmschutz soll im Zuge des Neubaus verbessert werden.

Fahrbahnsanierung in 2017/18

Fahrsanierungsarbeiten
Bildnachweis: iStock.com/i-Stockr

Die Fahrbahn der Rudolf-Wissell-Brücke wurde in den Jahren 2017 und 2018 durch die DEGES saniert. Diese Erhaltungsmaßnahme verbesserte die Verkehrssicherheit und trägt dazu bei, dass es bis zur Verkehrsumlegung auf den neuen östlichen Überbau – frühestens 2027 – deutlich weniger Baustellen als in den Jahren 2010 bis 2017 geben wird. Die Fahrbahn in Fahrtrichtung Nord wurde in den Sommerferien 2017, die in Fahrtrichtung Süd in den Sommerferien 2018 saniert. Die Kosten betrugen insgesamt ca. 7 Mio. Euro brutto und wurden von der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Berlin getragen.

Koordinierte Instandsetzung

Die DEGES-Projekte an der Berliner Standtautobahn im Überblick

Die DEGES verantwortet die Erneuerung und Instandsetzung der Bundesautobahnen A 100 und A 111 im Abschnitt zwischen der Anschlussstelle (AS) Spandauer Damm über das Autobahndreieck Charlottenburg bis zur Landesgrenze Berlin/Brandenburg. Neben der Strecke, der Rudolf-Wissell-Brücke und der Westendbrücke werden weitere 39 Brücken-, 16 Tunnel- und Trogbauwerke, 95 Verkehrszeichenbrücken und Schranken, 105 Lärmschutz- und Stützwände und neun Bauwerke der Entwässerung saniert.

Für Berlin und Brandenburg hat dieser Abschnitt der Stadtautobahn zentrale Bedeutung. Als Zubringer zum Flughafen Tegel, als Fernverkehrsverbindung zu anderen Metropolen und als innerstädtische Anbindung für die Bezirke Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Spandau und Reinickendorf.

Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und des allgemeinen Zustandes sind Reparaturarbeiten mit Spursperrungen und -einengungen regelmäßige Realität. Daher muss der Abschnitt grundlegend erneuert werden. Dabei ist ein zentrales Ziel der DEGES, die verkehrlichen Einschränkungen durch die Bauarbeiten auf ein unvermeidbares Minimum zu reduzieren.

Digitale Informationsveranstaltung am 29. Oktober 2020

Die Experten der DEGES bei der digitalen Informationsveranstaltung am 29. Oktober 2020
Digitale Informationsveranstaltung der DEGES am 29. Oktober 2020 | Bildnachweis: Saskia Uppenkamp

Am 29. Oktober waren alle Interessierten zur digitalen Informationsveranstaltung zum Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke und zum Umbau des Autobahndreiecks Charlottenburg eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde über den aktuellen Stand der Planung informiert. Über 300 TeilnehmerInnen nutzen die Möglichkeit, über die Chat-Funktion Fragen an die Experten der DEGES zu stellen und Hinweise zur Planung zu geben.

Hier können Sie sich den Mitschnitt der Veranstaltung anschauen:

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Zur Veranstaltung

Die Veranstaltung fand online am

Donnerstag, 29. Oktober 2020,

von 19 bis 21 Uhr statt.

Der Schutz der Gesundheit hat oberste Priorität. Angesichts steigender Infektionszahlen haben wir die Veranstaltung, die ursprünglich als Möglichkeit für den persönlichen Austausch vor Ort geplant war, in den digitalen Raum verlagert. So ermöglichen wir Information und Dialog trotz Covid-19-Pandemie. Die Veranstaltung ausfallen zu lassen, war für uns keine Option. Wir freuen uns, dass  Anwohnerin, Anwohner und Interessierte zahlreich an der digitalen Informationsveranstaltung teilgenommen haben.

Es war möglich sich mit einem internetfähigen Gerät zuschalten und über die Chat-Funktion Fragen zu stellen und Hinweise zu geben. Es bestand auch die Möglichkeit, sich telefonisch einzuwählen. Am Telefon konnten Aussagen und Erläuterungen nur gehört werden, es bestand die Möglichkeit, die Präsentation anzuschauen, die direkt vor der Veranstaltung hier bereitgestellt wurde.

Der Vortrag zum Download

Hier können Sie sich die Folien der Veranstaltung herunterladen.

Ablauf der Informationsveranstaltung

  • Begrüßung und Einführung
  • Vortrag: Überblick über das Projekt
  • Diskussionsrunde mit Fragen aus dem Chat
  • Vortrag: Weitere Aspekte der Planung
  • Abschlussdiskussion mit weiteren Fragen aus dem Chat
  • Ausblick auf das weitere Vorgehen

Broschüre

Weiter Informationen finden Sie in unserer Broschüre Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke und Umbau des Autobahndreiecks Charlottenburg auf der Berliner Stadtautobahn A 100. Gedruckte Exemplare – auch zur Auslage und Weitergabe an Interessierte – können unter Angabe der Anzahl gewünschter Broschüren kostenfrei bestellt werden. Bitte nutzen Sie hierfür sowie für Fragen oder Hinweise das Kontaktformular oder das Bürgertelefon, montags bis sonntags von 8 Uhr bis 20 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 5895 2479.

Fragen-Antworten-Katalog

Hier finden Sie eine Auswahl der Fragen, die vor und während der Informationsveranstaltung am 29. Oktober 2020 am häufigsten gestellt worden sind, sowie die Antworten der DEGES auf diese Fragen. Weitere Informationen sowie die Präsentation zum Vortrag, der auf der Informationsveranstaltung gehalten wurde, finden Sie auf den Unterseiten Informationsveranstaltung und Downloads.

Warum muss die Brücke überhaupt abgerissen werden?

Die Rudolf-Wissell-Brücke wurde zwischen 1958 und 1961 errichtet und war für 20.000 Fahrzeuge pro Tag ausgelegt. Inzwischen rollen täglich rund 180.000 Fahrzeuge über die Brücke. Infolge dieser Belastung und dem fortgeschrittenen Alter hat die Brücke einen kritischen Zustand erreicht und muss dringend ersetzt werden. Würde sie jetzt nur ertüchtigt, besteht das Risiko einer dauerhaften Schädigung des Tragwerks. Zudem würde sich die Nutzungsdauer lediglich um 20 Jahre verlängern. Nur ein Neubau verbessert dauerhaft den Verkehrsfluss und erhöht die Verkehrssicherheit.

Welche alternativen Varianten wurden untersucht, und wo sind diese einsehbar?

Alle Wettbewerbsbeiträge und unterschiedliche Varianten werden in einer Broschüre ausführlich vorgestellt. Diese steht auf der Unterseite Downloads zur Verfügung. Sie kann auch als Druckexemplar per Mail bei der DEGES bestellt werden.

Wird es einen Masterplan für das Umfeld der Stadtautobahn A 100 geben?

Der Masterplan ist eine Bündelung aus städtischen Interessen und dem Interesse, möglichst schnell die Autobahnanlage neuzubauen, da sie dringend erneuerungsbedürftig ist. Die Frage nach dem Masterplan wurde am 15. Mai 2020 im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wohnen im Berliner Abgeordnetenhaus intensiv diskutiert. Dort wurde im Kern festgestellt, dass das Land Berlin die Initiative für einen Masterplan ergreifen und sich diesbezüglich klar gegenüber dem Bund positionieren muss. Es wurde jedoch auch festgestellt, dass die Bundesplanung in der Planungshierarchie über der Landesplanung steht. Dies ist gesetzlich so festgelegt. Die Protokolle der Ausschusssitzungen werden auf der Webseite des Berliner Abgeordnetenhauses unter www.parlament-berlin.de veröffentlicht.

Besteht das Risiko, dass der Verflechtungsstreifen als zusätzliche vierte Fahrspur genutzt wird?

Immer dort, wo sich Verkehre kreuzen, also an Abfahrten und Auffahrten, kommt es häufig zu Störungen im Verkehrsfluss, weil Verkehrsteilnehmer abbremsen müssen. Dadurch kommt es häufig zu Unfällen, vor allem im Berufsverkehr. Der zusätzliche Verflechtungsstreifen sorgt dafür, dass die Ein- und Ausfädelvorgänge zwischen den Anschlussstellen erleichtert werden und dadurch die Qualität des Verkehrsablaufes und somit die Verkehrssicherheit im betrachteten Autobahnabschnitt erhöht wird. Die Anordnung eines Verflechtungsstreifens je Fahrtrichtung stellt jedoch keine Kapazitätserweiterung dar. Dies ist auch nachvollziehbar, da die Autobahnabschnitte vor und hinter der Rudolf-Wissell-Brücke lediglich maxima drei Fahrspuren je Fahrtrichtung besitzen. Wie bereits erläutert, erleichtert der Verflechtungsstreifen die Ein- und Ausfädelvorgänge zwischen den An-schlussstellen und erhöht dadurch die Qualität des Verkehrsablaufes und somit die Verkehrssicherheit im betrachteten Autobahnabschnitt der A 100 zwischen der AS Spandauer Damm und dem AD Charlottenburg.

Wieso werden die beiden Brückenteile aufgespreizt, das heißt mit bis zu 48 Metern Abstand voneinander, errichtet?

Die geplante aufgespreizte Lage der beiden Richtungsfahrbahnen ermöglicht es: • die Verkehre des Autobahndreiecks Charlottenburg während der gesamten Bauzeit für alle Richtungsbeziehungen aufrechtzuerhalten, • bestehende bauliche Anlagen, wie insbesondere die Tegeler Weg-Brücke, den Steuerturm der Schleuse Charlottenburg, die Gewerbebebauung am Fürstenbrunner Weg und das Umspannwerk, nicht zu beeinträchtigen, • die Linienführung bei der Anbindung der Rudolf-Wissell-Brücke an das Autobahndreieck Charlottenburg in Richtung Reinickendorf/Hamburg im Zuge des Umbaus so zu verändern, dass der Verkehr zukünftig insbesondere in den Spitzenstunden besser und sicherer zwischen der A 100 und der A 111 fließen kann.

Wie dicht rücken die neuen Rampen im Autobahndreieck Charlottenburg an die Wohnbebauung in der Siemensstadt heran?

In Teilbereichen rücken die Rampen von heute 30 Meter auf circa 22 Meter an die Wohngebäude heran. Entlang der neuen Rampen werden Lärmschutzwände errichtet. Trotz der größeren Nähe zu den Rampen wird so die Lärmbelastung für die Anwohner verringert. Die Lärmschutzwände sollen in diesem Bereich voraussichtlich transparent gestaltet werden.

Welche Kleingartenanlagen und Parzellen sind vom Ersatzneubau der Brücke betroffen und werden zeitweise oder dauerhaft verloren gehen?

Die Planungen der DEGES haben derzeit noch nicht die Tiefe erreicht, in der die Betroffenheit der Kleingärten parzellenscharf festgelegt werden kann. Erst im Zuge der weiteren Planung werden Festlegzungen getroffen, welche Parzellen vorübergehend während der Bauzeit oder dauerhaft auch nach Fertigstellung der neuen Brücke wegfallen werden. Die DEGES bleibt kontinuierlich mit den Nutzerinnen und Nutzern der Kleingärten hierzu im Gespräch. Aussagen zu einzelnen Parzellen wird die DEGES erst dann treffen, wenn diese wirklich verlässlich feststehen. Einen ersten und noch groben Überblick zu den Kleingartenflächen, die im Zuge der Maßnahmen betroffen sind, gibt Folie 38 der Präsentation zur Informationsveranstaltung vom 29. Oktober 2020. Diese steht auf der Unterseite Informationsveranstaltung zum Download.

Trifft es zu, dass die beiden Brücken, obwohl sie mitten in der Stadt liegen, nur einseitig Lärmschutzwände bekommen sollen?

Im Bereich der Brücke sind Lärmschutzwände einseitig, jeweils an den Außenseiten der beiden Brückenbauwerke, vorgesehen. Durch diese Maßnahme wird im Umfeld der Rudolf-Wissell-Brücke eine nahezu Halbierung der Lärmbelastung erreicht. Die DEGES hat genau geprüft, inwieweit eine weitere Lärmschutzwand in der Mitte der Brücke eine weitere Verminderung der Lärmbelastung in den umliegenden Gebieten erzielen könnte. Die Berechnungen haben gezeigt, dass durch eine Mittelwand zwischen den beiden Brückenteilen nur für ein begrenztes Gebiet Vorteile erzielt werden können, die zudem sehr geringfügig sind. Der Grund liegt in den starken Reflexionen, die durch eine zusätzliche Lärmschutzwand in der Brückenmitte erzeugt werden. Der positive Effekt läge im südöstlichen Bereich, beispielsweise in der Nähe des Krankenhauses, lediglich bei einer Minderung von weiteren 0,2 bis 0,5 db(A). Dieser Minderungswert liegt unterhalb der Grenze von 1 db(A), in der Unterschiede in der Lärmentwicklung für das menschliche Ohr überhaupt hörbar sind. Eine Lärmschutzwand in Mittellage hätte also keinen spürbaren Effekt, sie würde jedoch hohe zusätzlich Kosten erzeugen. Im Rahmen der zur Verfügung stehenden – auch finanziellen – Möglichkeiten, stellen die geplanten Lärmschutzmaßnahmen eine sehr gute Lösung dar, die eine deutliche Verbesserung der Lärmbelastung bewirkt.

Sind passive Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen?

Durch passive Lärmschutzmaßnahmen werden die Außengeräusche, die in das Innere eines Gebäudes gelangen, reduziert. Zu den Maßnahmen des passiven Lärmschutzes gehören beispielsweise der Einbau von Schallschutzfenstern und Lüftern sowie Dämmmaßnahmen an der Fassade. Passiver Lärmschutz kommt in der Regel zum Einsatz, wenn aktive Lärmschutzmaßnahmen (zum Beispiel Flüsterasphalt oder Lärmschutzwände) nicht umgesetzt werden können oder unverhältnismäßig sind. Welche Gebäude im Umfeld der Rudolf-Wissell-Brücke und des Autobahndreiecks Charlottenburg im Grunde nach Anspruch auf passiven Lärmschutz haben könnten, wird im Planfeststellungsbeschluss festgelegt.

Soll auf der neuen Rudolf-Wissell-Brücke Flüsterasphalt verwendet werden?

Flüsterasphalt zeigt eine lärmmindernde Wirkung erst bei höheren Geschwindigkeiten. Bei 80 km/h ist der Effekt vergleichsweise gering. Nach den Berechnungen der DEGES läge der Minderungseffekt bei nur 0,8 bis 1,8 db(A), also unter oder nur leicht über der Grenze der Hörbarkeit. Auf den Rampen, die mit weniger als 80 km/h befahren werden, würde er so gut wie keine Wirkung zeigen. Das Aufbringen des Asphalts auf die Brücke wäre bautechnische und erhaltungstechnisch sehr aufwändig und würde entsprechend hohe Kosten verursachen – bei nur sehr geringer Wirkung.

Wird es auf der neuen Rudolf-Wissell-Brücke einen Fahrradweg geben?

Der Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke ist eine seit vielen Jahre geplante sogenannte Erhaltungsmaßnahme im Rahmen der Bundesverkehrswegeplanung. Anders als bei Ausbauvorhaben konzentriert sich die Planung daher primär auf die Wiederherstellung der alten Funktionen der Brücke – auch wenn sie dafür unter Aufrechterhaltung der Verkehrsbeziehungen letztlich neu errichtet wird („Ersatzneubau“). Die Planung sieht deshalb, analog zum Bestand, keinen Radweg vor.

Was für eine Bauzeit ist geplant?

Die DEGES sieht für den gesamten Ersatzneubau eine Bauzeit von insgesamt rund fünf bis sechs Jahren vor. Die Bauzeit ist abhängig von der Finanzierung des Bundes. Auch Auflagen aus dem Planfeststellungsverfahren können den Bauablauf und damit die Bauzeit verlängern. Ziel der DEGES ist es, so schnell wie möglich zu bauen, um die Auswirkungen auf den Verkehr so gering wie möglich zu halten.

Wie wird dafür gesorgt, dass während der Bauzeit kein zusätzlicher Verkehr in den umliegenden Wohngebieten entsteht?

Die DEGES setzt das Vorhaben unter fließendem Verkehr um. Die Autobahn A 100 bleibt über die gesamte Fahrzeit auf durchgängig drei Fahrstreifen pro Richtung befahrbar. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass Verkehr während der Bauzeit nicht ins umliegende Netz der Stadtstraßen verdrängt wird. Die Vorgabe, auch während der Bauzeit die gleiche Anzahl von Fahrstreifen aufrecht zu erhalten, wie sie derzeit zur Verfügung stehen, ist eine planerische Herausforderung, die auch zusätzliche Kosten mit sich bringt. Klares Ziel ist es, durchgehend den Verkehr auf der Autobahn zu bündeln und so für die Wohngebiete im Umfeld eine zusätzliche Belastung durch „Schleichverkehre“ zu vermeiden.

Im vorgesehenen Bauzeitraum sollen auch noch andere Vorhaben auf der Autobahn A 100 umgesetzt werden: Wird es dadurch zu einem Verkehrskollaps kommen?

Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten: Einerseits könnten die dringend erforderlichen Erneuerungsarbeiten in den verschiedenen Abschnitten der Autobahn A 100, darunter das Autobahndreieck Funkturm, die Westendbrücke, die Rudolf-Wissell-Brücke, nacheinander über einen Zeitraum von mehr als 15 Jahren umgesetzt werden. In diesem lang andauernden Zeitraum würde der Verkehr immer wieder Behinderungen ausgesetzt. Andererseits können die Vorhaben parallel und koordiniert in einem Zeitraum von 5 bis 7 Jahren realisiert werden. In diesem Zeitraum wird es dann teilweise zu größeren Einschränkungen kommen, die jedoch weniger lang andauern. Die DEGES plädiert dafür, die Bauzeit möglichst kurz zu halten und die Vorhaben auch teilweise parallel umzusetzen. Die stellt für Verkehrsteilnehmer wie auch für die Planer und die Baufirmen eine große Herausforderung dar. Auch für den Bund als Geldmittelgeber sind die finanziellen Herausforderungen eines solchen Vorgehens enorm. Ob parallel gebaut werden kann, hängt auch davon ab, ob zu dem Zeitpunkt, an dem Baurecht besteht, also ab 2023, die erforderliche Finanzierung durch den Bund zur Verfügung gestellt werden kann. Dies ist zum derzeitigen Zeitpunkt nicht absehbar. Wenngleich Einschränkungen nicht vermieden werden können: Ein Verkehrskollaps ist nicht zu erwarten, da beim parallelen Bauen die Baustellen miteinander koordiniert werden.

Ist der Neubau der Brücke vor dem Hintergrund der Verkehrswende überhaupt noch zeitgemäß?

Der Ersatzneubau der Rudolf-Wissell-Brücke ist eine Erhaltungsmaßnahme. Sie soll gewährleisten, dass die Funktionsfähigkeit einer bestehenden Infrastruktur dauerhaft gesichert wird. Im Zuge des Projektes werden der Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit verbessert. Für die Anwohnerinnen und Anwohner wird es zum ersten Mal Lärmschutz geben. Die Kapazität der Brücke und des Autobahndreiecks Charlottenburg werden nicht erhöht. Insofern ist die Mobilitätswende bereits in das Projekt eingeplant: Erst durch einen Rückgang des Verkehrs wird sich der Verkehrsfluss auf dem hochbelasteten Abschnitt deutlich entspannen. Durch die Bündelung von Verkehren auf der Autobahn – dauerhaft und auch während der Bauzeit – wird dafür gesorgt, dass kein zusätzlicher Verkehr in den umliegenden Stadtstraßen und Wohngebieten entsteht. Sollte die Verkehrswende zukünftig die angestrebten Effekte zeigen, werden die Kieze doppelt entlastet: Einerseits, weil der Verkehr insgesamt zurückgeht, andererseits weil ein Großteil des verbleibenden Verkehrs von Personen, Waren und Gütern gebündelt und damit stadtverträglich über die Autobahn abgewickelt werden kann. Berlin braucht eine leistungsfähige Infrastruktur – auch und gerade um die Ziele der Verkehrswende erreichen zu können.

Wie werden die KünstlerInnen, die im Atelierhaus am Nonnendamm 17 arbeiten, in die Planung einbezogen?

Die DEGES wird im weiteren Planungsverfahren in den intensiven Dialog mit den KünstlerInnen treten. Dabei werden allen Fragen, die im Vorfeld sowie im Laufe der digitalen Informationsveranstaltung durch die KünstlerInnen gestellt wurden, auch beantwortet. Als ersten Schritt hierzu hat die DEGES Mitte November 2020 ein persönliches Gespräch mit den KünstlerInnen geführt. Bei Bedarf werden weitere Gespräche folgen.

Wie ist der weitere Dialog mit den Anwohnerinnen und Anwohnern der Rudolph-Wissell-Brücke und des Autobahndreiecks Charlottenburg vorgesehen?

Die DEGES wird den Dialog kontinuierlich fortführen. Wie genau dies geschehen soll, kann – auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie – derzeit noch nicht verbindlich gesagt werden.

Bürgertelefon

Sie haben Fragen zu einem unserer Projekte? Dann rufen Sie gerne an. Sie erreichen unser Bürgertelefon montags bis sonntags zwischen 8 und 20 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 5895 2479.

Informationsdienst VERKEHRSPROJEKTE AKTUELL

Unser Informationsdienst VERKEHRSPROJEKTE AKTUELL informiert regelmäßig über den aktuellen Stand aller DEGES Projekte in Berlin. Damit bleiben Sie auf dem Laufenden zu Planung, Veranstaltungen, Genehmigungsverfahren und Umsetzung der Verkehrsprojekte der DEGES in Berlin. Sie können sich online für den Informationsdienst anmelden.

 

Kontaktformular

Sie möchten mit uns in Kontakt treten? Dann schreiben Sie uns gerne über unser Kontaktformular. Wir beantworten Ihr Anliegen schnellstmöglich. Für eine persönliche Ansprache füllen Sie bitte auch das Feld Name aus (nicht verpflichtend).

Präsentationen

Informationsbroschüre

Informationsgrafiken

Visualisierung des Siegerentwurfs

Diese Visualisierung wurde im Rahmen des Planungswettbewerbs für den Neubau der Rudolf-Wissell-Brücke durch das Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner erstellt. Der Wettbewerb startete im Januar 2017 und ein Jahr später, Anfang Januar 2018, erfolgte die Abschlussprüfung.

Bitte beachten Sie: Mit fortschreitender Planungstiefe erfolgt auch eine Anpassung bzw. Präzisierung der Planungsinhalte. Einige Inhalte der Visualisierung, zum Beispiel die Details zu den Lärmschutzwänden am Autobahndreieck Charlottenburg, entsprechend nicht mehr dem aktuellen Planungsstand.

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